Lotter Feuerwehr trainiert den Ernstfall
Vermissten gefunden, Verletzte versorgt

Lotte -

Vier Fahrzeuge sind an Alt-Lottes Daimlerstraße ineinander gefahren. Es gibt nach dem Crash drei Verletzte, drei Personen unter Schock und einen Vermissten. Die gute Nachricht: Es war nur eine Übung.

Mittwoch, 28.09.2016, 15:09 Uhr

Lagebesprechung: Nach dem Eintreffen der Feuerwehrleute muss der Einsatz koordiniert werden.
Lagebesprechung: Nach dem Eintreffen der Feuerwehrleute muss der Einsatz koordiniert werden. Foto: Ursula Holtgrewe

Marcus Prinz , Christian Wentzel und das TRT (Technisches Rettungs-Team) hatten das Drehbuch für die Übung geschrieben. Die Löschzüge Alt-Lotte und Wersen hatten ohnehin Übungsabend und wussten, dass sie ihre Kenntnisse beweisen sollten. Wo und vor allem was auf sie zukommen wird, wussten nur Marcus Prinz, Christian Wentzel, TRT-Mitglied Bastian Bartels und eine Handvoll Eingeweihte.

Kurz nach 20 Uhr: Die Löschzüge erhalten die Einsatzorder: „Verkehrsunfall Daimlerstraße, bewusstlose Person, unklare Lage“. Die Alt-Lotter Helfer mit Einsatzleiter Thorsten Brinkmann sind rasch vor Ort und machen sich mit der Situation vertraut.

Das geschah laut Drehbuch: Bei einem privaten Rennen haben sich die Fahrzeuge abgedrängt und sind vor dem Unternehmen Titgemeyer – es ist einmal mehr Kooperationspartner der Wehr – zum Stehen gekommen. In einem Pkw sitzt eine leblose Person (Dummy); in einem anderen eine nach einem Schock schläfrige Fahrerin (Katja Rahe), im Fonds deren Tochter (Franziska Wedemeyer). Unter dem dritten Pkw liegt eine eingeklemmte Person mit Beckenfraktur (Dummy).

Der Fahrer reagiert auf Ansprache, steht vermutlich unter Schock und hört wegen lauter Musik nichts und reagiert nicht. Aus dem Gerätewagen-Gefahrgut (kein Hinweis am Heck, also ohne keine gefährliche Ladung) ist der Vater als Fahrer verschwunden, seine Tochter (Alina Weber) hat sich unter eine Laterne ins Dunkle gesetzt.

Diese findet Henry Rapelius und kümmert sich um sie. Rafael Rohatsch hat sich zu dem eingeklemmten Verletzten gekauert. Nils Gebauer nimmt Kontakt auf zur Fahrerin und erklärt geduldig, was er machen wird. Kristof Kuprian steht vor dem Musik-Wagen und hält Kontakt zum Fahrer (Kevin Hartung).

Gegen 20.30 Uhr: Der Löschzug Wersen mit HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug), MLF (Mittleres Löschfahrzeug) und ELW (Einsatzleitwagen) kommt mit rund 20-minütiger Verspätung an. „Es gab Probleme mit der Schranke“, berichtete Stefan Läken. Später sieht Wentzel das bestätigt, weil ein Fahrzeug der Bahn an dem Bahnübergang steht. Im Ernstfall könnte eine derartige Verspätung fatale Folgen haben. „Das ist bedauerlich, aber solche Probleme bestehen seit geraumer Zeit tagsüber genauso, weil nicht alle Einsatzkräfte sofort ihre Arbeit verlassen können“, betonte Wentzel.

Einsatzleiter Thorsten Brinkmann gibt den Wersener Kameraden einen Überblick. Die Geräteablage wird bestückt, unter anderem mit Trage, sowie der schweren Rettungsschere und dem -spreizer.

Brandan Wheeler versucht derweil, den bewusstlosen Fahrer wiederzubeleben. Es gilt, den Verletzten schnell zu retten. Das gelingt nur durch die Heckklappe. Kurzerhand wird mit dem Spreizer die Scheibe eingeschlagen. Dann die Meldung: „Der Vermisste ist orientierungslos im Ort gefunden worden.“ Der Notarzt (Feuerwehrmann Thomas Wietheger) ist inzwischen eingetroffen. Die Rettungsarbeiten gehen voran.

21.10 Uhr: Nach einer Stunde ist das Ziel der technischen Hilfeleistung nahezu erreicht. Fast alle Personen sind gerettet beziehungsweise kurz davor, dem Arzt übergeben zu werden. Marcus Prinz, Christian Wentzel und Bastian Bartels sind grundsätzlich zufrieden. „Auch als Übungsveranstalter lernt man dazu. Beispielsweise beim Einsatz von Geräten. Mit dem Spreizer die Scheibe einzuschlagen war eine gute Idee. Bei dieser Crash-Rettung haben alle schnell gearbeitet“, anerkannte Bastian Bartels am Einsatzort.

Ein Gesamtfazit zog am Dienstag Christian Wentzel: „Wir haben Wert darauf gelegt, dass Kameraden mit Geräten umgehen, die diese nicht so oft einsetzen. Es gab viele Gegebenheiten, die gut gelaufen sind, aber auch einiges, auf das wir in der Ausbildung mehr eingehen müssen. Daher haben wir mit der Übung jedenfalls unser Ziel erreicht.“

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