Sportfreunde Lotte
Wer zahlt für den neuen Rasen?

Lotte -

Während sich der Trubel um das Pokalviertelfinale gegen Dortmund langsam legt, stellt sich eine Frage brennender denn je: Kriegen die Sportfreunde Lotte einen neuen Rasenplatz ? Und: Wer wird ihn bezahlen ?

Donnerstag, 16.03.2017, 17:03 Uhr

Der Rasen im Lotter Stadion hat schon bessere Zeiten gesehen.
Der Rasen im Lotter Stadion hat schon bessere Zeiten gesehen. Foto: Mrugalla

Die Sportfreunde sehen hier die Verwaltung in der Pflicht. Für Verwaltung und Politik ist aber noch alles offen. Man habe bei einem „interfraktionellen Treffen“ mit den Fraktionsvorsitzenden und Manfred Wilke über genau dieses Thema gesprochen, bestätigt Bürgermeister Rainer Lammers unserer Redaktion. Eine Entscheidung zur Finanzierung einer neuen Rasenfläche habe es dabei nicht gegeben.

„Die Gemeinde ist Eigentümer der Rasenfläche und es gehört zu ihren Aufgaben, diese auch instand zu halten“, erklärt Lottes Fußball-Obmann Manfred Wilke seinen Standpunkt. Der Rasen werde nicht ausschließlich von den Drittligafußballern des Vereins genutzt, sondern stehe auch dem Breitensport zur Verfügung. „Cheerleader, Leichtathleten und viele andere Sportler trainieren in den Sommermonaten auf der Rasenfläche“, so Wilke.

Er habe gegenüber der Verwaltung und den Fraktionen deutlich gemacht, dass der Rasen in seiner jetzigen Form nicht mehr brauchbar sei. Dieser stamme aus den 1980er Jahren und müsse dringend erneuert werden. Genauso habe es die Verwaltung beispielsweise vor einigen Jahren beim SV Büren getan. „Da wir im Sommer nun eh eine Rasenheizung verlegen müssen, bietet es sich an, gleichzeitig auch den Rasen samt Unterbau zu erneuern.“

Was für Wilke klar zu sein scheint, sehen die Entscheider differenziert. Die Grünen sind gegen eine Finanzierung durch die Gemeinde. In einer Pressemitteilung erklären sie: „Wir sind immer der Meinung gewesen, dass die Gemeinde die Aufgabe hat, den Breiten- und vor allem den Jugendsport zu fördern, aber nicht den Profisport.“ Nach der Rechtsauffassung der Grünen dürfe die Gemeinde dies auch nicht. Der Rasen diene fast ausschließlich der Profimannschaft, und lediglich für deren Ansprüche sei er ungenügend. „Gäbe es die Drittligamannschaft nicht, dächte niemand an die Erneuerung“, heißt es weiter.

Außerdem prangern sie eine bevorzugte Behandlung der Sportfreunde Lotte seitens der Verwaltung an. So heißt es: „Für das Anliegen der Sportfreunde Lotte war der Bürgermeister binnen weniger Stunden in der Lage, Dinge in die Wege zu leiten.“ In anderen Angelegenheiten, wie dem Nadelöhr an der Achmerstraße oder fehlenden Kitaplätzen, müssten die Bürger über drei Monate auf Antworten warten.

Diese Vorwürfe weist Bürgermeister Rainer Lammers zurück. Es bleibe im Rathaus nichts zugunsten der Sportfreunde liegen. Das informelle Treffen der Fraktionsvorsitzenden habe stattgefunden, weil nach der Absage des Pokalspiels viele Fragen im Raum standen – unter anderem auch die Erneuerung der Rasenfläche. „Anfragen der gesamten deutschen Sportpresse sind bei uns aufgelaufen. Es ging immer um den Rasen und das Nachholspiel.“ In der Sitzung habe man gemeinsam überlegt, wie mit der Situation umzugehen sei. „Und am Ende ist das Spiel doch in Osnabrück ausgetragen worden“, erinnert Lammers. Nun müsse das Anliegen der Sportfreunde in den Fraktionen diskutiert werden, dann gehe es in die Ausschüsse und letztendlich entscheide der Rat. „So wie immer“, betont Lammers.

Also viel Wirbel um nichts? „Der Platz stammt aus den 1980er Jahren“, erklärt Jörg Risse, Kämmerer der Gemeinde Lotte. Der Unterbau der Rasenfläche bestehe noch aus Mutterboden. Dies führe dazu, dass die Fläche im Herbst und Winter kaum bespielbar sei. „Das Regenwasser fließt nicht ab und es entsteht ein Matschfeld“, erklärt er. Daher sei es sinnvoll, sich Gedanken darüber zumachen, den Unterbau des Platzes sowie die Rasenfläche auf den neuesten Stand zu bringen. „Gerade dann, wenn der Rasen sowieso für das Verlegen der Heizung teilweise aufgenommen werden muss.“ Wer dafür am Ende aufkommen müsse, darüber habe die Politik zu entscheiden.

Und was sagen CDU, SPD und FDP? Werner Schwentker (CDU), Thomas Giebel (SPD) und Friedhelm Pösse (FDP) sind sich einig: Man habe als politische Vertreter die Aufgabe, die Anträge der Sportfreunde Lotte genauso zu prüfen, wie alle anderen Anträge auch. Das interfraktionelle Treffen, direkt nach der Pokalspielabsage, fanden sie gut und betonten: „Es sind keine Entscheidungen gefallen.“

Wilke jedoch brennt die Zeit unter den Nägeln. Im Juni müsse der Platz gemacht werden, damit zur neuen Saison die geforderte Rasenheizung installiert ist.

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