Nicht nur die Profis sind erfolgreich
Sportfreunde Lotte behalten Bodenhaftung

Lotte -

Wer befürchtet, die Sportfreunde Lotte könnten im mit Abstand erfolgreichsten Jahr ihrer Vereinsgeschichte die Bodenhaftung verlieren, wurde durch die Jahresversammlung am Freitagabend eines Besseren belehrt. Denn die Sportfreunde sind mehr als Fußball.

Sonntag, 19.03.2017, 14:03 Uhr

Hinter den Jubilaren (von links) Peter Jarczyk, Brigitte Lienemann, Lotte Budke und Klaus-Peter Wiemer stand der gesamte Vorstand der Sportfreunde Lotte mit Hans-Ulrich Saatkamp, Florian Heinrichs, Bernd Teepe, Sven Westerhus, Heinz Budke und Rudolf Winkler.
Hinter den Jubilaren (von links) Peter Jarczyk, Brigitte Lienemann, Lotte Budke und Klaus-Peter Wiemer stand der gesamte Vorstand der Sportfreunde Lotte mit Hans-Ulrich Saatkamp, Florian Heinrichs, Bernd Teepe, Sven Westerhus, Heinz Budke und Rudolf Winkler. Foto: Thomas Niemeyer

Wer befürchtet, die Sportfreunde Lotte könnten im mit Abstand erfolgreichsten Jahr ihrer Vereinsgeschichte die Bodenhaftung verlieren, wurde durch die Jahresversammlung am Freitagabend eines Besseren belehrt. Nach knapp einer Stunde waren die Regularien ganz normal abgearbeitet.

Bevor der sechsköpfige Vorstand vor sage uns schreibe 23 Mitgliedern seiner alljährlichen Berichtspflicht genügte, ging Vorsitzender Hans-Ulrich Saatkamp in seiner Begrüßung kurz auf die Erfolgsgeschichte 2016 aus Regionalliga-Meisterschaft, Aufstieg in die Dritte Liga, Pokalsiegen gegen Werder Bremen und Bayer Leverkusen und überzeugenden Punktspielen ein: „Es war ein sportlich unglaublich erfolgreiches Jahr. Doch was die Arbeit anging, war es noch herausfordernder.“

Zum Teil hätten die Anforderungen der neuen Liga „die Grenzen des Zumutbaren überschritten“, stellte Saatkamp sachlich fest. Und spürbar von Herzen schloss er seinen Dank an jene an, die sich dem nicht entzogen hätten: den Funktionsträgern in Geschäftsstelle und Vereinsführung, aber gerade auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern unter den Mitgliedern.

Sie hätten maßgeblich zu dem positiven Eindruck beigetragen, den die Sportfreunde „derzeit in ganz Deutschland vermitteln“. Der Vorsitzende appellierte an die große SFL-Familie, weiter dabei mitzuhelfen, diesen positiven Eindruck zu bewahren. Damit verließ die Vereinsführung gedanklich auch schon die große Fußballbühne und wechselte mit völliger Selbstverständlichkeit auf die Lotter Dorfebene zurück.

Der dritte Vorsitzende Sven Westerhus berichtete nahezu gleichgewichtig über die drei Herren-Fußballmannschaften und die Traditionself. Zwar merkte er erfreut an, dass die erste Mannschaft aktuell zwölf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge habe; zum durchaus denkbaren Zweitliga-Aufstieg aber sagte er kein Wort.

Von zehn Jugend-Fußballmannschaften in allen Altersklassen durfte der zweite Vorsitzende Florian Heinrichs stolz berichten. Jeder einzelne Übungsleiter fand dankbare Erwähnung.

Aber die Sportfreunde sind mehr als Fußball. Lena Telgmann berichtete über die sechs Handballmannschaften, die in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Büren um Punkte kämpfen.

Und Jugendleiter Heinz Budke gab eine Übersicht der zahlreichen Angebote im Bereich Gymnastik und Gesundheitssport. Dabei lobte er die verstärkte Zusammenarbeit mit dem TuS Lotte und dankte ausdrücklich dessen Vorsitzendem Günter Fischer für das „tolle Miteinander – das war nicht immer so.“ Beide Vereine gemeinsam seien immer auf der Suche nach Übungsleitern, um die Angebote weiter auszubauen.

Neue Wege will Budke gehen, um die Sportfreunde für die Zukunft fit zu machen. In Kooperation mit Sponsoren sollen gezielte Kurse zur gesundheitlichen Vorbeugung und Rehabilitation in örtlichen Unternehmen veranstaltet werden. Bereits für April ist ein Pilotprojekt geplant. Für den Jugend- und Breitensport stellte Budke einen Sogeffekt durch die Fußballerfolge fest. Die Vorbereitungen auf den Weltkindertag am 17. September im Frimo-Stadion laufen bereits.

Aus der Abteilung Bewegungssport berichtete Rudolf Winkler über die Sportabzeichen-Aktion und den Volkslauf rund ums Lotter Kreuz, an dem in diesem Jahr 100 Läufer teilnehmen sollen, nachdem es bei der 28. Auflage nur 27 bzw. 38 Teilnehmer über die zwölf bzw. sechs Kilometer lange Runde waren. „Da bist du dann ja auch dabei, Uli“, frotzelte Winkler. „Mal sehen, Rudi“, ließ sich Saatkamp nicht locken.

Nachdem die Versammlung die Abteilungsleiter in ihren Ämtern bestätigt hatte, kam die Reihe an Schatzmeister Bernd Teepe. Durch das Hinzukommen erheblicher Werte im und um das Stadion sei das Anlagevermögen in der Bilanz auf 2,64 Millionen Euro gestiegen. Zwar hätten sich Ausgaben wie Einnahmen mit knapp über 3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, erläuterte Teepe; aber realistisch sei ein Betrag von 2,4 Millionen, da durch den Pokal hohe durchlaufende Posten darin enthalten seien. Der Überschuss von rund 34 000 Euro bewegte sich dagegen im üblichen Rahmen.

Teepe: Profi erforderlich

Für die Zukunft mahnte der langjährige Kassenwart an, dass sowohl das DFB-Statut als auch der erreichte Aufwand einen hauptamtlichen Finanzverantwortlichen in der Vereinsführung fordere. Er selbst habe bereits vor drei Jahren angekündigt, dass nicht länger zu schaffen. Hans-Ulrich Saatkamp sagte ihm zu, dass der Vorstand sich damit befassen werde.

Nachdem Klaus-Peter Wiemer einen Dank des in Abwesenheit einstimmig wiedergewählten Ältestenrates für „viele Glücksmomente in 2016“ verlesen hatte, ging es an die Ehrungen: Für 60 Jahre im Verein erhielt Brigitte Lienemann Urkunde, Wein und Flachgeschenk. 50 Jahre sind Lotte Budke, Klaus-Peter Wiemer und Peter Jarczyk dabei. In Abwesenheit wurden Gabi Lamping für 40 sowie Michael Hörnschemeyer und Frank Horstmeier für 25 Jahre geehrt.

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