Tecklenburger Nordbahn Thema im Lotter Verkehrsausschuss
Noch viele Fragen offen

Lotte -

Da hatte sich der Verkehrs- und Umweltausschuss wohl ein bisschen viel vorgenommen: Nach drei Stunden und drei Beratungspunkten, die es in sich hatten, einigte man sich darauf, die Sitzung abzubrechen und die restlichen Themen einschließlich Haushalt zu vertagen. Den größten Teil der Zeit nahm die ausführliche Präsentation der Vorplanungen zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn ein.

Mittwoch, 16.11.2016, 17:11 Uhr

Die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn  wird seit vielen Jahren diskutiert. Schon vor 15 Jahren gab es eine Sonderfahrt mit den modernen Triebwagen der Nordwestbahn. Ob und wann regelmäßig Züge auf den Gleisen rollen, steht in den Sternen.
Die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn  wird seit vielen Jahren diskutiert. Schon vor 15 Jahren gab es eine Sonderfahrt mit den modernen Triebwagen der Nordwestbahn. Ob und wann regelmäßig Züge auf den Gleisen rollen, steht in den Sternen. Foto: Kirsten Fitzke

Ende September war die Entwurfsplanung – wie berichtet – in Recke vorgestellt worden. Im Verkehrsausschuss ging es nun insbesondere um die Aspekte, die die Gemeinde Lotte betreffen. Abweichend vom Untersuchungsergebnis 2010 sei jetzt eine „stehende Zugkreuzung“ im Bahnhof Eversburg statt in Westerkappeln vorgesehen, erläuterte Markus Rümke , Angebotsplaner beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM). Die gesamte Strecke zwischen den Haltepunkten Eversburg/Büren und Recke werde mit elektronischer Stellwerkstechnik gesichert – Zugbegnungen seien ausgeschlossen, Güterverkehr ebenfalls.

Außer dem Bahnhof Eversburg wird es nur noch einen Betriebsbahnhof im zweigleisigen Bereich genau zwischen Westerkappeln und Mettingen geben und eine kurze Wende in Recke, um verlässliche Fahrzeiten, hohe Wirtschaftlichkeit und möglichst geringen Infrastrukturaufwand zu garantieren.

Laut Rümke gibt es eine „dicke Kröte“ zu schlucken ist“: Ausgerechnet an der Station Büren/Kromschröder soll die Tecklenburger Nordbahn nur im Stundentakt halten, um an den übrigen Stationen den Halbstundentakt gewährleisten zu können. Auf entsprechende Kritik aus dem Aussschuss räumten die Referenten ein, dass auch eine andere Lösung und eventuell sogar eine Berücksichtigung von Schichtbeginn und Schichtende beim, wie Stefan Franke (Grüne) betonte, „größten Arbeitgeber in Lotte“ denkbar wäre. Das sei aber Sache der Detailplanung.

Nach Angaben Johann Ubben von der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE), der Infrastruktur, technische Anlagen und Kostenschätzung präsentierte, sollen die Stationen samt und sonders nach NRW-Standard ausgebaut werden, das heißt: 120 Meter lange, mindestens 2,50 Meter breite Bahnsteige mit barrierefreiem Zugang, Beleuchtung, Wetterschutz und Info-Elementen. Wegen des kritischen Punktes Abzweig Büren/Eversburg, wo auf jeden Fall ein Haltepunkt nahe der Bus-Haltestelle (von dort Stadtbusanschluss im Zehn-Minuten-Takt, R-11-Anschluss halbstündlich) kommen soll, müsse die Anschlussweiche in den Bereich jenseits der Landwehrstraße verlegt werden. Und der jetzt enge Radius der Streckenkurve im Wersener Holz muss für die Höchstgeschwindigkeiten vom 100 oder 80 km/h „abgeflacht“ werden.

Dütebrücken sollen besichtigt werden

Werner Schwentker (CDU) monierte, dass nach derzeitigem Planungsstand die (Düte-)Brücken zwar verbreitert, die Gewässer-Durchlässe aber zugleich verringert werden sollen. „Wir haben zwar eine Diskussion zu einem Dorfsee hier in Wersen, aber ich weiß nicht, ob wir den an dieser Stelle haben wollen“, verdeutlichte er das Hochwasserschutzproblem.

Sein Vorschlag, sich am Freitag, 25. November, um 15 Uhr bei Kastrup am Strotheweg zu treffen, um mit dem CDU-Ratsherrn und Landwirt Hartmut Meyer auf dessen Trecker-Anhänger alle Lotter Bahnübergänge abzufahren, sich vor Ort die Situation anzugucken und Stellungnahmen zu der Planung zu erarbeiten, stieß auf breite Zustimmung.

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Die Planung der insgesamt 23 Bahnübergänge auf Lotter Gebiet beziehungsweise deren Aufgabe stieß vor allem in der CDU-Fraktion auf Kritik. Werner Schwentker meldete insbesondere gegen die Einrichtung einer Anrufschranke etwa am Übergang Sloopsteinweg oder die Auflassung des Übergangs Gänsehügel Bedenken an. Letztgenanten Übergang müssten Landwirte nutzen, um ihre Flächen erreichen zu können. Auch zur Frage Um- oder Neubau alternativer Zufahrten bei Übergangsauflassungen und zum ergänzenden Buskonzept gab es kritische Anmerkungen, die zeigten: Hier ist noch jede Menge Diskussionsbedarf.

Michaels Klüppel, Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM), zufolge, entfällt nämlich nicht nur der Schnellbus S 10 von Recke nach Osnabrück, sondern auch der Regiobus R 11 zwischen Westerkappeln und Wersen. Dafür solle der neue R 10 im 60-Minuten-Takt zwischen Mettingen, Westerkappeln und Wersen mit Nordbahn-Anschluss eingerichtet werden. Daneben sind weitere Zubringerlinien geplant.

Insgesamt sprachen die drei Referenten von einer „eine tragfähigen Lösung“. Die Ausschussmitglieder verwiesen darauf, dass man das in der Gemeinde Lotte durchaus skeptisch sehe. „Deshalb sollte alles geklärt werden“, betonte CDU-Fraktionschef Schwentker.

Fortgesetzt werden die Beratungen des Gremiums am Donnerstag, 1. Dezember, um 18 Uhr, ebenfalls im Sitzungssaal des Rathauses.

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