Abriss der A-1-Dütebrücke bei Lotte im Spätsommer
Einmalig: Verkehr fließt bald über ein Gerüst

Lotte -

Der erste Teil der A-1-Dütebrücke Richtung Bremen soll im Spätsommer abgerissen werden. Bis dahin laufen die Vorbereitungen für dieses in Deutschland bisher einmalige 45-Millionen-Euro-Projekt auf Hochtouren.

Dienstag, 21.03.2017, 18:03 Uhr

Noch 2000 Pfähle müssen in den Boden unterhalb der Dütebrücke gerammt werden, dann kann das Gerüst aufgestellt werden und die derzeitige Betonkonstruktion für die Zeit der Erneuerung ablösen.
Noch 2000 Pfähle müssen in den Boden unterhalb der Dütebrücke gerammt werden, dann kann das Gerüst aufgestellt werden und die derzeitige Betonkonstruktion für die Zeit der Erneuerung ablösen. Foto: Jessica von den Benken

Wann genau die Abrissarbeiten beginnen, kann Projektleiter Heinrich Kahlmeyer vom Landesbetrieb Straßenbau NRW aktuell nicht sagen. „Nach den Sommerferien in NRW und Niedersachsen wird sich ein Zeitfenster auftun, das wir nutzen werden, um im ersten Schritt die Brückenplatte in zwei Teile zu schneiden“, erklärt er bei einem Pressetermin vor Ort.

Dazu sei eine Vollsperrung der A 1 an dieser Stelle notwendig. „Wir brauchen etwa 60 Stunden und werden mit sechs Teams vor Ort arbeiten“, sagt Josef Brinkhaus, Pressesprecher der Landesbehörde.

Spezielle Gerüstkonstruktion

Im nächsten Schritt werde dann die Fahrbahn Richtung Bremen abgerissen und neu gebaut. Während dieser Zeit soll der gesamte Verkehr über den Teil der Brücke geleitet werden, der nach Dortmund führt. Das Besondere daran: Nach der Trennung der Fahrbahn wird die Brücke lediglich von einer speziellen Gerüstkonstruktion getragen. Ein bis dato einmaliges Projekt, das es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Zur Erinnerung: Seit 2011 ist klar, dass mit der Dütebrücke etwas passieren muss. „Damals ist die sogenannte Nachrechnungsrichtlinie in Kraft getreten, und die A-1-Dütebrücke ist eine der ersten in Deutschland gewesen, die den neuen Anforderungen nicht gerecht wurden“, erinnert sich Kahlmeyer. Ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums bestätigte: Die Standfestigkeit für den Schwerlastverkehr ist nicht mehr gewährleistet. Gehandelt wurde schnell.

Erklären die Pläne (von links): Heinrich Kahlmeyer, Sandra Beermann und Josef Beinhaus vom Landesbetrieb NRW

Erklären die Pläne (von links): Heinrich Kahlmeyer, Sandra Beermann und Josef Beinhaus vom Landesbetrieb NRW Foto: Jessica von den Benken

Die beiden äußeren Fahrbahnen der sechsspurig ausgebauten Brücke sind seitdem gesperrt, der Verkehr zwängt sich durch ein Nadelöhr. Er wird über sechs Bahnen an die Brücke herangeführt und verengt sich dann auf vier Spuren.

Eine neue Brücke

„So etwas kann auf Dauer keine Lösung sein“, weiß der Projektleiter. Eine neue Brücke muss her. Eigentlich kein Problem, wenn nicht die alte Brücke aus nur einer einzigen 280 Meter langen und 35 Meter breiten Betonplatte auf acht Stützenpaaren bestehen würde.

„Wir müssen die Brücke in der Mitte durchschneiden und mit einer eigens für dieses Projekt entwickelten Trägergerüstkonstruktion abfangen“, so Kahlmeyer.

Gerüst durchgängig befahrbar

Dazu musste im Vorfeld jedoch erst der Untergrund für das Gerüst vorbereitet und der Dütelauf verlegt werden. Kein einfaches Unterfangen. Jetzt ist es bald so weit: Die letzten 2000 Erdpfähle aus Betongemisch werden momentan gesetzt. „Damit sind wir noch gut zwei Monate beschäftigt“, so Kahlmeyer.

Im Mai soll das spezielle Gerüst aufgebaut werden, das die ganze Last der Brücke tragen wird, sobald die Brückenplatten getrennt werden. „Ein Monitoringsystem wird dann rund um die Uhr die Bewegungen des Gerüstes überwachen. Sollte die Konstruktion auch nur um einen Millimeter absacken, schlägt das System Alarm, und das Gerüst justiert automatisch nach“, so der Fachmann. „So wollen wir die größtmögliche Sicherheit gewährleisten.“ Schließlich werde die Brücke – bis auf wenige Tage – während der gesamten Bauphase durchgängig befahren. Im Sommer 2020 soll die neue Brücke komplett fertig sein.

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