Gemeinde rechnet bis zum Jahresende nicht mit weiteren Zuweisungen
Flüchtlingssituation hat sich in Lotte entspannt

Lotte -

Entspannt hat sich die Flüchtlingssituation in der Gemeinde Lotte. Das hat Ordnungs- und Sozialamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp im Sozialausschuss des Rates berichtet.

Donnerstag, 24.11.2016, 18:11 Uhr

Die Notunterkunftin der Alt-Lotter Turnhalle ist mittlerweile wieder abgebaut.
Die Notunterkunftin der Alt-Lotter Turnhalle ist mittlerweile wieder abgebaut. Foto: Angelika Hitzke

In den vergangenen zwei Jahren hatte deren Unterbringung und Versorgung auch Lotte vor enorme Herausforderungen gestellt: Waren der Gemeinde 2014 noch 33 Antragsteller zugewiesen worden, stieg die Zahl 2015 auf insgesamt 233 Personen. 2016 kamen 25 Personen dazu. Bis Ende des Jahres sei nicht mit weiteren Zuweisungen zu rechnen, sagte Kleina-Metelerkamp .

Für 2017 kalkuliere das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) bundesweit mit rund 300 000 Asylsuchenden, was für Lotte etwa 50 Zuweisungen bedeuten würde. 66 Flüchtlinge seien bisher anerkannt beziehungsweise hätten eine Aufenthaltsberechtigung.

263 Personen bezogen am 1. Januar 2016 Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, für 248 Personen gab es eine pauschale Kostenerstattung nach Flüchtlingsaufnahmegesetz. Ab Januar 2017 gebe es eine komplette Systemumstellung: Statt der bisherigen Pauschale rechne das Land die Kostenerstattung künftig „monats- und personenscharf“ ab, erläuterte die Leiterin des Sozialamtes.

In Lotte sind die Flüchtlinge außer in den Gemeinschaftsunterkünften Moorbreede, wo derzeit 44 Personen aus 18 Nationen leben, Bahnhofstraße (neun Personen) und Halen (15 junge Männer) dezentral in von der Gemeinde angemieteten Wohnungen und Häusern untergebracht.

Dabei versuche man, auf die unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen Rücksicht zu nehmen: „Wir hatten keine größeren Streitigkeiten“, sagte die Sozialamtsleiterin.

Ein Problem sei jedoch, dass es kaum Mietwohnungsraum für anerkannte Asylbewerber gebe, sodass diese in den bisher bewohnten Unterkünften bleiben müssten. Die Neufassung des Integrationsgesetzes verpflichte die anerkannten Asylbewerber, drei Jahre lang am zugewiesenen Ort den Wohnsitz zu behalten, um die Integration zu erleichtern.

Von „Überkapazitäten“ bei der Unterbringung, die Friedhelm Lange (CDU) sah, könne daher keine Rede sein, betonte Friedel Glüder (Grüne). Sie verwies darauf, dass sich zum Teil fünf Personen aus zwei Familien eine Drei-Raum-Wohnung teilten. Und zur Moorbreede sagte sie: „Wir wollen doch sicher nicht, dass wieder vier Personen in einem Zimmer wohnen müssen.“

Kämmerer Jörg Risse erklärte auf Nachfrage von Friedhelm Lange, dass die Kostenerstattung „ausreichend“ und der entsprechende Bereich auch im Haushalt 2017 „weitestgehend ausgeglichen“ sei.

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