Straßenkunde: Klöckner zog Fäden bei der Entstehung der Bürener Siedlung
Neue Heimat auf Industriebrache

Lotte-Büren -

Wer vom Bürener Strotheweg in Richtung Berliner Platz abbiegt, der befindet sich auf der Richard-Eberlein-Straße. Woher kommt der Name ?

Samstag, 29.10.2016, 09:10 Uhr

Viel zu tun: vom Brachland zur erschlossenen Siedlung brauchte es viel Einsatz.
Viel zu tun: vom Brachland zur erschlossenen Siedlung brauchte es viel Einsatz. Foto: Repro: Astrid Springer

Wer vom Bürener Strotheweg in Richtung Berliner Platz abbiegt, der befindet sich auf der Richard-Eberlein-Straße . Woher der Name kommt, dazu gibt das Internet wenig her, lediglich ein Verweis auf einen ehemaligen tierärztlichen Hochschuldirektor Berlins findet sich hier. Tatsächlich handelt es sich bei dem Geehrten allerdings um eine lokale Person.

Der hier gemeinte Richard Eberlein war nämlich in den Nachkriegsjahren kaufmännischer Direktor der Klöckner Werke AG. Das Stahlwerk benötigte seinerzeit viele Arbeitskräfte, brauchbarer Wohnraum war jedoch knapp, teils wohnten die Arbeiter in provisorischen Unterkünften auf dem Betriebsgelände.

Aller Anfang war eine Baubude: Hier wurde das Arbeitsgerät gelagert.

Aller Anfang war eine Baubude: Hier wurde das Arbeitsgerät gelagert.

Dieser Misere wollte Eberlein abhelfen, unterstützt wurde er dabei von seinem Arbeitsdirektor Ernst Lück . Bei der Suche nach einem geeigneten Gelände kam man auf die ehemaligen Klärteiche der Piesberger Steine-Industrie. Eberlein sorgte dafür, dass das Gelände zu Bauland wurde und hob die Bürener Siedlung aus der Taufe.

Mit der Landgewinnung folgte für die Neusiedler eine arbeitsreiche Zeit: nach den Schichten im Werk wurde im wüsten Ödland geschuftet, der Pflanzenbewuchs musste weg, Zuwege planiert und Leitungen verlegt werden. „Wir mussten jeder 1000 Pflichtstunden ableisten“, berichtet der heute 84-jährige Hans-Joachim Bujak.

Die Bürener Siedler bekamen 1954 eine Schule

Die Bürener Siedler bekamen 1954 eine Schule

Für die Erschließung wurde 1950 eine Baubude errichtet, Loren dienten als Transportmittel. Mit viel Fleiß ging der Siedlungsbau zügig voran, nach einem dreiviertel Jahr konnten im Frühjahr 1951 die ersten Richtfeste gefeiert werden.

Blick in die Richard-Eberlein-Straße heute.

Blick in die Richard-Eberlein-Straße heute. Foto: Astrid Springer

Werksdirektor Eberlein zollte man Respekt, indem man eine der Zufahrtsstraßen mit seinem Namen ausstattete, die Richard-Eberlein-Straße. Nach Ernst Lück wurde der Buswendeplatz benannt, der direkt an der Grenze zu Osnabrück-Eversburg liegt.

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