Der Kunstkreis Lotte treibt es bunt mit dem Reformator
Luther als Kunstobjekt

Lotte -

Farblich gekleidet steht die vor Kurzem noch schneeweiße Martin-Luther-Figur nun im Alt-Lotter evangelischen Gemeindehaus „Arche“. Der Kunstkreis Lotte hat sich kreative Details ausgedacht inklusive eines Bezugs zu heute.

Dienstag, 14.03.2017, 08:03 Uhr

Die Kreativen des Kunstkreises Lotte gestalten die Martin-Luther-Skulptur farblich (von links): Renate Bodi, Klara Harhues, Claus Weidner, Yu-Fen Kuo-Heinrich Gabriele Meyer und Edith Krüger.
Die Kreativen des Kunstkreises Lotte gestalten die Martin-Luther-Skulptur farblich (von links): Renate Bodi, Klara Harhues, Claus Weidner, Yu-Fen Kuo-Heinrich Gabriele Meyer und Edith Krüger. Foto: Ursula Holtgrewe

Martin Luther war es, der im Jahr 1517 Thesen verfasste, in denen er gegen den bischöflichen Ablasshandel predigte. Das wiederum löste vor 500 Jahren die Reformation aus. Sie wird in diesem Jahr von der evangelischen Kirche mit etlichen Aktionen gewürdigt.

Auch in der Alt-Lotter Kirchengemeinde. Eine ist die Gestaltung der 2,5 Meter hohen weißen Figur. Das hat nun der Kunstkreis übernommen. Die „Arche“ wird stundenweise zum Atelier. „Wir treffen uns hier zum dritten Mal. Beim ersten Mal haben wir beraten. Heute greifen wir zum zweiten Mal zu Pinseln und Farbe“, berichtete Kunstkreispräsident Claus Weidner .

Mit leerem Blick, weil die Pupille im Augapfel noch nicht farbig war, beeindruckte die Gestalt bereits im schwarzen Ornat eines Theologieprofessors. Die Kreativen verwenden schnell trocknende Acrylfarbe.

Claus Weidner stand auf einem Tisch, Zeitung unter den Sohlen zum Schutz, und färbte Luthers Haare um. Tests in Ockertönen und der Pony unterm Barett wurden braun übermalt. Renate Bodi hatte eine passendere Farbe für den Teint ausgewählt. Die erste Kolorierung sah zu sehr nach Leberkrankheit aus. „Obwohl: Martin Luther hat gern gegessen und getrunken“, sagte sie schmunzelnd.

„Und er bekommt noch rosa Wangen“, ergänzte Gabriele Meyer. Sie, Edith Krüger und Yu-Fen Kuo-Heinrich schnitten Zeitungsartikel und Überschriften aus. „Die sollen auf der Schulterpartie aufgeklebt werden. Die ist relativ gerade“, verriet Gabriele Meyer eine der zahlreichen gestalterischen Ideen. Für die aufgeschlagene Bibel in den Händen des Reformators gibt es gleichfalls eine besondere Umsetzung.

Auch das wird er ebenso geduldig über sich ergehen lassen, wie sich die Künstler mit fachkundigem Blick und sicherer Pinselführung stressfrei an ihre Arbeit machen. „Dreh ihn mal ein Stück weiter“, sagte Klara Harhues. Sie saß zu Füßen von Renate Bodi auf einem Tisch und ließ mit weißer Farbe Hemdenmanschetten aus dem schwarten Ornat herausblitzen – Feinarbeit mit feinem Pinsel. Verschiedentlich erwies es sich als die Lösung schlechthin, die Gestalt auf eine Platte mit Rollen gestellt zu haben. So kann Martin Luther in der „Arche“ hin und her geschoben werden.

Einen ganz besonderen Gag haben sich die Aktiven für ihren Luther noch ausgedacht. Welchen? Den können Besucher der „Arche“ irgendwann entdecken, wenn sie sich den Martin Luther ganz genau anschauen. Spannend ist es allemal zu verfolgen, wie sich die raumhohe Figur nach jedem Einsatz des Kunstkreises verändert hat.

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