Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen in Lotte
Anerkannt, geduldet, abgeschoben

Lotte -

Wie viele Flüchtlinge leben eigentlich in Lotte? Und wie viele von ihnen sind bereits „anerkannt“? Diesen und noch anderen Fragen zur Flüchtlingssituation in der Gemeinde ist die Redaktion nachgegangen.

Dienstag, 21.03.2017, 19:03 Uhr

 
  Foto: dpa

Dass Integration innerhalb der Gemeinde an Rande von Nordrhein-Westfalen gelebt wird, machen viele ehrenamtliche Helfer möglich. Jüngst bedankte sich Bürgermeister Rainer Lammers mit einem gemeinsamen Essen bei denjenigen, die sich in ihrer Freizeit für Flüchtlinge ehrenamtlich engagieren.

Doch um wie viele Menschen geht es hier eigentlich ? Wir haben bei der Verwaltung und dem Kreis Steinfurt nachgefragt: 239 Flüchtlinge leben aktuell in der Gemeinde Lotte . Über einen sogenannten „ Aufenthaltstitel “ konnten sich im vergangenen Jahr 74 Menschen freuen.

Sie wurden als Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte anerkannt und haben von der Ausländerbehörde einen elektronischen Aufenthaltstitel laut Aufenthaltsgesetz bekommen. Diesen Titel benötigen sie, um vorerst in Deutschland bleiben zu können. Er kann als zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis, die sogenannte blaue Karte EU (bei erstmaliger Erteilung auf vier Jahre befristet), als unbefristete Niederlassungserlaubnis oder als unbefristete Erlaubnis zum Daueraufenthalt erteilt werden.

Und was ist der Unterschied zwischen einem Flüchtling und einem subsidiär Schutzberechtigten ? Subsidiär Schutzberechtigte sind Menschen, die ihre Heimatländer wegen Naturkatastrophen, Krieg oder Terror verlassen und nicht unter die Genfer Konventionen fallen.

Die Genfer Konventionen sind eine völkerrechtlich verbindliche Regelung zum Umgang mit Flüchtlingen. Sie definieren einen Flüchtling als Person, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt wird. Menschen, die vor Armut, Krieg und Katastrophen fliehen, gehören nicht dazu. Sie haben keine Aussicht auf Asyl oder Anerkennung als Flüchtling, können aber unter subsidiären Schutz gestellt werden, wenn ihnen in ihrer Heimat ernsthafter Schaden droht. Dies kann die Verhängung oder Vollstreckung der Todesstrafe, Folter oder willkürliche Gewalt sein, ist auf der Internetseite des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erklärt.

Zurück zur Situation in Lotte: Für 146 Menschen ist es derzeit noch offen, ob sie in Lotte bleiben dürfen oder nicht. Sie warten auf das Ergebnis ihres Asylantrags. Ihr Verfahren läuft derzeit, erklärt der Kreis Steinfurt auf Anfrage.

27 Flüchtlinge, deren Asylantrag bereits rechtskräftig abgelehnt wurde, sind geduldet. Die Duldung ist nach der Definition des deutschen Aufenthaltsrechts eine „vorübergehende Aussetzung der Abschiebung“ von ausreisepflichtigen Ausländern. Sie stellt keinen Aufenthaltstitel dar und begründet daher auch keinen rechtmäßigen Aufenthalt.

Gründe für eine Duldung können unter anderem Krankheit oder fehlende Papiere sein. Über die Anzahl der Abschiebungen werden laut Landkreis in keinen Kommunen Statistiken geführt.

94 Flüchtlinge leben momentan in einer der sechs von der Gemeinde vorgehaltenen Flüchtlingsunterkünfte. Weiterhin werden Wohnungen vor allem für asylberechtigte Bürger zwecks eigener Anmietung gesucht, so die Verwaltung.

Lediglich vier Personen sind in Lotte als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge registriert.

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