Hermann Landwehr filmt rund 40 Jahre für Osterberger Schützen
Bewegte Erinnerungen

Alt-Lotte -

Alte Fotos sind prima, Filme häufig noch besser, um in Erinnerungen zu schwelgen. Das gilt seit mehr als vier Jahrzehnten auch für den Schützenverein Osterberg. Für einen umfangreichen Fundus an Bildmaterial sorgte Hermann Landwehr, ein Schützenbruder, der sein Hobby jahrelang gern in die Dienste des Vereins stellte.

Freitag, 07.10.2016, 19:10 Uhr

Digitale Technik vereinfacht das Erstellen von Filmen auch über Vereinsfeiern, schätzen Siegfried Schirmbeck (von links), Hermann Landwehr und Stefan Kunz.
Digitale Technik vereinfacht das Erstellen von Filmen auch über Vereinsfeiern, schätzen Siegfried Schirmbeck (von links), Hermann Landwehr und Stefan Kunz. Foto: Ursula Holtgrewe

„Ich bin 1970 mit dem Filmen angefangen. Damals gab es noch das Schmalfilmsystem Super 8. Das kam seinerzeit fürs private Filmen in Mode“, blickte Hermann Landwehr 46 Jahre zurück. Seinerzeit konnte man mit einer Super 8-Kassette je 3,5 Minuten aufnehmen. Sie kosteten zirka je 10 D-Mark. „Fünf bis sieben Kassetten brauchte ich je Anlass“, erinnert sich Landwehr.

Die schickte er ein zum Entwickeln. Zuhause standen ein Laufbildbetrachter und ein Schneidegerät, quasi ein eigener „Schneideraum“. Die Endfassung eines Films lag in den Händen des Kameramanns. „Dafür habe ich schon etliche Stunden je Film gebraucht“, erinnert sich Landwehr schmunzelnd an die Handarbeit des Zusammenschnitts.

Als technische Weiterentwicklung kamen in den 1980er Jahren Filme mit Tonspur dazu. „Der Ton war schon richtig gut. Das lag auch daran, dass ich auf ein gutes Richtmikrofon an der Kamera Wert gelegt habe. Damit wurden auch Gespräche gut hörbar“, erklärt Landwehr.

Später kamen VHS-Kassetten auf den Markt, die er gleichfalls mit historischen Osterberger Filmdokumenten bespielte. Als die digitale Technik Einzug hielt, gehörte rasch eine Digi-Cam zu seiner Ausstattung. „Mit dem digitalen Filmen habe ich etwa in 1992 angefangen. Ich habe weiterhin auf Kassetten überspielt. CDs habe ich nie gemacht, wohl aber Filme ausgeliehen“, schildert er.

Hermann Landwehr hat viele Jahre lang jedes Schützenfest gefilmt und damit bewegte Erinnerungen auch an mittlerweile leider verstorbene geschätzte Schützenbrüder und -schwester auf Filmbändern archiviert.

„Hermanns Filme haben wir im Schützenhaus meistens nach den Generalversammlungen im Januar angeschaut. Mit Fotos und Filmen hat sich Hermann immer viel Arbeit gemacht“, sagt Ehrenpräsident Siegfried Schirmbeck dankbar.

Käuflich zu erwerben gab und gibt es die Filme von Osterberger Historie und Aktuellem nicht. Auch nicht vom 125-Jährigen. Eine Präsentation von Fotos und Filmsequenzen erinnerte jüngst an das stimmungsvolle Jubiläum mit Benefizkonzert , Festakt mit vielen beteiligten Vereinen und familiärem Treiben auf dem Klausberg neben dem Schützenhaus. Das ließ sich die Osterberger Schützenfamilie nicht entgehen.

„Heute kann man viel auf einem Laptop machen. Früher brauchte man zusätzlich vernünftige Geräte, musste warten, bis die Filme entwickelt waren und diese dann zusammenschneiden“, sagt Hermann Landwehr.

Gleichwohl ist es noch immer erforderlich, das Bildmaterial zu sichten und für einen Vortrag zusammenzustellen. Auch dafür ist es erforderlich, so manch eine Freizeitstunde zu investieren.

„Ich habe Jubiläumsbilder von sechs Fotografen bekommen und einige Filmaufnahmen“, berichtet Stefan Kunz . Er fügte auf dem Laptop für das Erinnerungsdokument 1200 Bilder aneinander plus Filmesequenzen und bereitete sie für die Präsentation auf. Rund eineinhalb Stunden an das sonnige Jubiläum mit feierfröhlichen Gästescharen bei den abendlichen Partys entstanden so.

Zusätzlich mischte Kunz passende Musik unter die Bilder. Rund 30 Stunden kamen zusammen. Es hatte sich gelohnt. Der Regisseur der Endfassung mit 12 Gigabyte Größe freute sich über herzlichen Applaus und anerkennende Worte. „Die passen auf keine DVD“, meint Kunz.

Hermann Landwehr verfolgte aufmerksam die Jubiläumspräsentation und freute sich an den gelungenen Aufnahmen: „Ich finde es gut, dass es der jungen Generation wert ist, weiterzumachen mit Filmen und Fotografieren“.

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