Feuerwehrübung
Brandstiftung am Bauhof

Lotte-Wersen -

Die Freiwillige Feuerwehr Wersen ist am Montagabend zu einem Löscheinsatz auf dem Bauhof an der Atterstraße gerufen worden. Wie sich schnell herausstellte, war das Feuer vorsätzlich gelegt worden – von den eigenen Kameraden. Alles legal, denn alles war nur eine wichtige Übung.

Mittwoch, 27.02.2013, 16:02 Uhr

Insgesamt drei Verletzte, gespielt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, musste der Löschzug Wersen bei der Übung bergen
Insgesamt drei Verletzte, gespielt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, musste der Löschzug Wersen bei der Übung bergen Foto: Erna Berg

Um 20.20 Uhr wurden die Kameraden des Wersener Löschzuges über Meldeempfänger alarmiert: unklare Rauchentwicklung an der Atterstraße im Bereich des Bauhofes der Gemeinde Lotte. Nach gut einer Stunde konnte der gesamte Löschzug erfolgreich und erschöpft wieder zur Wache zurückfahren. Man hatte drei Verletzte geborgen, das Feuer gelöscht und die Fahrzeuge und Arbeitsmittel des Bauhofes gerettet.

Wie sich schnell herausstellte, war das Feuer vorsätzlich gelegt worden – von den eigenen Kameraden, gab Stephan Läken sofort zu. Er gehörte sogar mit Bastian Bartels , Janec Hofer und Christian Wentzel zu den Pläneschmiedern. Bastian Bartels, Jens Sielmon und Thorsten Brinkmann zählten ebenfalls zu den „Brandstiftern“ und leiteten anschließenden sogar den Einsatz. Alles legal, denn alles war nur eine wichtige Übung.

„Wir haben in den letzten Wochen ein neues Ausbildungskonzept mit mehreren Theorieblöcken erarbeitet, das heute unter möglichst realen Bedingungen praktisch geübt wurde“, erklärte Läken. Das optimale Koordinieren von Einsatzfahrzeugen, Funktionen und taktischen Einheiten sei ein wichtiges Ziel, aber auch das Lernen aus Fehlern. Somit kam der geheim vorbereitete, gefährliche Einsatz für die übrigen Feuerwehrleute völlig überraschend. Der komplette Wersener Löschzug mit 25 Einsatzkräften eilte zum Bauhof, sicherte die Atter­straße, suchte im dichten Rauch nach Verletzten, betreute die Geretteten und löschte das fiktive Feuer.

Jana Duhme von der Jugendfeuerwehr fühlte sich gut behütet von Andre Sträfling und Ramona Wedemeyer und spürte ihr gebrochenes Bein gar nicht mehr, hustete künstlich, aber richtig gut. Sie war beim Flüchten vor dem Feuer die Treppe runtergefallen. Zwei weitere „Verletzte“ wurden von Lars Glückhardt, Philip Bedford, Jan-Hendrik Meyer, Marc Averwerser und Nils Gebauer unter schwerem Atemschutz im dichten Qualm gefunden und die Treppe runtergetragen. „Das war ganz schön anstrengend“, stöhnte Gebauer nach der Rettung. In den oberen Räumen sei so gut wie nichts zu sehen gewesen. „Ich war froh, dass erfahrene Kameraden dabei waren“, betonte er.

Die Retter unter schwerem Atemschutz tragen durch ihre Sicherheitsausrüstung bis zu 30 Kilo Extragewicht mit sich herum. Das macht sich beim Bergen von Verletzten über eine Treppe ganz schön bemerkbar.

Chefbeobachter und Gemeindeoberbrandinspektor Volker Rapelius war ebenfalls vor Ort und mit dem Verlauf der Operation sehr zufrieden, denn er habe eine hervorragend vorbereitete Einsatzstelle vorgefunden: „Nur ein kleiner Kreis war in das geplante Szenario eingeweiht. Ich habe beobachtet, wie gut die Jungs in Stresssituationen reagieren. Es war ein schwieriger Einsatz, sehr realistisch aufgezogen, der mit höchstmöglicher Professionalität durchgeführt wurde.“ Stephan Läken bedankte sich im Namen der Kameraden bei Bauhofleiter Jörg Stork und seinem Mitarbeiter Marco Kramer für die Hilfe und Bereitstellung des Gebäudes sowie bei Helfern und Freunden, die die Aktion mit unterstützt haben.

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