Lotte
Nähvirus breitet sich aus

Mittwoch, 27.04.2011, 16:04 Uhr

Lotte - Der Kunstkreis Lotte hatte das Haus Hehwerth zu seinem offenen Treff diesmal nicht in eine Kunsthalle, sondern in eine Nähstube verwandelt. Hundert bunte Herzkissen für die Aktion „Herzen gegen Schmerzen“ sind fast fertig. Über dreißig davon komplett, der Rest als Kissenhüllen, die nur noch darauf warten, mit fluffiger weicher Watte gefüllt zu werden.

Aufmerksam geworden durch die Nähaktion beim ökumenischen Frauenkreis Wersen (wir berichteten), baten die Kunstschaffenden bei ihrer Jahresausstellung im März um Geldspenden für die Aktion „Herzen gegen Schmerzen“, die von der Osnabrückerin Renate Winter koordiniert wird.

Die Herzkissen werden in den Brustkrebszentren in Osnabrück und Ibbenbüren an die operierten Frauen verschenkt. Die Besucher des Kunstwochenendes waren sehr gerührt von der Aktion und gaben gerne auch größere Beträge. Auf runde 250 Euro hat der Kunstkreis dann die Summe aufgestockt.

Mit dem Geld wurden der benötigte Baumwollstoff und die silikonisierte Watte für die Füllung gekauft. Farbenfroh zeigen sich die vielen Kissenhüllen nun, die den betroffenen, frisch operierten Krebspatientinnen Schmerzlinderung und Freunde bringen sollen. Den zwölf fleißigen Aktionisten ging die Arbeit flott von der Hand beziehungsweise von der Nadel: Zwei Damen schnitten die Stoffteile zu, drei andere nähten die Kissenstücke zusammen, eine wog exakte 170 Gramm Füllwatte ab, zwei Kunstkreismitglieder stopften und die vier übrigen Damen gaben dem Herzen den letzten Nadelstich.

Als eingespieltes Team zeigte sich Ehepaar Hinz / Kühne. Als einziger Mann des Abends stopfte Harry Hinz die genähten Kissen und arbeitete so seiner Frau Anita zu, die die kleine offene Stelle dann ordentlich von Hand vernähte.

Zu den Kunstkreismitgliedern gesellten sich noch die rege Kursteilnehmerin Edith Krüger aus Halen sowie Regina Westermann aus Alt-Lotte, die dem Aufruf in der Zeitung gefolgt war und dafür extra ihren Nähzirkel in Ladbergen ausfallen ließ.

Marlies Skribba, die beim Nähen lieber ihre Ruhe haben wollte, holte sich aber im Haus Hehwerth das Schnittmuster und Infos ab, um daheim aktiv zu werden. Das Herzkissennähvirus hat somit nun auch Frauen in allen Lotter Ortsteile befallen. Es verwundert also nicht, dass beim nächsten offenen Treff des Kunstkreises am 17. Mai, statt Pinseln wieder die Nähnadeln geschwungen werden, damit noch mehr Herzkissen entstehen.

Weitere Aktivisten sind immer willkommen. Auch wer nicht nähen kann, wird gebraucht. Die abgewogene Watte muss schließlich in die Kissenhülle und lässt den Näherinnen dann Zeit für weitere bunte Herzen. Harry Hinz würde sich auch über männliche Unterstützer sehr freuen.

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