Lotte
Hilfe benötigt

Freitag, 16.04.2010, 16:04 Uhr

Lotte - Landesminister geben sich derzeit in Lotte die Klinke in die Hand. Das mag daran liegen, dass die Landtagswahl kurz bevorsteht. Beim Gespräch von Wirtschaftsministerin Christa Thoben ( CDU ) mit Bürgermeister Rainer Lammers (SPD) am Donnerstag im Rathaus trat der Wahlkampf gegenüber Konkretem jedoch rasch in den Hintergrund.

Auf Einladung des hiesigen Landtagsabgeordneten Wilfried Grunendahl und des Europaabgeordneten Markus Pieper aus Halen war die Ministerin nach Lotte gekommen. Im Gepäck hatte sie den Bewilligungsbescheid für jene Gelder, die der Kreis Steinfurt zur Ermittlung der Bedarfe an schnellen Internetverbindungen (DSL) benötigt.

Lammers wies darauf hin, dass ausgerechnet am Lotter Kreuz, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas, ein weißer Fleck bei der Breitbandversorgung bestehe. CDU-Ratsfraktionschef Werner Schwentker und Kreiswirtschaftsförderer Guido Brebaum erklärten, dass der Bedarf gerade in Lotte unstreitig sei und sich auch schon die passende Technik für die Breitbandversorgung abzeichne; das Problem liege vor allem bei der Finanzierung, da die verfügbaren Fördertöpfe nicht ausreichend bestückt seien. Hier brauche man Hilfe.

Grunendahl wies darauf hin, dass der Kreis Steinfurt auf dem Weg hin zur flächendeckenden DSL-Versorgung am weitesten sei im Münsterland. Thoben ergänzte, dass dieses Thema erst seit einem halben Jahr zu ihrem Ressort gehöre. Dennoch ihre Zusage: „Sehen Sie zu, dass Sie ihre Bedarfsanalyse und den Ideenwettbewerb fertig kriegen, dann sehen wir zu, dass die Töpfe für die Umsetzung nicht leer sind.“

Arm in Arm baten Rainer Lammers und Markus Pieper zudem die Ministerin, die Begrenzung aus der Regionalplanung des Landes für Gewerbeflächen zurückzunehmen. Lotte müsse im Speckgürtel von Osnabrück mehr Spielraum erhalten. Auch dies unterstützte Guido Brebaum als Prokurist der WESt (Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt). „So geht das nicht“, reagierte Christa Thoben in dem Punkt leicht angefasst. Die Regionalplanung werde nicht in Düsseldorf, sondern in Münster gemacht. Ausdrücklich hätten die Kommunen im Münsterland zu Gunsten der Entwicklung am Flughafen Münster-Osnabrück auf eigene Zuwächse verzichtet. Das könnten sie jetzt nicht quasi hintenrum über Düsseldorf wieder kassieren.

Nach dem Rat, dass sich Lammers und Grunendahl - hier als CDU-Fraktionschef im Kreistag - mit konkreten Ansiedlungswünschen an die Bezirksregierung Münster wenden sollten, bot die Ministerin aber auch Hilfe an: Es sei möglich, sowohl mit Kommunen im Kreis Steinfurt Flächenansprüche zu tauschen, als auch zwischen den eigenen Bedarfen für Gewerbe und für Wohnbebauung. Da auch Letzterer für Lotte knapp ist, sah Ortsvorsitzende Ute Saeger Chancen im kreisinternen Austausch mit Kommunen weit weg von Autobahnen.

Christa Thoben nannte als Grund der Begrenzungen den allgemeinen Wunsch, den Flächenverbrauch im dicht besiedelten NRW zu mindern. „Ich warne aber davor, mit dem Begriff des Flächenverbrauches zu argumentieren“, betonte sie. Es sei doch sehr die Frage, ob neue Wohn- und Gewerbegebiete durch völlige Versiegelung Flächen ökologisch vernichteten.

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