Osnabrücker zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt
Ex-Frau bedroht und verletzt

Lotte/Tecklenburg -

Zehn Monate zur Bewährung hieß es am Ende für den 31-Jährigen aus Osnabrück, der die Anklagevorwürfe, er habe seine Ex-Frau mit dem Tod bedroht und sie mit einem Messer sowie einem Gürtel misshandelt, bestritten hatte.

Sonntag, 29.01.2017, 15:01 Uhr

 
  Foto: dpa

Der Richter am Amtsgericht Tecklenburg schenkte der Ehefrau Glauben, die während des ersten Hauptverhandlungstermins zwei Wochen zuvor als Zeugin ausgesagt hatte (WN berichteten). Die 24-Jährige stand acht Monate später noch sichtlich unter dem Eindruck des Geschehens, das sich im Mai des vergangenen Jahres in ihrer Wohnung in Lotte zugetragen hatte. Detailliert schilderte sie, wie ihr Noch-Ehemann ihr zunächst in der Küche ein Messer an den Hals gehalten und sie danach im Wohnzimmer mit einem Gürtel leicht gewürgt hatte. Zwar trug die Frau keine schweren körperlichen Verletzungen davon, aber sie leidet noch heute unter Schlafstörungen.

„Wenn ich nachts wach werde, sehe ich immer noch den Hass in seinen Augen“, beschrieb sie, was der 31-Jährige ihr „wie im Rausch“ angetan habe.

Lichtbilder, die von der Klinik, in der sich die Frau nach der Tat hatte behandeln lassen, angefordert worden waren, passten zu den Anklagevorwürfen , waren sich die Staatsanwaltschaft und das Gericht am Freitag während der Fortsetzung der Verhandlung sicher.

Der Angeklagte selber hatte behauptet, seine Noch-Ehefrau habe ihn mit einem Staubsaugerrohr angegriffen, als er den gemeinsamen fünfjährigen Sohn besuchen wollte. Selbst der Verteidiger fand aber die Zeugenaussage der Geschädigten überzeugend, forderte jedoch eine milde Freiheitsstrafe für seinen einschlägig vorbestraften Mandanten, weil es sich lediglich um eine versuchte, nicht um eine vollendete gefährliche Körperverletzung handele.

Zudem habe sich der Mann wegen der Trennung der Eheleute in einer besonderen Situation befunden, habe freiwillig von der Frau abgelassen, die Wohnung verlassen und sich später per Kurznachricht für sein Verhalten entschuldigt.

Das Gericht teilte diese Meinung nicht und verurteilte den Mann wegen Bedrohung in zwei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und blieb damit um einen Monat unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Bewährungsdauer beträgt vier Jahre. Zudem muss der Osnabrücker 150 gemeinnützige Stunden ableisten. Das Geschehen im Mai 2016 hatte sich nur vier Monate nach Ablauf seiner letzten Bewährungszeit ereignet. Der Mann war 2013 bereits wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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