Kein Jugendtreff in AWO-Tagesstätte
Schulausschuss: Auch Vereinsheim des SV Büren prüfen

Lotte -

Beschlossen hatte der Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur am Dienstagabend nach gut zweistündiger Diskussion nichts. Es gab allerdings auch nichts zu beschließen. Immerhin kam die Lotter Politik bei der Suche nach einer Alternative für den Jugendraum in der Bürener Regenbogenschule ein Stück voran.

Mittwoch, 17.04.2013, 17:04 Uhr

Mögliche Alternative für den Standort des Jugendtreffs: Das Vereinsheim des SV Büren (ehemals VfL Büren). Rechts im Hintergrund ist die Regenbogenschule.
Mögliche Alternative für den Standort des Jugendtreffs: Das Vereinsheim des SV Büren (ehemals VfL Büren). Rechts im Hintergrund ist die Regenbogenschule. Foto: Thomas Niemeyer

Das Fazit von Architekt Dangard Schubert, der den Auftrag hatte, eine Teilung der von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wersen genutzten Elly-Heuss-Tagesstätte zu prüfen, war glasklar: „Die Anforderungen des Jugendtreffs können dort nicht erfüllt werden; eine Investition ist daher nicht sinnvoll, zumal ein Anbau baurechtlich problematisch wäre.“

Hinter den „Anforderungen“ verbarg sich vor allem ein Raumbedarf von 100 Quadratmetern. Den stellte CDU-Fraktionschef Werner Schwentker als Antragsteller infrage, da der aktuell genutzte Raum der Offenen Ganztagsschule nebenan maximal 80 Quadratmeter umfasse, die zudem durch mehrere Tische samt Stühlen verstellt seien.

Schubert erläuterte, dass er pflichtgemäß den vorhandenen Raum und die Wünsche der Jugendpflege zugrunde gelegt habe. Er bat darum, vor weiteren Prüfaufträgen zunächst ein Raumprogramm festzulegen, damit die Beauftragten nicht im Trüben fischen müssten. Die Investition für einen An- und Umbau bezifferte er auf 185 000 Euro, ohne Anbau auf 45 000 Euro. Dennoch sprängen am Ende nur 45 Quadratmeter für den Jugendraum heraus.

SPD-Fraktionschef Thomas Giebel nannte es nicht sinnvoll, die ungute Situation in der Grundschule dadurch zu beseitigen, dass man Jugendliche und Senioren in einem Haus zusammenbringe und damit Probleme programmiere.

Er brachte erneut das Angebot des SV Büren ins Gespräch, den Jugendraum im Dachgeschoss seines Vereinsheims unterzubringen, zumal dort das Außengelände deutlich besser für die Jugend geeignet sei. Den Vorwurf von Friedel Glüder (Grüne), die SPD wolle vor allem ihre Klientel bei der AWO schonen, wies Giebel empört zurück.

Am Ende war sich der Ausschuss einig, dass alle denkbaren Möglichkeiten in der Schule, bei Elly Heuss und im SV-Heim unvoreingenommen geprüft werden sollten.

Unübersichtlich war die anschließende Debatte über Konsequenzen des geänderten Schulgesetzes für die Grundschulen in Büren und Wersen. Nachdem Schulrat Andreas Frede Ende Januar spätestens für das Schuljahr 2016/17 eine Entscheidung für notwendig erklärt hatte, welche von beiden einzügig werden sollte, hatte die CDU von der Verwaltung eine „Orientierungsvorlage“ gefordert.

Das, was Hauptamtsleiter Werner Borchelt nun an Zahlenmaterial vorlegte, empfand Friedel Glüder als so ungenügend, dass sie für die Grünen selbst eine solche Vorlage schrieb. Die wiederum wurde von Borchelt, vor allem aber von den drei Grundschulleiterinnen als ungeeignet kritisiert. Vieles sei unverständlich oder schlicht falsch, sagte Ilona Ballmann aus Büren.

Es sei grundsätzlich problematisch, hier Aussagen zu treffen, ohne zuvor mit den betroffenen Schulen gesprochen zu haben. Das aber sei vor November nicht sinnvoll, weil dann erst die Anmeldezahlen vorlägen, die regelmäßig stark von den Prognosen auf Grundlage der Geburtenzahlen abwichen.

Dem stimmte FDP-Fraktionschef Friedhelm Pösse ausdrücklich zu und brach damit die Jamaika-Phalanx auf: „In dieser Frage sollten wir auf die Verwaltung und auf die Schulen hören, weil die das erfahrungsgemäß am besten beurteilen können.“

CDU und Grüne mahnten aber weiter an, die Aussage des Schulrates ernst zu nehmen.

„Wir werden nicht Anbauten finanzieren auf einer Grundlage, die sich jedes Jahr völlig verändern kann“, appellierte Glüder. „Jetzt haben wir lange diskutiert und eigentlich nichts Neues dabei gefunden“, befand Thomas Giebel zum Abschluss der Debatte.

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