Namenserie
Ursprünglich Bezeichnung der „Siedlung des Brumi“

Westerkappeln/Lotte/Tecklenburger Land -

Woher stammt der Familienname Brömstrup? Gerade in Westerkappeln und Lotte ist dieser Name relativ häufig anzutreffen.

Dienstag, 31.01.2017, 09:01 Uhr

Eine Anfrage aus dem Kreis der WN-Leserinnen und -Leser zum Familiennamen „Brömstrup“.

Mit etwas über 200 Namensträgern ist Brömstrup kein besonders häufiger Nachname . Brömstrup konzentriert sich vor allem im Raum Osnabrück, wo in der Stadt und im Landkreis etwa die Hälfte der Personen dieses Namens ansässig ist. Das zweitstärkste „Nest“ von Brömstrup liegt im Tecklenburger Land – in Westerkappeln und Lotte .

Die Nachforschungen ergeben, dass ein sehr alter Familienname vorliegt, der in der Region seit dem 13./14. Jahrhundert nachzuweisen ist. In Urkunden dieser Zeit sind folgende Personen bezeugt, bei denen es sich um Dienstmannen der Grafen von Tecklenburg handelte: 1242/46 „Hermannus de Bromest(h)orpe“, 1361 „Herman Brumbstorff“, 1375 „Johann Bromestorp“. Der Stammsitz dieser Familie lag in Hasbergen-Gaste.

Wie bei allen Familiennamen mit dem Grundwort niederdeutsch -torp/-trup „Dorf“ liegt ein Lokalname zugrunde. Dieser ist in Gaste ab 1230 belegt, auch in den Schreibungen Brumesthorp, Bruomestorf, Brümesttorp. Seit dem 16. Jahrhundert sind in Gaste zwei Hofstätten namens „Brömstrup“ bezeugt, die wohl durch Teilung des ursprünglichen Rittergutes entstanden sind. Erst seit dem 18. Jahrhundert wurden die beiden Stätten als „Große Brömstrup“ und „Kleine Brömstrup“ voneinander unterschieden. Diese zusammengesetzten Namensformen scheinen heute ausgestorben zu sein, „Große Brömstrup“ ist noch für 1966 nachzuweisen.

Das Bestimmungswort des Lokalnamens lautet in der ältesten Form 1230 Brumes. Hier liegt eindeutig die Genitivform eines Personennamens Brumi vor, der Name Brumestorp benannte die „Siedlung des Brumi“. Der Rufname Brumi ist auch in anderen Hofnamen enthalten, zum Beispiel in Ibbenbüren: 1158 „Brumeswic“, 1234 „Bromeswic“, 1604 „Brunswyck“, heute „Bronswick“ (mit wîk „Bezirk, Ort, Siedlung“). Als selbständiger Rufname scheint Brumi nicht bezeugt zu sein, es handelt sich um eine Variante des im Mittelalter häufigen Namens Bruni. Die Umwandlung von -n- zu -m- ist als lautliche Angleichung zu verstehen: der Zahnlaut -n- wurde artikulatorisch als -m- an die vorangehenden, mit Lippenrundung gesprochenen Laute -b- und -u- angenähert.

Außer in Hasbergen-Gaste gab es den Familiennamen Brömstrup historisch auch in zwei Orten des Tecklenburger Landes: in Leeden (1494 „Bromstorp“, 1511 „Herman to Bromstorpe“) und in Lotte (1621 „Gerdt Brumpstrup“ und „Johan Brümpstrup“). Ob diese Familien ursprünglich aus Gaste zugewandert sind, oder ob der Name in Leeden und/oder Lotte unabhängig von Gaste entstand, kann nicht entschieden werden.

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