Der Arbeitsmarkt im Januar
Winter hinterlässt Spuren

Tecklenburger Land -

Schnee und Eis im Januar haben auch bei den Unternehmen im Tecklenburger Land deutliche Spuren hinterlassen. Die Zahl der Arbeitslosen ist um fast sieben Prozent gegenüber Dezember gestiegen.

Dienstag, 31.01.2017, 14:01 Uhr

Auf vielen Baustellen ruhte im Januar der Betrieb, weil Schnee und Eis ein Arbeiten unmöglich machten. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosenstatistik aus.
Auf vielen Baustellen ruhte im Januar der Betrieb, weil Schnee und Eis ein Arbeiten unmöglich machten. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosenstatistik aus.

Für die Reiner Zwilling, Leiter der Arbeitsagentur Kreis Steinfurt ist das aber kein Grund zur Besorgnis: Sobald die Temperaturen in die Höhe klettern, werde die Arbeitslosigkeit in den besonders betroffenen Branchen wieder sinken.

Dazu gehört zum Beispiel das Baugewerbe. Allein in den dazugehörigen Berufen haben sich im Januar kreisweit über 100 Personen, vornehmlich Männer, neu arbeitslos gemeldet.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der Arbeitsagentur Ibbenbüren wider, wenngleich es für die Geschäftsstelle dort keine branchenspezifischen Daten gibt. Insgesamt stieg die Arbeitslosigkeit in deren Zuständigkeitsbereich gegenüber Dezember um knapp 150 Frauen und Männer auf 2346 Personen. Die Arbeitslosenquote hat sich um 0,2 auf 3,8 Prozent erhöht. Ibbenbüren bleibt damit aber die einzige Geschäftsstelle der Arbeitsagentur Kreis Steinfurt mit einer 3 vor dem Komma. Der Kreisdurchschnitt beträgt 4,9 Prozent.

Dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit saisontypisch ist und durch den Frost der vergangenen Wochen wohl noch befeuert wurde, lässt sich auch den verschiedenen Rechtskreisen ablesen. So ist die Gruppe der Empfänger, die unter die Regelung der Arbeitslosenversicherung fallen (Sozialgesetzbuch III) in der Region um 178 auf 919 Betroffene gewachsen (+ 24 Prozent). Leicht rückläufig (- 2 Prozent) war dagegen die Zahl der Arbeitslosen, die von Hartz IV leben (SGB II).

Erwartungsgemäß, so die Arbeitsagentur, stieg auch die Zahl der ausländischen Erwerbslosen im SGB III: Sie lag in und um Ibbenbüren im Januar bei 156 Personen, fast 40 Prozent mehr als im Dezember und sogar annähernd 80 Prozent mehr als vor einem Jahr. Viele hätten einen Asyl- und Fluchthintergrund. „Immer mehr geflüchtete Menschen, die wir im ,Integration Point´ beraten und mit Qualifizierungen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, haben ihre Sprachkurse und beruflichen Aus- und Fortbildungen abgeschlossen. Sie suchen nun eine Beschäftigung“, erklärt dazu Zwilling.

Bei den Beziehern von Arbeitslosengeld II sind diese Steigerungsraten deutlich geringer, allerdings ist ihr Anteil an allen unter das SGB II fallenden Arbeitslosen mit über 35 Prozent auch deutlich höher.

Zwilling rechnet aufgrund einer weiterhin hohen Arbeitskräftenachfrage der Betriebe nicht mit einer erheblichen Zunahme der Arbeitslosigkeit. Zwar ist die Zahl der bei der Arbeitsagentur in Ibbenbüren gemeldeten freien Stellen im Januar um 27 auf 612 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es aber rund 40 offene Jobs mehr. „Im verarbeitenden Gewerbe, im Verkehrs- und Lagerwesen sowie in den öffentlichen Verwaltungen wurde im Januar vermehrt Personal gesucht“, berichtet Zwilling.

Arbeitslosigkeit steigt in allen Orten

Die Arbeitslosigkeit ist in allen Orten des Tecklenburger Landes gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Relativ betrachtet gilt dies vor allem für die Gemeinde Mettingen. Die Zahlen im Einzelnen (in Klammern Januar 2016 und prozentuale Veränderung):

► Hörstel (Arbeitsagentur Rheine): 335 (303/+10,6%)

► Hopsten: 127 (111/+14,4%)

► Ibbenbüren: 1142 (1118/+2,1%)

► Lotte: 408 (381/+7,1%)

► Mettingen: 189 (156/+21,2%)

► Recke: 208 (206/+1,0%)

► Tecklenburg (Arbeitsagentur Lengerich): 154 (149/+3,4%)

► Westerkappeln: 272 (250/+8,8%)

...

Der Jobmotor läuft offenbar ungebremst. Ende Juni vergangenen Jahres, dem letzten Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben, gab es im Kreis Steinfurt exakt 150 468 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Gegenüber Mitte 2015 war das eine Zunahme um knapp drei Prozent. Die neuen Jobs sind dabei vor allem in Heimen und im Sozialwesen (+1048 oder 8,1 Prozent), bei wirtschaftlichen Dienstleistungen (907) und im produzierenden Gewerbe (+836 entstanden). Im Bergbau und der Gewinnung von Rohstoffen war die Zahl der Beschäftigten dagegen weiter rückläufig (-400). Das dürfte wohl in erster Linie der Entwicklung bei der Ruhrkohle AG in Ibbenbüren geschuldet sein.

 

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