Rescue-Team hebt ab
Auf nach Brasilien

Lotte -

Am Montag startet das Technical Rescue Team der Feuerwehr Lotte vom FMO. Ziel: die Weltmeisterschaft.

Samstag, 15.10.2016, 11:10 Uhr

Julian Birkenkämper ist eines von sechs Mitgliedern des Rettungsteams, das am Montag abhebt.
Julian Birkenkämper ist eines von sechs Mitgliedern des Rettungsteams, das am Montag abhebt.

Am Montag hebt das Technical Rescue Team (TRT) der Feuerwehr Lotte ab zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien . Der erste Flug startet am FMO, weiter geht’s von Frankfurt über Sao Paulo zum Ziel. Abheben wird das Team aber nur im und per Flugzeug. Denn Bastian Bartels, Florian Feist , Janec Hofer, Julia Brüske , Nils Gebauer und Julian Birkenkämper wissen, dass ihnen eine große Herausforderung bevorsteht und viele Unterstützer in der Heimat die Aufregung mit ihnen teilen. Hin- und Rückreise dauern jeweils etwa 24 Stunden.

Damit sie auf keinen Fall den ersten Flug um 18.35 Uhr verpassen, treffen sich alle schon Stunden zuvor in der Wache an der Bergstraße, um die Wettkampfausrüstung und Feuerwehrkleidung einzupacken. „Glück haben wir, dass die hydraulischen Rettungsgeräte und das Abstützsystem vorausgeschickt werden und damit die ganzen Zollangelegenheiten erledigt sind“, freut sich Feist, gelernter Industriemechaniker.

Vorbereitet haben sie sich gründlich, immer wieder durch Wettkampfszenarien in Lotte und durch die Teilnahme an der Englischen Meisterschaft. „Das war eine gute Möglichkeit, noch einmal die Wettkampfklasse Complex (30 Minuten, zwei Unfallopfer) zu üben, die auch in Brasilien zu den Aufgaben gehört“, berichtet Sicherheitsfachkraft Bastian Bartels. Etliche Autowracks haben ihnen dabei einen letzten Übungsdienst erwiesen.

Alle Team-Mitglieder sind gegen Influenza und Hepatitis A und B geimpft. Auch ihre – englischen – Vokabelkenntnisse haben sie aufgefrischt.

Die Positionen werden genauso wie bei der Deutschen Meisterschaft, die das Lotter Team gewann, besetzt: Bastian Bartels ist Captain, Florian Feist und Julian Birkenkämper fungieren als „Tool“ (Werkzeugführer), Janec Hofer (Rettungsassistent von Beruf) übernimmt den medizinischen Part: „Hierbei kümmere ich mich um den Patienten, versorge ihn und leite im Anschluss die Rettung des Verunfallten.“

Julia Brüske, Controllerin im Krankenhaus, und Nils Gebauer, Kfz-Mechatroniker, sind als „Safety“ für die Sicherheit zuständig. Julia übernimmt auch als zweiter Medic Verantwortung.

Am Mittwoch startet die Weltmeisterschaft mit der Eröffnungsfeier und schließt am Sonntag mit der Schlusszeremonie. In Brasilien wird das Lotter Team bekannte und befreundete Kameraden wiedertreffen – wie das Team aus Hampshire in England oder die Luxemburger.

Ohne Sponsoren wäre die WM-Teilnahme nicht möglich. „Es ist für jeden von uns ein Traum, an diesem Event teilzunehmen“, bedankt sich Feist. „Kameraden, Familie und die Gemeinde stehen voll und ganz zu dieser Aktion, und die meisten würden am liebsten mitfliegen“, sagt Bartels.

Jeder wird aber auch einen finanziellen Eigenanteil tragen. „Ohne diesen hätten wir ein schlechtes Gewissen. Wir sind sehr bescheiden und selbstkritisch, und das war für uns auch das erste Kriterium bei der Reise“, betont das Team.

Die Vorfreude sei groß, sagt Julia Brüske. Die Aufregung komme wahrscheinlich kurz vor dem Start in Wersen. Mit den fünf Jungs komme sie bestimmt gut zurecht: „Ich kenne sie und ihre Eigenheiten jetzt ja schon fünf Jahre und weiß damit umzugehen. Und ich kann mich darauf verlassen, dass die Männer gut auf mich aufpassen.“

Welche Wünsche und Hoffnungen verknüpfen die Teammitglieder mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft?

Julia freut sich darauf, andere Teams und deren Arbeitsweisen kennenzulernen. Janec hofft auf neue Erfahrungen und Lehrreiches in der Unfallrettung. Für Florian ist es ein großer Reiz, überhaupt an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, Neues zu sehen und dabei den Blick über den Tellerrand zu wagen, sich auszutauschen und alte Bekannte wiederzusehen: „Das ist wie ein großes Familientreffen, auf das man sich riesig freut.“ Er rechnet damit, dass die größte Aufregung ein paar Minuten vor dem Wettkampf kommt, „wenn man noch einmal in sich geht und alle eventuellen Abläufe abgleicht mit schon erlebten Szenarien.“

Julian, persönlicher Pflegeassistent eines Rollstuhlfahrers, möchte ebenfalls viel lernen und natürlich Deutschland optimal vertreten. Aufgeregt? „Ja! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir wirklich fliegen!“

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