Pilze
Wie ein Sechser im Lotto

Lotte -

Glück hat kürzlich der Wersener Pilzsammler Axel Averwerser gehabt: Er fand in der Nähe des Sundermannsees eine Krause Glucke, die stolze 2,2 Kilo auf die Waage bringt. Ansonsten aber ist es kein gutes Jahr für Wildspeisepilzfreunde in der Region: Es gibt so gut wie keine Edelpilze.

Donnerstag, 03.11.2016, 20:11 Uhr

Diese 2,2 Kilo schwere Krause Glucke hat Axel Averwerser am Dienstag unweit des Sundermannsees in Wersen gefunden.
Diese 2,2 Kilo schwere Krause Glucke hat Axel Averwerser am Dienstag unweit des Sundermannsees in Wersen gefunden. Foto: Rosy Averwerser

„Das ist ganz traurig dieses Jahr“, erzählt er, „ich war zweimal los und habe absolut nichts gefunden – keine Steinpilze, keine Maronen, keine Birkenpilze, keine Pfifferlinge, keine Waldchampignons, nichts.“ Das liege in erster Linie an der Witterung: Erst war es zu trocken, dann zu kalt.

Pilzfreund Axel Averwerser berichtet, dass schon im Juli und August, wo er normalerweise Sommersteinpilze finde, das Absuchen der einschlägigen Wälder und Standorte vergebens war.

Auch von den Krausen Glucken habe er bis Dienstag nur zwei kleine Exemplare, quasi als „Appetithappen“, gefunden. Dieser sehr schmackhafte, aber schwer zu säubernde Pilz sei in Wersen auch eher selten, aber immerhin witterungsunabhängig als parasitische Pilzart auf morschen Kiefernwurzeln ab und zu anzutreffen.

Der in der Form an Blumenkohl und in seinen krausen Verzweigungen an einen Badeschwamm erinnernde Fruchtkörper des auch „Fette Henne“ genannten Pilzes sitze meist voller kleiner Schnecken und Insekten, weiß Averwerser. Sein Prachtexemplar sei allerdings „sehr sauber gewachsen“, ohne Kiefernadeln und Erde. Dennoch wird er natürlich erst mal sorgsam gesäubert, bevor er in die Pfanne wandert: „Man muss sie auseinandernehmen“, sagt er über das Putzen Krauser Glucken.

In Pilzhandbüchern wird empfohlen, diesen Pilz, kopfüber in reichlich Wasser getaucht in dünne Scheiben zu schneiden. Denn die Konsistenz des Fruchtfleisches ist im Gegensatz zu der der meisten anderen wild wachsenden Speisepilze, die am besten mit einem Pinsel gesäubert und nicht gewaschen werden, fest, nahezu knorpelig. Der Geschmack ist würzig und nussig. Der Wersener Pilzexperte schwört darauf: „Der schmeckt astrein. Da lasse ich jeden Steinpilz für stehen!“

Bereits am 6. Oktober 1987, also vor fast 30 Jahren, hatte Axel Averwerser es mit dem Fund einer Riesen-Krausen-Glucke in die Zeitung geschafft. Damals habe er das Prachtexemplar allerdings nicht gewogen, nur vermessen: 40 Zentimeter lang und je 20 Zentimeter breit und hoch sei es gewesen, erinnert er sich und sagt: „Das ist wie ein Sechser im Lotto .“

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