Diplomatenjagd und „Bella Italia“
Diplomatenjagd und „Bella Italia“

Montag, 07.11.2011, 15:11 Uhr

Lotte - Draußen wird es langsam dunkel und kalt, doch in der altehrwürdigen Wersener Dorfkirche leuchten einladend die Lichter. Eine angenehme Wärme empfängt die Hereinströmenden . Pfarrerin Jutta Kiquio freut sich am Sonntagabend auf das bevorstehende Jahreskonzert des Männergesangvereins (MGV) Wersen , dass bereits zum 15. Male präsentiert wird: „Dieses Konzert ist schon zu einem Fixpunkt in unserer Gemeinde geworden. Lassen Sie sich vom Männergesangverein in sonnigere Gefilde entführen!“

Vereinsvorsitzender Friedhelm Pösse begrüßt die Gäste und kündigt die erste Staffel des musikalischen Reigens unter Leitung von Valentine Schneider an.

„Das ist der Tag des Herrn“, singen die Männer so stimmgewaltig „Schäfers Sonntagslied“ des Komponisten Konradin Kreuzer, dass es der Herr bestimmt gehört hat. Mit viel Gefühl interpretieren sie auf sanfte Art das geistliche Lied „Gib uns, Herr, den Frieden“ von Otto Groll . Mit Leidenschaft, mal leise, mal kraftvoll tragen sie Anton Bruckners „Trösterin Musik“ vor.

Voller Spannung warten die Zuhörer auf die preisgekrönten Künstler Christina Aravéna und Andreas Liebrecht. Ein Blickkontakt, ein kleines Lächeln der 16-jährigen Christina, dann spielen die beiden Herz und Seele berührend, eine Violinsonate von Franz Schubert. Sie ernten auch viel Beifall für die temperamentvoll vorgetragenen „Rumänischen Volkstänze“ von Bella Bartók mit Stampfer, Schnelltanz und einer langsameren Polka.

Nach dem „Eröffnungschor“ aus der Oper „Ernani“ von Verdi erwecken die Sänger, begleitet von Andreas Liebrecht am Klavier, die Glamourkatze aus „Cats“ von A.L. Webber zum Leben. Fast dreißig Räuber aus Wersen singen überzeugend und mit gekonnten Soloeinlagen von Walter Grothaus das alte Friedrich-Zimmer- Lied „Die zwölf Räuber“.

Die Aufregung des Moderators Pösse legt sich, seine Ansagen bringen die Zuhörer zum Schmunzeln. „Peter Alexander und Montserrat Caballé haben es gesungen, ab morgen wird auch unser Verein im Internet stehen mit dem Lied ´In mir klingt ein Lied`.“

Schelmisch und zweideutig seine Ankündigung zur „ Diplomatenjagd “, die sich nicht auf bekannte Personen beziehe, sondern rein zufällig sei: „Um nicht missverstanden zu werden, singen wir einige Stellen etwas unsauber.“ Doch die schlauen Zuhörer durchschauen den FDP-Vorsitzenden und lachen über das satirische Lied von Reinhard Mey, in dem der Außenminister durch einen versehentlichen, aber prächtigen Blattschuss zu Tode kommt.

Es habe eine Meuterei unter den Sangesbrüdern gegeben, als die Chorleiterin vorschlug, mal italienisch zu singen. Ein Freiwilliger sei auf eigene Kosten zum Vesuv geschickt worden, um sich täglich im Italienischen zu üben und seine Erfahrungen an die Brüder weiter zu geben, erklärt der Moderator schmunzelnd. Das Ergebnis: „Funiculi-Funicula“ von L. Denza, so überzeugend vorgetragen, dass man glauben könnte, es stehen 29 Pavarottis in der Wersener Dorfkirche.

Schließlich endet ein wunderbares Chrokonzert mit einem mitreißenden „Amen“ von Otto Groll.

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