Gemeinschaftshauptschule unterrichtet Flüchtlingskinder aus Westerkappeln und Lotte
„Mammutaufgabe, die Spaß macht“

Westerkappeln/Lotte -

Der Status eines Auslaufmodells ist für die Gemeinschaftshauptschule (GHS) in Wersen mit einem immer kleiner werdenden Kollegium sicher schon herausfordernd genug. In dieser Phase ist die GHS von der Bezirksregierung Münster nun auch noch mit der Unterrichtung der Flüchtlingskinder betraut worden. „Das ist eine Mammutaufgabe“, sagt Schulleiterin Annette Ohlig. „Aber es läuft gut.“

Montag, 18.04.2016, 15:04 Uhr

Über 30 Flüchtlingskinder werden derzeit an der Gemeinschaftshauptschule in Wersen unterrichtet. Dabei haben es die Lehrer in puncto Bildungsvoraussetzungen mit einer großen Bandbreite zu tun.
Über 30 Flüchtlingskinder werden derzeit an der Gemeinschaftshauptschule in Wersen unterrichtet. Dabei haben es die Lehrer in puncto Bildungsvoraussetzungen mit einer großen Bandbreite zu tun. Foto: dpa

272 Schülerinnen und Schüler aus Westerkappeln und Lotte besuchen die GHS zurzeit. Unter ihnen seien aktuell 32 Migrantenkinder, berichtete Ohlig jetzt in einer Sitzung der Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Lotte-Westerkappeln. Die Kinder kämen aus Syrien, dem Irak, dem Libanon und „kreuz und quer aus Europa“, sagt die Schulleiterin.

Dass die Flüchtlingskinder alle in Wersen beschult werden sollen, habe die Bezirksregierung erst im Januar mitgeteilt, ergänzt Bettina Weiss , Leiterin der Realschule Westerkappeln. Ihre Kollegin an der GHS muss seitdem Ressourcen freischaufeln, wo es geht. Für die Schüler mit Deutsch als Fremdsprache (DaF) habe sie einen Personalansatz von 0,8 Stellen. Damit sind die 45 DaF-Stunden in der Woche nicht zu schultern. „Wir kompensieren das mit Kollegen aus anderen Fächern“, erläutert Ohlig. Derzeit seien vier Lehrerinnen damit beauftragt.

Erforderlich sei auch entsprechendes Unterrichtsmaterial, das aus dem vorhandenen Budget finanziert werde. „Das muss gehen“, erklärt Ohlig.

Bei den Flüchtlingskindern hätten es die Lehrer, was die Bildungsvoraussetzungen der Schüler angeht, mit einer großen Brandbreite zu tun. „Wir haben Kinder dabei, die wir alphabetisieren müssen. Einige haben das nicht einmal in ihrer Muttersprache gelernt“, sagt Ohlig und erzählt die Geschichte von dem Jungen aus dem im syrischen Bürgerkrieg schwer umkämpften Aleppo, wo es zuletzt gar keine Schule mehr gegeben habe. „Man hört viele Bewegende Sachen. Wenn sie in die Augen der Kinder gucken, sehen sie, dass dahinter Geschichten stecken.“ Viele Kinder könnte ihre schrecklichen Erlebnisse aber nicht versprachlichen.

Die Arbeit mit den Flüchtlingen sei anstrengend, „aber sie macht Spaß“, betont Annette Ohlig. Ihr Kollegium sei auch sehr motiviert bei der Sache. Und dieser Einsatz trägt offensichtlich Früchte. Vier Flüchtlingskinder seien bereits ans Kardinal-von-Galen-Gymnasium nach Mettingen gewechselt. „Das zeigt auch die Qualität der Kollegen, die das machen“, lobt die GHS-Leiterin.

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