Sportfreunde Lotte
„Verein ist ein großer Werbeträger“

Lotte -

Beim Neujahrsempfang der Sportfreunde Lotte werden immer klare Worte gesprochen. So auch diesmal. Der erfolgreiche Weg der Sportfreunde soll fortgesetzt werden. Bei diesem Wunsch gibt es vielseitige Unterstützung.

Montag, 09.01.2017, 16:01 Uhr

Sportfreundliche Werbung einte die Redner des Neujahrsempfangs (von links): Jürgen Coße, Hans-Ulrich Saatkamp, Uli Fischer, Frank Sundermann, Manfred Wilke, Rainer Lammers, Wilfried Grunendahl, Felix Holling und Moderator Horst Petersson.
Sportfreundliche Werbung einte die Redner des Neujahrsempfangs (von links): Jürgen Coße, Hans-Ulrich Saatkamp, Uli Fischer, Frank Sundermann, Manfred Wilke, Rainer Lammers, Wilfried Grunendahl, Felix Holling und Moderator Horst Petersson. Foto: Manfred Mrugalla

Zwei Themen haben den Neujahrsempfang der Sportfreunde Lotte am Sonntag bestimmt: das fußballerisch erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte und die lokalpolitische Debatte darüber, was die Gemeinde von der bundesweiten Beachtung habe. Gefordert waren bei ihren Grußworten da vor allem SPD-Politiker.

Für parteipolitische Ausgewogenheit hatte Ältestenratschef Horst Petersson , der gewohnt souverän durchs Programm führte, gesorgt – soweit das in Abwesenheit der Grünen und der FDP möglich war. Nach der von ihm als Heldentenor mitgeschmetterten Vereinshymne „Volle Lotte“ ließ er vier Parteipolitiker zu Wort kommen, zwei von der CDU, zwei von der SPD .

Den Anfang machte jedoch SFL-Vorsitzender Hans-Ulrich Saatkamp, der selbstbewusst, aber bescheiden die vier größten Erfolge des Jahres benannte: Meister der Regionalliga West, Aufstieg gegen Waldhof Mannheim sowie die Pokalsensationen gegen Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen.

Doch SFL-Macher Manfred Wilke habe alle immer schön am Boden gehalten. „Gleich nach dem Sieg in Mannheim habe ich ihn gefragt, wann wir denn mit dem Ausbau des Stadions auf 10 000 Zuschauer anfangen. Mannis Antwort: Morgen früh.“ Mit Blick durchs Fenster hinein ins Frimo-Stadion dankte er den Helfern.

Saatkamp stellte sachlich dar, dass die Erfolge Lotte in allen Medien ganz nach vorne und bundesweite Beachtung gebracht hätten. Er äußerte seine Verwunderung, dass „dennoch der Mehrwert dieser Werbung für die Gemeinde Lotte in Teilen der Politik umstritten“ sei. Sein Ausblick: „Die Reise der Sportfreunde geht weiter.“

Als Bürgermeister, der über den Parteien steht, nahm Rainer Lammers die Vorlage Saatkamps auf. Ausdrücklich begrüßte er Hans-Günter Bayer, den Chef des SFL-Hauptsponsors Frimo, in der nach einem Brand runderneuerten Cafeteria und regte an, dass der im Rat mal über den Wert von Werbeeffekten spreche.

Und dann lernten die Zuhörer einen ganz neuen Lammers kennen. Losgelöst vom Redemanuskript, erinnerte er an die einmaligen Glücksmomente, die auch ihm persönlich die Sportfreunde 2016 verschafft hätten. Wie weiland Herbert Zimmermann im Finale 1954 in Bern ließ er sich von seinen Emotionen forttragen und erhielt begeisterte Zustimmung.

Er sagte zu, beim Umgang der Ratsgremien mit Anträgen der Sportfreunde noch „nachzubessern“. Aber gemäß ihrem Leitbild im Masterplan seien Gemeinde und Verein heute schon dabei, sich gegenseitig zu unterstützen. Als beglückend habe er es empfunden, als er den Vorsitzenden im Fernsehen mit einer Bohrmaschine in der Hand sah: „Der hält die nicht nur für die Kamera, der bohrt auch. Wo sonst gibt‘s denn noch sowas?“

Nachdem Ulrich Fischer vom Kreissportbund die vorbildliche Arbeit der Sportfreunde im Breiten- und Jugendsport sowie die Kooperation mit anderen Vereinen gelobt hatte, kamen politische Grußworte. Der scheidende CDU-Landtagsabgeordnete Wilfried Grunendahl erinnerte sich verzückt an das Interview, das Rudi Völler nach dem Pokalkrimi geben musste. Seine Lehre: „Gewonnen hast du hier erst, wenn das Spiel zu Ende ist.“ Und als Hinweis an die Lotter SPD: „Wenn es hier noch Politiker gibt, die den Werbeeffekt solcher Erfolge nicht anerkennen, dann bleibt noch viel zu tun.“

Sein SPD-Kollege Frank Sundermann sah das nicht anders: „Es ist in Düsseldorf nicht leicht, in die Köpfe zu kriegen, dass das Tecklenburger Land zu NRW gehört. Dabei haben uns die Erfolge der Sportfreunde geholfen.“ Der bekennende Bayern-Fan aus Westerkappeln wünschte sich, dass im Pokal nach 1860 Anfang Februar auch der andere Münchner Verein noch nach Lotte kommt.

Eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte wünschte auch Felix Holling, CDU-Landtagskandidat in Nachfolge Grunendahls. Er habe im Stadion Bekannte auch aus Hopsten getroffen, was die Strahlkraft des Vereins über Lotte hinaus zeige. Er freue sich, dass die CDU im Lotter Rat die Bedeutung als Aushängeschild für die Gemeinde begriffen habe.

Auch der jüngst für die SPD in den Bundestag nachgerückte Jürgen Coße freute sich darüber, „dass man Lotte nicht nur aus dem Stau­be­richt kennt“. Seine wichtigste Lehre aus dem Sport sei, dass man sich an Spielregeln halte: „Der Sport muss mithelfen, dass der ganz rechte Rand nicht noch stärker wird, damit unser Land eine Demokratie bleibt. Und wir wollen helfen, dass Lotte in der Dritten Liga bleibt.“

Nach erneutem Abspielen der Vereinshymne, bei dem sich Caterin Martina Cord besonders textsicher erwies, gab es noch ein typisches Schlusswort von Manfred Wilke, in dem er Pressearbeit und Personalpolitik zu erklären versprach. Nach ei­nem 20-minütigen Gespräch sage ihm der Medienvertreter in der Regel: „Sie haben gar nichts gesagt.“ – „Das ist unsere Pressearbeit.“

Und „Manni“ zum Neuzugang Saliou Sané: „Der ist rattenschnell und torgefährlich. Man sagt über ihn, er trinkt und ist undiszipliniert. Den kriegen wir hin. Das ist unsere Personalpolitik.“

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