19-Jähriger aus Lotte wegen sexueller Nötigung verurteilt
Triebe statt Liebe

Lotte/Ibbenbüren -

Wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen musste sich ein 19-Jähriger aus Lotte am Montag vor dem Amtsgericht in Ibbenbüren verantworten. „Sie müssen lernen, ihre Triebe unter Kontrolle zu halten“, machte der Vorsitzende Richter dem jungen Mann unmissverständlich klar.

Montag, 07.11.2016, 16:11 Uhr

 
 

Wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen musste sich ein 19-Jähriger aus Lotte am Montag vor dem Amtsgericht in Ibbenbüren verantworten. Das Gericht sah die Vorwürfe als erwiesen an und verhängte eine Geldstrafe. Zudem wird der junge Mann für ein Jahr unter Aufsicht gestellt.

„Sie müssen lernen, ihre Triebe unter Kontrolle zu halten“, machte der Vorsitzende Richter dem 19-Jährigen unmissverständlich klar und hoffte, dass das Gericht mit seinem Urteil die richtigen Maßnahmen gefunden habe.

Wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen muss sich der junge Mann aus Lotte für zwölf Monate der Aufsicht eines Betreuungshelfers sowie einer Diagnostik stellen, in deren Rahmen untersucht werden soll, wie es zu den beiden Taten im August und September des vergangenen Jahres kommen konnte. Außerdem muss der 19-Jährige eine Geldbuße von 400 Euro in monatlichen Raten an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Das Jugendschöffengericht Ibbenbüren sah es als erwiesen an, dass der Lotter seine Funktion als Jugendleiter ausgenutzt hatte. Er hatte eine 15-Jährige genötigt, ihn intim anzufassen, und eine 16-Jährige im Intimbereich bedrängt. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe eingeräumt und den beiden Mädchen damit eine Aussage vor Gericht erspart. Sein Verteidiger wies zudem darauf hin, dass sich der junge Mann bei den Opfern schriftlich entschuldigt habe.

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft und des Gerichts, nach seinen Motiven, konnte der 19-Jährige nicht so recht antworten. Ob er verliebt gewesen sei, wollte die Staatsanwältin wissen und wunderte sich nach dem Nein des Mannes, was er denn dann von den Mädchen gewollt habe, mit denen er bis dahin gut befreundet gewesen war. Kein Verständnis hatte sie auch dafür, dass er sich zu der zweiten Nötigung im September 2015 hatte hinreißen lassen, obwohl ihm das erste Opfer einen Monat zuvor deutlich gemacht hatte, dass sein Handeln falsch war. Erst die Konsequenz des zweiten Opfers, das die Tat zur Anzeige gebracht hatte, ließ ihn die Reißleine ziehen und aus der Jugendarbeit aussteigen.

Einig war sich das Gericht mit dem Vertreter der Jugendgerichtshilfe, der dem jungen Mann ein mangelndes Selbstwertgefühl bescheinigte, dass der Lotter dringend Unterstützung benötige, um seine Probleme anzugehen. „Wir wollen aber nicht nur Psychologie betreiben, sie sollen auch beim Lesen des Kontoauszugs merken, dass Sie Mist gebaut haben“, begründete der Richter, warum er dem 19-Jährigen zusätzlich zu den beiden Maßnahmen die Geldbuße aufgebrummt hatte.

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