Mann aus Lotte wegen Hehlerei verurteilt
Gestohlenes Auto weiterverkauft

Lotte/Tecklenburg -

Wegen Hehlerei, versuchten Betrugs und Kennzeichenmissbrauchs hat das Amtsgericht Tecklenburg jetzt einen Mann aus Lotte zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte ein gestohlenes Auto weiterverkauft.

Dienstag, 03.05.2016, 17:05 Uhr

 
  Foto: dpa

Wegen Hehlerei, versuchten Betrugs und Kennzeichenmissbrauchs hat das Amtsgericht Tecklenburg jetzt einen Mann aus Lotte zu einer Geldstrafe von 1650 Euro verurteilt. Die Höhe errechnete sich aus 55 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Der 36-Jährige hatte eingeräumt, ein Fahrzeug ohne gültige Papiere gekauft und es über einen Online-Marktplatz zum Verkauf eingestellt zu haben. Das nach seinen Worten „schlechte Bauchgefühl“, das er bei den Transaktionen gehabt haben will, hinderte ihn nicht daran, den Wagen für die Fahrt zur Übergabe an einen Käufer auch noch mit einem falschen Kennzeichen auszustatten.

Dort flog die Sache auf, weil der potenzielle Käufer ebenfalls ein schlechtes Gefühl hatte. Eine Nachfrage bei der Polizei ergab, dass das Fahrzeug gestohlen war.

Etwas Licht in die dunkel wabernden schlechten Bauchgefühle brachte der Mann, der dem Lotter das Auto verkauft hatte: „Ich habe das Auto während eines Hafturlaubs an mich genommen“, sagte der Mann, der dem Angeklagten den Wagen verkauft hatte und zu dieser Verhandlung aus der Haft vorgeführt wurde. Dabei bestätigte er die Angaben des Mannes aus Lotte: Er habe ihm versichert, dass er der Besitzer des Autos sei. Die fehlenden Papiere habe er damit begründet, dass es auf den Namen seines Vaters zugelassen sei, der sich im Urlaub befinde. War der angeklagte Lotter also weniger Täter, sondern eher ein nur zu gutgläubiges Opfer ?

Der Richter sah es anders: „Die Geschichte, die Sie sich haben erzählen lassen, ist, mit Verlaub gesagt, schon für einen Laien nicht glaubhaft“, wunderte sich der Richter, dass der Lotter, der mit Autos handelt, keine Lunte gerochen haben will. „Es hätte ja doch richtig sein können“, versuchte der Angeklagte vergeblich, sich aus der Affäre zu ziehen.

Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht, dass der Mann keine Vorstrafen hatte, die Vorwürfe eingeräumt und selber einen wirtschaftlichen Schaden erlitten hatte. „Und wenn Sie demnächst wieder mal ein Auto kaufen, nicht ohne Papiere“, warnte der Richter den 36-Jährigen.

Der gab sich dann auch einsichtig: „Es tut mir leid, wie das alles gelaufen ist“, sagte der Lotter vor Gericht.

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