Anwohner beklagt Missachtung von Schildern der Straße in Lotte-Halen
Stoßzeit am Hasenkamp

Lotte-Halen -

Der Hasenkamp am Ortsrand von Halen ist „eigentlich eine nette Wohnstraße“, wie Anwohner Dieter Riehemann betont. Er beklagt jedoch, das diese Straße zu einer beliebten Abkürzungsstrecke insbesondere für Pendler und Geschäftsfahrzeuge geworden sei.

Mittwoch, 02.11.2016, 18:11 Uhr

Zur Erntezeit häufen sich auf der Tempo-30-Straße Hasenkamp mit Durchfahrverbot für schwere Fahrzeuge die Fahrten von Traktorengespannen.
Zur Erntezeit häufen sich auf der Tempo-30-Straße Hasenkamp mit Durchfahrverbot für schwere Fahrzeuge die Fahrten von Traktorengespannen. Foto: privat/Dieter Riehemann

Der Hasenkamp am Ortsrand von Halen ist zwischen Niederseester Weg und Oberseester Weg „eigentlich eine nette Wohnstraße“, wie Anwohner Dieter Riehemann betont. Er beklagt jedoch, das diese Straße im genannten Abschnitt zu einer beliebten Abkürzungsstrecke insbesondere für Pendler und Geschäftsfahrzeuge von und nach Wersen und in und aus Richtung Achmer und Bramsche geworden sei.

Mehr als die Hälfte aller Fahrzeugführer halte sich nicht an die dort ausgewiesene Tempo-30-Zone. Und dazu missachteten Landwirte und landwirtschaftliche Lohnunternehmen das Durchfahrverbot für schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Der Hasenkamp ist in diesem Abschnitt nur an der Ostseite dicht bebaut. Im Westen befindet sich eine ausgedehnte, zum Naturschutzgebiet gehörende Waldfläche. Die Idylle werde durch die nicht mehr hinnehmbare Verkehrsentwicklung getrübt: „Im Berufsverkehr fahren hier etwa 40 Kraftfahrtzeuge in der Stunde“, klagt Riehemann. Damit werde man zwar grundsätzlich leben müssen und die Gemeinde habe auch schon im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit der Einrichtung der Tempo-30-Zone und einem Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gehandelt. Doch dies nütze nichts, wenn die Einhaltung nicht kontrolliert werde, meint Riehemann und moniert, dass Geschwindigkeiten von „weit über 50 km/h“ keine Seltenheit seien. „Zu befürchten haben die Raser nichts. Soweit ich weiß, wurde die Einhaltung der Geschwindigkeit in den Halener 30km/h-Zonen noch nie kontrolliert.“

Jetzt sei die Toleranzgrenze erreicht, weil auch noch der landwirtschaftliche Durchgangsverkehr „mit schwersten Traktorengespannen“ Formen angenommen habe, „die einfach nicht mehr hinnehmbar sind“, so Riehemann. In den vergangenen drei Jahren habe man die dort entlang fahrenden Landwirte und landwirtschaftlichen Unternehmen wiederholt auf das Durchfahrverbot und den für schwere Fahrzeuge vorgeschriebenen Weg über Halener Straße, Achmerstraße und Niederseester Weg hingewiesen. Aber der Erfolg sei immer nur von kurzer Dauer gewesen.

„In diesem Jahr scheinen die Unternehmer und Fahrer ganz besonders uneinsichtig zu sein. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Saatgut, Ernteprodukte oder Gülle den Weg über den Hasenkamp nimmt“, schildert der Anwohner seine Beobachtungen und beklagt: „An Extremtagen fuhren die Gespanne über Stunden alle drei bis fünf Minuten, wobei alleine die Traktoren ein Gewicht von 11 bis 15 Tonnen auf die Waage bringen. Sogar große Lkw mit Sattelauflieger konnten im Ernteverkehr gesehen werden.“ Für Riehemann ist jetzt „das Maß einfach voll“.

Der Halener möchte jetzt von der Gemeinde wissen, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt, „um die Missachtung des Durchfahrtsverbots einzudämmen“.

Für Bürgermeister Rainer Lammers, der selbst in Halen wohnt, wenn auch nicht am Hasenkamp, besteht da wenig Handlungsbedarf, da sich das Problem seiner Meinung nach auf die Erntezeit beschränkt. Es seien vielleicht „14 Tage im Jahr“, wo die Landwirte nach dem Motto „Zeit ist Geld“ verbotenerweise die Abkürzung über den Hasenkamp nähmen: „Im Großen und Ganzen ist es da das ganze Jahr über ruhig!“

Bauamtsleiterin Astrid Hickmann sind bisher noch keine Beschwerden über den Durchgangsverkehr auf dem Hasenkamp zu Ohren gekommen. Die Gemeinde könne aber gerne dort einmal ihr Zählgerät aufstellen, wenn dies gewünscht werde. Im Moment sei es zwar anderswo im Einsatz, „aber in zwei bis drei Wochen“ könne man es am Hasenkamp platzieren. Die Gemeinde werde auch die Belastbarkeit des Straßenunterbaus dort und eventuelle Schäden durch zu schwere Fahrzeuge prüfen, kündigte sie an.

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