Lotter Landwirte diskutieren
Vom Maiszünsler bis zum Flächenraub

Lotte/Westerkappeln -

Themen in Hülle und Fülle hatte der Landwirtschaftliche Ortsverband Lotte auf der Tagesordnung seiner Jahresversammlung. Dabei ging es auch um den Regionalplan Münsterland, ein besonders in Westerkappeln und Lotte brisantes Thema.

Donnerstag, 02.02.2012, 14:02 Uhr

Lotter Landwirte diskutieren : Vom Maiszünsler bis zum Flächenraub
Wahlgänge und Referate hatte Hartmut Meyer (vorne) gut im Griff. Die übrigen Akteure (von links): Holger Strübbe, Hendrik Stiegemeyer, Klaus-Dieter Wilmsen und Hermann Borchert von der Landwirtschaftskammer sowie Albert Rohlmann, Arnold Staggenborg, Ulrich Schwabe und Hendrik Roloff vom Verband. Foto: Thomas Niemeyer

Vor den Fachreferaten der Vertreter des Kreisverbandes und der Landwirtschaftskammer handelte Vorsitzender Hartmut Meyer zügig die Regularien ab. Dennoch nahm die Tagung satte dreieinhalb Stunden in Anspruch.

Zu wählen waren am Dienstagabend zuerst die Ortslandwirte als Ansprechpartner der Kammer, die bei sämtlichen Planungen anzuhören sind, die landwirtschaftliche Flächen betreffen. Für sechs Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden Holger Strübbe für Alt-Lotte und Hendrik Stiegemeyer für Wersen. Keine personellen Neuerungen brachten auch die Wahlen zum Vorstand des Ortsverbandes . Für weitere drei Jahre stehen Hartmut Meyer als Stellvertreter Hendrik Roloff, als Schriftführer Ulrich Schwabe und als Kassierer Wilhelm Huneke (abwesend) zur Seite.

Als erster Referent sprach Kreislandwirt Hermann Borchert als Vertreter der Kammer gleich eine Palette von Themen von der Preisentwicklung über den behutsamen Antibiotikaeinsatz in der Geflügelmast bis zur Düngung an. Eindringlich wies er seine Berufskollegen auf die Gefahren hin, die der Maiswurzelbohrer und der Maiszünsler nicht nur für das Korn selbst, sondern mittelbar auch für die Mastbetriebe bringe. Um die Schädlinge nachhaltig von der Futterpflanze fern zu halten, müsse nach der Maisernte das gesamte Feld intensiv gemulcht werden. Nähere Informationen zu allen Fachfragen halte das Grüne Zentrum der Kammer in Saerbeck bereit.

Das Thema Düngung vertiefte deren Beratungsleiter Klaus-Dieter Wilmsen. Am Viehstandort Kreis Steinfurt sei die Belastung vor allem des Grundwassers durch Phosphor und Stickstoff zu beachten. Herbstdüngung sei häufig überflüssig, da die Böden noch gesättigt seien. Im Frühjahr dürfe Gülle nicht auf tief gefrorene, überschwemmte oder schneebedeckte Flächen ausgebracht werden, weil sie dann nicht an die Pflanzen gelange.

Das in Lotte und Westerkappeln durch den Regionalplan Münsterland besonders brennende Thema Flächenraub (WN berichteten) sprachen die beiden Vertreter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) im Kreisverband Steinfurt, Arnold Staggenborg (Geschäftsführer) und Albert Rohlmann (stellvertretender Vorsitzender), an. Gegen den Entwurf lägen bereits rund 4600 Einwendungen vor. Der WLV lasse jetzt unter anderem den Westerkappelner Beritt untersuchen. Für die vorgesehene massive Unterschutzstellung dort gebe es aus WLV-Sicht aber „keine nachvollziehbare fachliche Begründung“, meinte Staggenborg.

Um Verständnis warb er in Bezug auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Chemisch seien die Fließgewässer im Kreis in Ordnung, nicht aber ökologisch – ihr Verlauf solle „schlängelicher“ werden. Als Verbandsvertreter versuche Rainer Kappelhoff, diesen ökologischen Anspruch mit der Abflussfunktion auszusöhnen.

Staggenborg empfahl den Anrainern von Goldbach und Hase zu prüfen, ob eine Stilllegung ihrer Gewässerrandstreifen nicht auch wirtschaftlich sinnvoll wäre. Immerhin gebe es Ausfallentschädigungen bis zu 3,12 Euro pro Quadratmeter.

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