Ortsverband Westerkappeln zieht Bilanz
Der VdK gestaltet mit

Westerkappeln -

Das neue Pflegestärkungsgesetz hat einige Verbesserungen für die Betroffenen gebracht. Das sei nicht zuletzt der Mitwirkung des VdK zu verdanken, betonte jetzt Werner Lammers, Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes Steinfurt, bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Westerkappeln.

Mittwoch, 15.03.2017, 13:03 Uhr

Ehrung: Werner Lammers (Ehrenvorsitzender Kreisverband, links) und Ortsverbandsvorsitzender Gerd Weglage (2. von links) zeichneten Gisela Artmeier, Anna Robbers, Annette Peters, Heinrich Robbers und Helmut Markus für ihre jahrelange Treue zum VdK aus. Einige Geehrten fehlten bei der Versammlung.
Ehrung: Werner Lammers (Ehrenvorsitzender Kreisverband, links) und Ortsverbandsvorsitzender Gerd Weglage (2. von links) zeichneten Gisela Artmeier, Anna Robbers, Annette Peters, Heinrich Robbers und Helmut Markus für ihre jahrelange Treue zum VdK aus. Einige Geehrten fehlten bei der Versammlung. Foto: Jannik Zeiser

Das neue Pflegestärkungsgesetz hat einige Verbesserungen für die Betroffenen gebracht. Aber auch „Schildbürgerstreiche“ seien darin zu finden. Darüber informierte jetzt Werner Lammers, Ehrenvorsitzender des VdK-Kreisverbandes Steinfurt , bei Weggen und Kaffee anlässlich der Jahresversammlung des Ortsverbandes Westerkappeln .

Seit Anfang Januar diesen Jahres gilt das sogenannte zweite Pflegestärkungsgesetz. Als wohl wichtigste Änderung hat es die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade mit sich gebracht: Statt der früheren drei Pflegestufen gibt es nun fünf verschiedene Grade für die Abstufung der Pflegebedürftigkeit. Wer zurzeit schon pflegebedürftig ist, für den erfolgt die Umstellung weitgehend automatisch, die Betroffenen selbst müssen sich nicht darum kümmern. In den Pflegegraden sind nun auch geistige Einschränkungen – etwa durch Alzheimer- und Demenzerkrankungen – berücksichtigt. „Das ist eindeutig ein Vorteil“, meinte Lammers.

Als weiteren positiven Punkt nannte er eine Kostendeckelung bei der Eigenbeteiligung in der stationären Pflege: Bisher sei es so gewesen, dass bei einer Hochstufung der Pflegestufe auch die Eigenbeteiligung für Betroffene und Angehörige stieg. Mit der Pflegereform blieben nun die Kosten selbst bei einer Anhebung des Pflegegrades gleich.

Eine weitere Änderung durch die Pflegereform hob Lammers jedoch als „absurd“ hervor: Bisher hätten Betroffene nachweisen müssen, welche Tätigkeiten sie nicht mehr selbstständig beherrschten. Nun liege der Fokus im Gegenteil darauf, was Betroffene noch selbstständig tun können. Verkehrte Welt, findet Lammers: „Wäre es nicht so ernst, würde ich das als Schildbürgerstreich bezeichnen.“

An den überwiegend positiven Veränderung habe der VdK enorm mitgewirkt, betonte Werner Lammers und richtete dann das Lob direkt an die Versammelten: „Das haben wir alle geleistet – durch unsere Mitgliedschaft im Sozialverband.“ Der VdK sei bei weitem der mitgliederstärkste Sozialverband Deutschlands und könne daher auch einen großen Einfluss geltend machen.

Der Ortsverband Westerkappeln trägt zu diesem Trend bei, konnte er doch auch im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs von Mitgliedern verzeichnen: 55 Neuzugänge habe es 2016 gegeben, berichtete Ortsverbandsvorsitzender Gerd Weglage.

Zahlen, von denen viele andere Vereine und Verbände in der Gemeinde wohl nicht ein mal zu träumen wagen, Mittlerweile hat der Ortsverband Westerkappeln 418 Mitglieder. „Als ich 2002 angefangen bin waren es noch 202“, sagt der Vorsitzende. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, hat der VdK doch jedes Jahr durchschnittlich auch zehn bis fünfzehn Sterbefälle zu betrauern. „Austritte haben wir fast gar nicht“, betont Weglage.

Gerd Weglage gab einen kleinen Ausblick auf die Veranstaltungen des VdK im laufenden Jahr. Zu den Höhepunkten zählen etwa eine sozialpolitische Kaffeetafel in der Gaststätte Kuckucksnest am 17. Mai, bei der Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer zum Thema „Westerkappeln heute und morgen“ sprechen wird. Am 16. Juli unternimmt der VdK eine Halbtagesfahrt zur Bockholter Emsfähre und zum Sachsenhof Greven-Pentrup. Vom 6. bis zum 9. Juli führt eine Mehrtagesfahrt unter anderem ins bayrische Erbendorf und nach Regensburg.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft ehrte der Vorsitzende Giesela Artmeier, Gudrun Diersmann, Wolfgang Diersmann, Petra Hoge, Klara Kapis, Silke Müller, Annette Peters, Anna Robbers, Heinrich Robbers, Heike Schirmer, Horst Schulte, Elisabeth Schwermann und Renate Semmler – sie alle haben dem VdK bereits zehn Jahre die Treue gehalten. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Helmut Markus geehrt.

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