Müllgebühren in Lotte
Gut für Umwelt und Geldbeutel

Lotte -

Was passiert eigentlich, wenn Müll falsch sortiert worden ist? Gemeindekämmerer Jörg Risse hat dazu mal einige Zahlen sprechen lassen. Möglicherweise kommen bald gelbe Aufkleber zum Einsatz.

Donnerstag, 02.02.2017, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 02.02.2017, 18:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 02.02.2017, 18:20 Uhr
Falsch entsorgter Müll in Biotonnen macht auch der Gemeinde Lotte zu schaffen. Es wird überlegt, die Inhalte der Tonnen stichprobenartig zu überprüfen..
Falsch entsorgter Müll in Biotonnen macht auch der Gemeinde Lotte zu schaffen. Es wird überlegt, die Inhalte der Tonnen stichprobenartig zu überprüfen.. Foto: Michael Gründel

Müll sortieren lohnt sich nicht nur für die Umwelt. Sondern am Ende auch für den eigenen Geldbeutel, denn falsch entsorgter Abfall muss von der Gemeinde teuer bezahlt werden. Und diese Kosten werden über die Gebühren wieder umgelegt.

Rund 340 Kilogramm Abfall produziert ein Lotteraner durchschnittlich pro Jahr. „Bei 14 000 Einwohnern ist das eine enorme Menge“, weiß Kämmerer Jörg Risse. Etwa 4760 Tonnen Müll seien somit im vergangenen Jahr im Gemeindegebiet angefallen. Die Entsorgung habe 650 000 Eurogekostet. Ein Betrag, der über den Gebührenhaushalt in jedem Jahr spitz abgerechnet werde, erklärt er.

Damit diese Kosten nicht steigen, appelliert die Verwaltung jetzt an alle Bürger, ihren Müll richtig zu trennen. Denn schlecht sortierter Abfall sei teuer. „Die Entsorgung von Restmüll kostet pro Tonne 135 Euro“, so Risse, „die von Biomüll hingegen nur die Hälfte.“ Und da liege das Problem.

„Wir haben zu viele Fehlwürfe im Biomüll“, führt er aus. Verpackungen aus Plastik, Aluminium, Glas sowie Folien, Dosen, Windeln, Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel, Medikamente, Sondermüll und andere Dinge seien in der Biotonne falsch entsorgt. „Alles was nicht in diese Tonne gehört wird im Kompostierwerk mühsam aussortiert und fällt als Restmüll an, dessen Entsorgung wir teuer bezahlen müssen“, so der Kämmerer.

Sollten die Gemeinde weiterhin große Zusatzzahlungen aus der Biomüllentsorgung treffen, sei es notwendig, diese Kosten über die Gebühren umzulegen. Auch sei eine Kontrolle der Abfälle in Biotonnen in absehbarer Zeit geplant. „Stellen wir zum ersten Mal eine Fehlbefüllung fest, werden wir die Bürger durch einen gelben Aufkleber darauf aufmerksam machen“, kündigt Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz an. Würden sich bei einer folgenden Kontrolle weiterhin falsch sortierte Abfälle in der Tonne befinden, werde sie nicht geleert.

Absolut unproblematisch laufe dagegen die Entsorgung von Altpapier. „Briefumschläge, Zeitungen, Kartons, Zeitschriften, Prospekte und Ähnliches gehören in die blaue Tonne“, so Risse. Hierbei könne man darauf achten, beispielsweise die Folienfenster aus Briefumschlägen zu lösen und die wöchentlichen Werbeprospekte aus der Plastikhülle zu nehmen. „Ein Plus von 70 000 Euro bringt uns das gesammelte Altpapier. Wenn wir diese Einnahme nicht hätten, wären die Abfallgebühren für den Einzelnen gut zehn Prozent höher“, weiß der Kämmerer.

Auch bei der Entsorgung von Altglas, gäbe es aktuell kaum Probleme. „Es gehört in die Glascontainer vor Ort“, sagt Risse. Ob mit oder ohne Deckel sei dabei völlig egal. Elektrokleingeräte seien in drei extra aufgestellten Containern innerhalb der Gemeinde zu entsorgen. Zu finden sind sie in Büren auf dem Parkplatz an der Landwehrstraße, in Alt-Lotte an der Jahnstraße hinter der Turnhalle und in Wersen an der Westerkappelner Straße gegenüber von Eversmeyer.

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Sortierhilfen gibt es auf der Internetseite der Gemeinde: www.lotte.de. Dort gibt es auch den Link zu der kostenlosen Abfall-App des Kreises Steinfurt fürs Handy.

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