Seniorenhilfe Lotte-Westerkappeln informiert auf der Roseninsel
Hilfe für Helfer beim Helfen

Westerkappeln/Lotte -

Woran erkenne ich beginnende Demenz ? Worüber kann ich mich mit Senioren unterhalten ? Über diese und weitere Fragen ließen sich Mitglieder von „Hand in Hand – Seniorenhilfe Lotte-Westerkappeln“ auf Westerkappelns Roseninsel informieren.

Donnerstag, 19.01.2017, 18:01 Uhr

Einen informativen Nachmittag gestalteten Kathrin Heekenjann (von links), Achim Jacob und Bettina Schubert im Schützenhaus auf der Roseninsel.
Einen informativen Nachmittag gestalteten Kathrin Heekenjann (von links), Achim Jacob und Bettina Schubert im Schützenhaus auf der Roseninsel. Foto: Ursula Holtgrewe

Dort begrüßte der Seniorenhilfe-Vorsitzende Achim Jacob fast die Hälfte der mittlerweile 85 Mitglieder und als Fachfrauen vom Alt-Lotter Seniorenzentrum „Zwei Eichen“ Pflegedienstleiterin Kathrin Heekenjann sowie Mitarbeiterin Bettina Schubert .

Schriftführerin Friedel Glüder betonte die Verbundenheit von „Hand in Hand“ zu „Zwei Eichen“ und berichtete: „Die Damen haben uns zugesagt, dass sie uns über Situationen berichten, die uns eventuell Probleme bereiten können.“

Weiterhin erklärte Glüder, dass Schulungen und Informationen Dritter verpflichtend seien, damit der Verein die Gemeinnützigkeit behalten könne. Dies sei nun das erste derartige Angebot. Informationen über die neuen Pflegestufen werde es voraussichtlich noch in diesem Jahr geben. „Wir sind ein offener Kreis. Wer nicht zum Verein gehört, sich aber informieren möchte, sollte sich beim Vorstand melden“, lud sie Interessierte ein, sich gegebenenfalls bei Vorträgen anzuschließen.

Gründungsmitglied Michael Beckmann bekundete Interesse, sich einen Rollstuhl auszuleihen, damit Vereinsmitglieder dessen Handhabung erlernen können, um im Bedarfsfall Hilfesuchende zu unterstützen. „Wir werden zu euch ins Seniorenzentrum kommen und üben dann. Wir sind ja noch trainingswillig“, sprach er auch für andere Helfer.

Doris Hohenberger, die Einsätze koordiniert und viele Jahre in der Altenpflege Erfahrungen gesammelt hat, stellte klar: „Wir dürfen keine pflegerischen Aufgaben übernehmen, denn wir sind dafür nicht ausgebildet.“ Der Verein unterstütze Ältere, die zu Hause schwerere Arbeiten nicht allein bewältigen können, beispielsweise Gardinen aufhängen oder Gartenarbeit. Auch regelmäßige Hilfestellungen müssten genau eingeschätzt werden, damit die Grenze zu gewerbsmäßigem Tun nicht überschritten wird.

„Woran erkennt man eigentlich beginnende Demenz ?“, lautete dann die erste Frage an die Fachfrauen. Bettina Schubert berichtete: „Wenn beispielsweise jemand täglich etwas vergisst oder permanent Sätze wiederholt. Auch häufig wiederkehrende Wortfindungsstörungen können ein Zeichen dafür sein oder wenn der Mensch den seit Jahren bekannten Weg zum Bäcker plötzlich nicht mehr findet.“ Sie räumte allerdings ein: „Eindeutig kann Demenz nur nach einer Untersuchung durch einen Neurologen oder Psychiater diagnostiziert werden.“

Kathrin Heekenjann gab zu bedenken: „Das Anfangsstadium einer Demenz kann aber der Beginn einer Depression sein. Wichtig ist, dass ein Arzt das untersucht.“

Eine andere Frage war die nach Themen, die man mit noch unbekannten Senioren besprechen kann, beispielsweise bei der Fahrt zu Arztbesuchen oder Hilfe im Garten. „Der Klassiker ist das Wetter. Ein guter Einstieg ist aber auch, wenn Sie von Erlebnissen berichten, denen der Ältere dann eigene hinzufügen kann“, antwortete Bettina Schubert. Ein Einstieg kann dann sein, wo der Hilfesuchende zur Schule gegangen ist, welches Lieblingsplätze waren, was er gern gespielt hat als Kind. Bei Männern ist Sport, vornehmlich Fußball, ein geeignetes Einstiegsthema für Gespräche.

„Manchmal ist das ganz schwierig. Es gibt Menschen, die nur kurz antworten. Auch das muss man akzeptieren“, ergänzte Kathrin Heekenjann.

Weiterhin riet sie, wenn ein Helfer feststellt, dass sich ein Hilfesuchender kaum mehr auf den Beinen halten kann, den Hausarzt zu informieren, sofern dieser bekannt ist. Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich an den Vorstand von „Hand in Hand“ zu wenden, wenn der Helfende Hilfe in einer derartigen Situation benötigt.

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