Fasanenhof
Investor für Sauna gesucht

Lotte-Wersen -

Das „Tennessee Mountain“ läuft. Doch was wird aus der Sauna neben dem amerikanischen Restaurant? Der Eigentümer Bernhard Dransmann will das ganze Gebäudeensemble samt 8000-Quadratmeter-Grundstück mit altem Baumbestand verkaufen.

Sonntag, 25.09.2016, 16:09 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen: Poolbereich und Saunagarten des Fasanenhofs mit dem vorletzten Pächter Ulf Riemann.
Ein Bild aus besseren Tagen: Poolbereich und Saunagarten des Fasanenhofs mit dem vorletzten Pächter Ulf Riemann. Foto: Erna Berg

Das „ Tennessee Mountain“ läuft. Doch was wird aus der Sauna neben dem amerikanischen Restaurant ?

Der bislang letzte Pächter, Boris Wolf, hat schon nach zwei Monaten das Handtuch geworfen. Und der Georgsmarienhütter Eigentümer Bernhard Dransmann will das ganze Gebäudeensemble samt 8000-Quadratmeter-Grundstück mit altem Baumbestand verkaufen.

Auf Nachfrage betont er, dass er nach wie vor einen Käufer dafür sucht: „Von Mietern habe ich die Nase voll“, sagt er. Wobei er ausdrücklich betont, dass sich dies nicht auf den Tennessee-Mountain-Wirt Michael Kreienbrink beziehe, der seit 20 Jahren immer pünktlich seine Miete zahle. Aber von einigen der insgesamt vier Saunapächter in den vergangenen neun Jahren sei er nach den ersten Monatsmieten hingehalten worden. Zum Teil seien nicht einmal die Nebenkosten bezahlt und sogar noch Inventar gestohlen worden.

Dransmann berichtet auch, dass er immer noch von Stammkunden darauf angesprochen werde, ob die Sauna denn irgendwann wieder eröffnet werde. Doch dafür müsste kräftig in die Modernisierung der Saunatechnik investiert werden. Dazu hat der Eigentümer, der erst vor sechs Jahren knapp 200 000 Euro in den Fasanenhof gesteckt und unter anderem ein Dampfbad und eine Erdsauna hatte einbauen lassen, keine Lust: „Ich bin mehr in Richtung Südkreis orientiert“, erklärt er. Und macht keinen Hehl daraus, dass es ihm am liebsten wäre, wenn Michael Kreienbrink den gesamten ehemaligen Hof kaufen und auch die Sauna übernehmen würde: „Der Mietvertrag fürs Tennessee Mountain läuft bis Ende 2017“, sagt er und berichtet auch, dass er mit dem Wirt im Gespräch sei, der sich aber den Saunabetrieb nicht ans Bein binden wolle. Er habe sich außerdem schon eine ganze Weile nicht mehr gemeldet.

Vielleicht, so hofft Dransmann, der den Fasanenhof aber auch nicht über einen Makler anbieten will, finde sich ja auch ein anderer solventer Kaufinteressent, der sich aber darüber im Klaren sein müsse, dass er etwa noch einmal so viel wie den Kaufpreis investieren müsse. Aus dem macht er kein Geheimnis: Für „um die 400 000 Euro“ würde er den Gesamtkomplex einschließlich Restaurant mit Biergarten veräußern.

Michael Kreienbrink, der noch ein zweites American Restaurant gleichen Namens in Münster betreibt, bestätigt auf Anfrage, dass er durchaus Interesse daran hat, mit dem Tennessee Mountain in Wersen zu bleiben. „Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass wir das kaufen werden“, sagt er und verweist auf eine inzwischen abgeschlossene Betriebsprüfung, die ihn bisher davon abgehalten habe, sich damit zu beschäftigen. „Ich denke, dass wir uns da einigen“, ist er in Bezug auf die Verhandlungen mit dem Eigentümer optimistisch.

Aber: „Die Saunageschichte hat sich überlebt“, betont der Gastronom, „die Besucherzahlen waren in den letzten Jahren rückläufig, die Stammgäste sterben weg.“ Obendrein seien die Energiekosten drastisch gestiegen und die Konkurrenz inzwischen so groß, dass damit kein Geld mehr zu verdienen sei.

Auch die Renovierung vor sechs Jahren habe keine Trendwende gebracht.

„Ich habe keine Lust, mich da zu verheben“, so Kreienbrink. Er verweist auch auf die problematische Lage des Grundstücks im Überschwemmungsbereich der Düte. Denkbar sei für ihn aber, den großen Garten mit dem idyllischen Altbaumbestand und die ehemalige Saunagastronomie zu nutzen, um ein Zusatzangebot für den Aufenthalt von Restaurantgästen nach dem Essen oder auch unabhängig davon zu schaffen.

Dafür müsse aber der Pool weg; was mit dem Teich passiere, müsse man dann sehen. „Es wäre schade für das Tennessee Mountain, wenn wir da rausmüssten“, sagt der Wirt, stellt aber klar: „Kommt da ein Puff rein, werden wir auf keinen Fall weitermachen.“

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