Zwölftes „25x25“: Bürgerstiftung Lotte schlemmt vegan
Kulinarische Abenteuerreise

Lotte -

Ein unterhaltsamer fleischloser Abend stand den Gästen des 12. Benefizessens „25x25“ zugunsten der Bürgerstiftung Lotte in den Wersener Ratsstuben bevor. Die Seniorenhilfe Lotte erhielt von der Stiftung 600 Euro.

Freitag, 10.03.2017, 16:03 Uhr

Einen veganen Abend erlebten bei der Bürgerstiftung (von links) Dieter-Joachim Srock, Ulrich Harhues, Anette Stalz, Thekla Hasselkuß, Karl-Josef Laumann, Rainer Lammers, Thomas Engel und Wolfgang Isreal.
Einen veganen Abend erlebten bei der Bürgerstiftung (von links) Dieter-Joachim Srock, Ulrich Harhues, Anette Stalz, Thekla Hasselkuß, Karl-Josef Laumann, Rainer Lammers, Thomas Engel und Wolfgang Isreal. Foto: Ursula Holtgrewe

Auch für Ehrengast Karl-Josef Laumann , Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege, war das vegane Menü etwas Neues. Das hatte Anette Stalz in der Küche von Ratsstubenchef Thomas Engel kreiert. Engel ist zugleich Ideengeber für „25x25“: 25 Gäste zahlen für ein Menü je 25 Euro. Engel zieht lediglich die Einkaufskosten ab und stellt der Stiftung den Überschuss zur Verfügung.

„Dass wir Fleisch können, wissen Sie. Dass wir mit Unterstützung auch vegan können, wissen wir ab heute“, resümierte Engel schmunzelnd. Anette Stalz hatte das Viergänge-Menü als „Eine kulinarische Abenteuerreise “ betitelt: Feldsalat mit Äpfeln und karamellisierten Sonnenblumenkernen, Karotten-Rote-Bete-Cremesuppe mit Ingwer und Kokosmilch, Sesam-Orangenpolenta auf Kichererbsengemüse und Mousse au Chocolat mit eingelegten Früchten.

Abenteuerlich gedeckt waren auch die Tische. Das Besteck lag durcheinander in der Mitte. Die Gastköchin hatte für jede Speise ein würziges Bouquet komponiert, das – einige – vergessen ließ, dass kein Fleisch auf die Tische kam. Beispielsweise überraschte die Orangenpolenta mit dem orientalischen „Ras el-Hanout“ in den Kichererbsen. Stalz, die auch Vegan-Scout ist, berät Interessierte gern: www.vegan-coach.eu.

Nun, Interesse war bei den Benefiz-Gästen vorhanden. Thekla Hasselkuß steuerte aus ihrer reichhaltigen Märchenerzählerin-Schatztruhe auch ein veganes über Wein bei – und ein berührendes über Senioren.

Karl-Josef Laumann räumte ein: „Einen Riesenbecker Bauernjungen zu einem veganen Essen einzuladen ist sehr mutig.“ Aber: „Man konnte es sehr gut essen.“ Aus seiner Arbeitspraxis berichtete er über die häufige Einsamkeit von hochbetagten Senioren, deren Bewegungsradius in der Wohnung sehr eingeschränkt ist. Auch wenn der Pflegedienst zweimal täglich komme: „Ein Tag ist sehr lang“, betonte Laumann.

2,9 Millionen Menschen sind in der Pflegeversicherung. Durchschnittlich werden Leistungsempfänger drei Jahre lang betreut. „Diese Personen ein Stück weit in der Gesellschaft zu behalten, ist eine wichtige Aufgabe“, hob er heraus.

Vergleichbar mit der familienfreundlichen Betreuung von Kleinkindern müssten Strukturen geschaffen werden, so dass auch Hochbetagte versorgt werden, sagte der Staatssekretär. Er verwies darauf, dass das Bundesgesundheitsministerium die Leistungen für Tagespflege erhöht habe, „damit die Menschen zweimal pro Woche in eine Gemeinschaft kommen können“.

Um qualifizierte Versorgung und Betreuung älterer Menschen zu gewährleisten, müsse wesentlich mehr Pflegepersonal ausgebildet werden, stellte Laumann klar. Zwar seien 600.000 Personen in der Seniorenpflege tätig, aber es werden jährlich cirka 20.000 mehr benötigt, weil der Betreuungsbedarf steige.

Auch das „bürgerschaftliche Engagement“ der Seniorenhilfe Lotte als Hilfe zur Selbsthilfe lobte Laumann. Sie sorgten dafür, dass Senioren möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. „Die menschliche Zuwendung in der Gesellschaft zu erhalten, halte ich für eine wichtige Aufgabe. Dann wird die Gesellschaft über Generationen hinweg zusammenhalten“, stellte Laumann in Aussicht.

Für die Seniorenhilfe Lotte nahm Kassenwartin Gisela Klekamp-Lange von der Bürgerstiftung 600 Euro entgegen. „Es ist eine große Freude, wie die Hilfe angelaufen ist. Wir haben mehr als 90 Mitglieder, darunter sehr viele Fördermitglieder“, berichtete sie.

Wie immer dankte der Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Israel im Namen seines Vertreters Ulrich Harhues, Stiftungsratsgeschäftsführer Dieter-Joachim Srock und weiteren Vertretern der Stiftung. „Älter zu werden ist ein ernstes Thema. Es still geworden, als Sie darüber berichtet haben“, resümierte Israel. Ruhig war es indes nur kurz, denn die Gäste hatten sich eine Menge zu erzählen.

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