Schnelles Internet
Eine Frage der Datenmengen

Lotte/Westerkappeln -

Nachdem die Deutsche Glasfaser auch in den Gemeinde Lotte und Westerkappeln aktiv geworden ist, finden Bürger vermehrt Angebote anderer Unternehmen in den Postkästen, die höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten als die bislang von ihnen bereitgestellten anbieten. In der Regel auf Basis der VDSL-Technik.

Donnerstag, 02.06.2016, 18:06 Uhr

Was ist besser? Glasfaser oder Kupfer? Das ist die entscheidende Frage beim Breitbandausbau auch in Lotte. Hier der Blick in einen Glasfaserverteiler.
Was ist besser? Glasfaser oder Kupfer? Das ist die entscheidende Frage beim Breitbandausbau auch in Lotte. Hier der Blick in einen Glasfaserverteiler. Foto: Mareen Fischinger

DSL, das sind – vereinfacht dargestellt – Kupferleitungen, die in einen Kabelverzweiger gehen und von dort aus als Kupferleitungen die jeweiligen Haushalte versorgen. „Alle normalen DSL-Techniken basieren auf Kupfer. Das ist begrenzt in den technischen Möglichkeiten. Viel mehr als 100 Megabit je Sekunde (Mbit/s, Red.) herunterzuladen ist nicht möglich. Beim Hochladen ist die Geschwindigkeit von etwa 40 Mbit/s das Maximum“, erklärt Experte Thomas Schulte , Geschäftsführer des Lotter Unternehmens „Bits&Bytes“. Beim normalen DSL-Anschluss betrage die maximale Übertragungsgeschwindigkeit 16 Mbit/s Download und 1 Mbit/s Upload (16/1). „Je weiter jemand von einem Kabelverzweiger – das sind die meist grauen Kästen an Straßen – entfernt wohnt, umso geringer ist das Datenvolumen, das bei ihm ankommt und das er wegschicken kann“, sagt Schulte.

Die aktuell häufig beworbene VDSL-Technik bietet da schon mehr: Glasfaserleitungen erreichen den Kabelverzweiger und werden an die Kupferleitungen angeschlossen (Vectoring). Möglich sind Geschwindigkeiten von 100/20 Mbit/s.

Wer derart versorgt wird, ist häufig zufrieden mit seiner Internetverbindung. So wie zum Beispiel Christian Vierow aus Alt-Lotte. Bei ihm seien über VDSL derzeit rund 50 Mbit/s Down- sowie 10 Mbit/s Upload möglich, was aus seiner Sicht völlig ausreicht. Weiterhin betont er, nicht unbeachtet zu lassen, dass mit der VDSL2-Technik Datenraten bis zu 200 Mbit/s aus dem Netz möglich sind. Aber auch hiermit wären nur bis zu 40 Mbit/s Upload möglich. Etwas anders ist es bei Haushalten, die über Fernsehkabeltechnik ins Internet kommen. In Lotte versorgt Unitymedia einen Teil der Haushalte mit Internet und Telefon, indem ein Teil der Kupferdrähte des Koaxialkabels uploadfähig gemacht wurde. Möglich sind derzeit bis zu 400/20 Mbit/s. „Auch hierbei geht Glasfaser zum Verteiler, von wo aus ein hochwertigeres Kupferkabel die heimische Versorgung übernimmt“, erklärt Schulte.

Leistung je Leitung

Durch Kupferleitungen reisen die Daten als elektrische Impulse. Auch bei denen mit Vectoring, das wechselseitige Störungen der Leitungen unterdrückt, nimmt die Leistung mit jedem Meter ab. Wer zu weit entfernt von einem Kabelverzweiger wohnt, hat meist keine Breitbandversorgung mehr. Der Upload ist wesentlich langsamer als der Download, also asymmetrisch. Für Glasfaserleitungen wird geschmolzenes Glas zu dünnen Fäden gezogen. Die Übertragung erfolgt durch optische Signale. Diese Technik ermöglicht schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten und ist unempfindlicher, beispielsweise gegenüber magnetischen und elektrischen Störfeldern. Die Datenübertragung über längere Strecken erfolgt ohne Geschwindigkeits- und Qualitätsverluste in beide Richtungen, also symmetrisch.

...

Die Datenmengen, die aus dem Netz „abgezapft“ werden, steigen stetig. „Das Fernsehen ist mittlerweile der ausschlaggebende Faktor. Verbraucher rufen unglaublich große Datenmengen ab. Dafür braucht man gute Internetleitungen“, betont der IT-Experte. Durch immer höhere Bildschirmauflösungen würden auch die Datenmengen größer, wie sie etwa aus den Mediatheken heruntergeladen werden. Dieses sogenannte Streaming bewegt sich schnell im Bereich von Gigabit/s.

Derzeit konkurrenzlos ist die Versorgung mit Glasfaserleitungen, die bis ins Haus gelegt werden. Die Datenübertragung ist schneller und nahezu verlustfrei – egal, wie weit jemand vom Glasfaserverteiler entfernt angeschlossen ist. Die Glasfasertechnik macht zudem eine symmetrische Versorgung, beispielsweise mit 100 Mbit/s im Down- und Upload möglich. Für Thomas Schulte ist das die Zukunftstechnologie für private und gewerbliche Nutzer. Allerdings ist der Ausbau teuer, teurer als die Erweiterung des bestehenden Netzes mit Kupferkabeln.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4051455?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F4849613%2F4849620%2F
Nachrichten-Ticker