Neue Parkinson-Selbsthilfegruppe gegründet
„Austausch ist wichtig“

Lotte/Westerkappeln -

„Austausch ist wichtig“, sagt Irmel Wenzel, die seit 13 Jahren die Parkinson-Gruppe Ibbenbüren leitet. Auch aus diesem Grund hat sich jetzt ein Selbsthilfekreis in Lotte gegründet. Auf das erste Treffen gab es große Resonanz.

Sonntag, 30.10.2016, 15:10 Uhr

Über die Resonanz auf die Einladung zum ersten Treffen der Parkinson-Selbsthilfegruppe freuen sich Gudrun Lüpping (von links), André Heermann, Sabine Traeger und Irmel Wenzel.
Über die Resonanz auf die Einladung zum ersten Treffen der Parkinson-Selbsthilfegruppe freuen sich Gudrun Lüpping (von links), André Heermann, Sabine Traeger und Irmel Wenzel. Foto: Ursula Holtgrewe

Für die Organisatoren überraschend groß war die Resonanz auf die Einladung zum ersten Treffen der Selbsthilfegruppe Parkinson im „Förderzentrum Dialog“ an der Bahnhofstraße in Lotte . Zehn Betroffenen aus Lotte, Westerkappeln und Ibbenbüren waren teils in Begleitung von Angehörigen zum Premieren-Treffen gekommen.

Bestätigt sahen sich auch Gudrun Lüpping vom Förderzentrum-Vorstand, Sabine Traeger , Leiterin in Alt-Lotte und Ergotherapeut André Heermann . „Ich bin überrascht, wie viele Leute hier sind“, sagte er erfreut. Er bietet auch Reha-Sport für Schlaganfall- und Parkinsonpatienten an.

Erfahrung mit ihrem an Parkinson erkrankten Mann, den sie 20 Jahre lang begleitete, hat Irmel Wenzel: Seit 13 Jahren leitet sie die Parkinsongruppe Ibbenbüren, auch nach dem Tod ihres Mannes – ein über Krankheit und Organisation von Gruppen rundum informierter Gast also.

Wie wichtig Bewegung ist, beschrieb jemand, der seit vielen Jahren an Parkinson leidet. „Ich suche mir Beschäftigung im Haus. Es ist wichtig, immer was zu tun zu haben und in Bewegung zu bleiben“, sagte er. Jemand anderes, der seit einigen Jahren berufsunfähig, ergänzte: „Ich erledige die gesamte Hausarbeit, während meine Frau bei der Arbeit ist.“

Wie schwer es ist, die Krankheit im Anfangsstadium zu akzeptieren und sich dann nach und nach daran zu gewöhnen, dass trotz der Medikamente eine zunehmende Langsamkeit das Leben beherrschen wird, wurde immer wieder deutlich.

Überhaupt hatten Patienten und Angehörige schnell vieles andiskutiert, was auch ganze Nachmittage hätte füllen können. Einen wichtigen Punkt trug Irmel Wenzel bei: „Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen, dass es bei Parkinson einen großen Prozentsatz von Fehldiagnosen auch von Neurologen gibt. Die Patienten haben oft jahrelang Probleme, ohne dass die richtige Diagnose gestellt wird.“ Immerhin, inzwischen sei die Krankheit bekannter als früher.

Erfahrungen mit Fehldiagnosen hatte auch ein Besucher, der berichtete, dass er über Jahre falsch behandelt worden sei. Er habe wegen falscher Diagnose Medikamente bekommen, die parkinsonähnliche Symptome ausgelöst hätten. „Erst später wurde ich richtig diagnostiziert“, hieß es. „Ja, so ergeht es vielen“, stimmte Irmel Wenzel aufgrund vielfältiger Erfahrungen ihrer Gruppenleitung zu.

Die Gruppe Ibbenbüren treffe sich in Hörstel-Birgte berichtete sie. „Ich finde es gut, wenn sich in Alt-Lotte eine Gruppe auf Dauer trifft. Austausch ist wichtig“, betonte sie. Und, dass es normal sei zu Beginn der Erkrankung Wut und Hilflosigkeit zu empfinden. „Es ist wichtig, dass man lernt, mit der Krankheit zu leben. Das gilt für Betroffenen und Angehörige gleichermaßen. Nur wenn man die Krankheit akzeptiert, kommt man weiter. Angehörige sind anfangs manchmal ungerecht, denn sie wissen vieles noch nicht“, betonte Wenzel.

Für den Alltag seien wichtig: Bewegung, Bewegung und noch einmal Bewegung. Sich nicht in die Isolation zu begeben, sondern Kontakte zu pflegen und raus zu gehen. Bei Arztterminen müsse berücksichtigt werden, um welche Uhrzeit der Patient gut drauf ist.

Ein nächster Termin der neuen Gruppe steht bereits fest: Donnerstag, 24. November, 17 Uhr, im „Förderzentrum Dialog“ an der Bahnhofstraße 16.

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