Interreligiöser Dialog
„Religiöser Dialog ist wichtig“

Lotte-Wersen -

Es war ein besonderer Seniorennachmittag, zu dem Pfarrerin Jutta Kiquio am Sonntag eingeladen hatte. Dua Zeitun aus Osnabrück, Muslima und Studentin der islamischen Theologie, war zu einem interreligiösen Dialog nach Wersen gekommen.

Mittwoch, 21.09.2016, 05:09 Uhr

Interreligiösen Dialog: Ute Döhlemeyer, Referentin Dua Zeitun und Pfarrerin Jutta Kiquio sorgten für einen spannenden Seniorennachmittag.
Interreligiösen Dialog: Ute Döhlemeyer, Referentin Dua Zeitun und Pfarrerin Jutta Kiquio sorgten für einen spannenden Seniorennachmittag. Foto: Erna Berg

Zum Einstieg in den interreligiösen Dialog zwischen Christen und der Muslima las sie einen Bibeltext und Ausschnitte aus Lessings „Nathan, der Weise“. Über den Islam zu sprechen war Pfarrerin Kiquio ein besonderes Anliegen, wie sie sagte, weil viele Flüchtlinge in der Gemeinde wohnen, im Gemeindehaus Deutsch lernen, einige im Gottesdienst präsent sind und zwei sich haben taufen lassen. Wichtig sei es ihr, dass nicht nur Schwarz und Weiß gedacht oder an Stammtischparolen festgehalten werde, sondern dass die Menschen in Dialog miteinander treten.

„Ich bin eine deutsche Muslima, gebürtig aus Aachen, meine Eltern kommen aus Syrien “, stellte die Referentin sich vor. Sie kennt Syrien nach eigenen Worten nur aus dem Urlaub in Friedenszeiten, arbeitet in einer katholischen Bildungseinrichtung in Oesede, gründete den Verein „Myjos“ (Muslimische Jugendcommunity Osnabrück ), hat drei Kinder im Alter von 16, 14 und 12 Jahren und ist geschieden.

„Alle drei Monotheisten, Juden, Christen und Muslime , haben Abraham als Urvater ihres Glaubens. Wir haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, aber wir müssen mit den Unterschieden umgehen können und respektieren, dass man auch anders glauben kann. Wichtig ist der religiöse Dialog, um Ängste und Vorurteile auf allen Seiten abzubauen, um ein friedliches Miteinander leben zu können. Wir können die Welt nicht retten, aber dort, wo wir leben, für Frieden sorgen“, betonte Dua Zeitun . Sie selbst habe einen Einblick in christliche Jugendarbeit gewonnen und jüdische Gemeinden besucht. „Ich bin sehr entspannt, was Diskussionen angeht. Bitte fragen Sie, es gibt keine dummen Fragen“, ermunterte sie die Zuhörer.

Die Fragen bezogen sich auf Kopftuch, Nikab und Burka. „Wir Muslime haben Offenbarungsschriften. Der Koran ist Gottes Wort. Es ist ein Gebot, kein Symbol, dass wir unsere Haare bedecken, aber das Einhalten ist keine Grundlage, um als Muslima anerkannt zu sein. Ich habe mich entschieden, es zu tragen, weil es ein Gebot ist“, betonte sie. Eine Frau sollte ihren Haarschmuck bedecken in Anwesenheit von Männern. Ausgenommen sind Ehemann und bestimmte männliche Verwandte. Doch das Tragen eines Kopftuches dürfe nicht aus Zwang geschehen. Es gebe sicherlich Frauen, die dazu genötigt würden, aber man solle nicht verallgemeinern, denn auch im Islam hätten die Frauen sich weiterentwickelt.

Pfarrerin Kiquio sagte, dass Menschen manchmal Angst empfänden und Kopftuchträgerinnen als gefährlich ansähen, sie sogar mit Terror verbinden. „Sie werden damit stigmatisiert, und das ist schlimm.“

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