Lotte
Bürens große Drei auf Werbetour

Donnerstag, 10.02.2011, 16:02 Uhr

Lotte/ Westerkappeln - „Sie haben die Leute, die wir unbedingt brauchen“, sagte Gastgeber Volker Lotze von Elster Kromschröder in Büren . Angesprochen waren damit die Lehrer, die sich am Mittwochnachmittag mit Ausbildungsleitern und Auszubildenden der Firmen Spielwaren Hoffmann, Kromschröder und Kötter & Siefker trafen, um Lösungen für das künftige Arbeitsmarktproblem Nummer eins zu diskutieren und zu finden: Die Bewerberzahlen sinken dramatisch, obwohl Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.

Im Mai 2010 besuchten Vertreter der drei Bürener Betriebe Schulen im Osnabrücker Land und im angrenzendem westfälischen Raum, um für ihren anstehenden Berufsinformationstag zu werben. Dieses Jahr soll es eine optimierte Neuauflage geben. „Wir veranstalten wieder Infotage in den Schulen und laden dann die Schüler zu uns ein“, erklärte Karina Wert , die im Januar erfolgreich ihre Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau bei Hoffmann abgeschlossen hat.

Basak Ersen, angehende Betriebswirtin bei Elster, findet es gut, als Azubi direkten Kontakt zu den Schülern zu suchen: „Das ist im letzten Jahr gut angekommen, 150 Leute kamen am Tag der offenen Tür. Doch ich muss zugeben, es gab sehr interessierte und sehr desinteressierte Schüler.“

Die Auszubildenden zeigten in einer Powerpoint-Präsentation, was man in diesem Jahr noch besser machen könne, und luden die Vertreter der Realschule Westerkappeln, der Privaten Schulen Krüger, der Hauptschule Eversburg, der Gemeinschaftshauptschule Lotte, der Berufsbildenden Schulen Pottgraben und am Schölerberg, der Schule am Roten Berg in Hasbergen und Thomas-Morus-Schule in Osnabrück zu einer konstruktiven Diskussion ein.

Berkan Kenar, Auszubildender bei Kötter & Siefker, fasste zunächst zusammen, welche Qualitäten die Bewerber mitbringen sollten: „Wir suchen junge Menschen, die hoch motiviert sind, im Team arbeiten sowie selbstständig und verantwortlich handeln können. Sie sollen bereit sein, sich weiterzuentwickeln, und bei Schwierigkeiten nicht gleich aufgeben.“

Als Gegenleistung bieten die anerkannten Lehrbetriebe vielseitige Ausbildungsberufe, ein gutes Betriebsklimasowie interessante und abwechslungsreiche Aufgaben als Zukunftsperspektive. Gezielte Prüfungsvorbereitungen, die Möglichkeit zur Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten runden das Ausbildungsangebot ab.

Die Auszubildenden schlugen vor, die Schüler selbst entscheiden zu lassen, bei welcher Firmenpräsentation sie am liebsten mitmachen möchten. Die Gruppen sollen auf zehn bis fünfzehn Personen reduziert werden. Von jeder Schule sollte ein Lehrer dabei sein; denn das Benehmen einiger Schüler hatte aus Sicht der Azubis beim ersten Infotag zu wünschen übrig gelassen.

In den Firmen sollen mehr Infostände aufgebaut und den Schülern Möglichkeiten gegeben werden, Bewerbungsgespräche mit den jeweiligen Ansprechpartnern Volker Lotze, Sylke Sendner, Kathrin Noldes, Melanie Friedrichs und Kendra Huge zu führen.

Diesen letzten Vorschlag begrüßten die Pädagogen besonders: „Wir Lehrer reden den ganzen Tag auf unsere Schüler ein. Es hat eine ganz andere, nachhaltigere Wirkung, wenn Vertreter der Firmen verdeutlichen, worauf es in Bewerbung und Ausbildung ankommt“, betonte Wilhelm Schröder von der Realschule Westerkappeln.

Dazu merkte Elster-Ausbildungsleiter Volker Lotze leicht schmunzelnd an: „Manchmal stimmt die Anrede in den Bewerbungsmappen nicht. Wenn sich jemand bei mir bewirbt, ich bin nicht Herr Kromschröder.“ Die Tendenz gehe auch immer mehr in Richtung Online-Bewerbung.

Da die Terminwünsche der verschiedenen Schulformen nicht unter einen Hut zu bringen waren, werden zwei Informationstage angeboten. Anett Thürmer von der Hoffmann Compagny betonte, dass es wichtig sei, im Vorfeld mit den Schülern die Schwerpunkte der Berufsausbildung abzuklären, damit die wirklich Interessierten gut vorbereitet zum Berufsinformationstag kämen.

Der Fokus soll nach den Wünschen der Lehrer weniger auf die Betriebsvorstellung, sondern mehr auf den Schwerpunkt „Berufsausbildung“ gerichtet werden.

Und die Berufsfelder sollen weniger abstrakt und ohne lange Vorträge vermittelt werden.

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