Ärger mit Fußball-Fans
„So kann´s nicht weitergehen“

Lengerich/Lotte -

Mit dem Aufstieg der Sportfreunde Lotte in die Dritte Liga ist es nicht besser geworden. Ursula Terlau, Wirten des Gleis 3 gegenüber dem Lengericher Bahnhof, hat fast laufend Scherereien mit Fans von Gästemannschaften.

Donnerstag, 02.02.2017, 18:10 Uhr

Das Gleis 3 liegt gegenüber dem Lengericher Bahnhof. Wenn dort Fußball-Fans ankommen oder nach Spielen in Lotte wieder abreisen, kehren sie oft in der Kneipe ein – und lassen dort manchmal ihrem Frust freien Lauf.
Das Gleis 3 liegt gegenüber dem Lengericher Bahnhof. Wenn dort Fußball-Fans ankommen oder nach Spielen in Lotte wieder abreisen, kehren sie oft in der Kneipe ein – und lassen dort manchmal ihrem Frust freien Lauf. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Stimmung ist bei Ursula Terlau so richtig im Keller. „Es sind so viele Dinge, das ist nervlich nicht mehr zu verkraften“, sagt die Wirtin vom Gleis 3. Der letzte Nackenschlag, den sie und ihr Mann verkraften mussten, ist ein Einbruch. Geschehen in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar. Ärger angesammelt hat sich bei der 76-Jährigen indes schon zuvor. Fußballfans oder jene, die sich dafür halten, sind dafür verantwortlich.

Bereits zu Zeiten, als die Sportfreunde Lotte und Preußen Münster noch in der vierten Liga (Regionalliga) spielten, habe sie in dieser Beziehung erstmals unliebsame Bekanntschaft gemacht. Anhänger des Clubs aus der Domstadt seien auf dem Weg zum kleinen Rivalen am Bahnhof Lengerich ausgestiegen. 60 bis 70 von denen hätten bei ihr damals Radau gemacht. Das sei schon mehrere Jahre her.

Seit dem Sommer hat sich die Fußball-Problematik indes wesentlich verschärft. Die Sportfreunde kicken nun in der Dritten Liga. Und in der sind auch eine Reihe von Traditionsvereinen mit entsprechend großer Anhängerschaft dabei. Bei manchen Spielen in Lotte kommen die Fans mit dem Zug in Lengerich an und werden von dort mit Bussen zum Stadion gebracht. Auf dem Rückweg folgt das gleiche Prozedere in umgekehrter Richtung.

Ursula Terlau erzählt, dass gerade dann, wenn es bei der Rückfahrt zu Zugverspätungen komme oder aber ein Zug verpasst werde, es bei ihr brisant werden könne. Diese Erfahrung habe sie bereits mit Gästen aus Duisburg und Magdeburg gemacht. Trotz Polizeipräsenz sei es zu Sachbeschädigungen gekommen. Das Lokal sei vorzeitig geschlossen worden. Statt Umsatz gab es Vandalismusschäden, auf diesen Nenner lassen sich die Beschreibungen der 76-Jährigen bringen.

Und weil sie bereits nach dem Vorfall mit den Preußen-Fans nicht mehr für solche Fälle versichert sei, müsse sie für die Kosten selbst aufkommen, beklagt die Gastwirtin. Dabei betont sie, dass sie nichts gegen Fußball habe, im Gegenteil. Der Blick auf die Wand hinter der Theke bestätigt das. Dort hängt unter anderem ein Schal von Borussia Dortmund. Und Ursula Terlau sagt auch, dass es mit den meisten Fans keine Probleme gebe. Doch so wie zuletzt, da lässt sie keine Zweifel aufkommen, könne es nicht weitergehen. Sie denkt darüber nach, sich deshalb an die Sportfreunde zu wenden.

Zu den Sachschäden kommen nun noch die Folgen des Einbruchs. Der oder die Täter sind durch ein Fenster eingedrungen. In der Gastwirtschaft und den angrenzenden Räumen wurde alles durchsucht. Selbst im Keller wurde nach lohnender Beute Ausschau gehalten. Nachbarn bemerkten das Ganze am frühen Morgen des 14. Januar, verständigten sofort Ursula Terlau und die Polizei.

Tage später weiß die Hausherrin noch immer nicht genau, was alles fehlt. Sicher sei unter anderem: ein vierstelliger Geldbetrag, eine Mikrofonanlage und ein Koffer mit Unterlagen. Die 76-Jährige zeigt Handyfotos. Die Einbrecher haben offenbar ganze Arbeit geleistet und ein heilloses Durcheinander hinterlassen.

Seit Jahrzehnten ist Ursula Terlau im Geschäft. „Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht.“ Aber jetzt, jetzt sei ihr das alles zu viel. „Das kann so nicht weitergehen.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4602701?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F4849609%2F4849611%2F
Pkw brennt auf Kreuzung aus
Dieser Volvo brannte auf der Kreuzung der B 70 mit der Wettringener Straße im Motorraum vollständig aus. Auch das Fahrzeuginnere wurde stark beschädigt.
Nachrichten-Ticker