Veruntreuung in Lotte
Mit fremden Geld Schulden bezahlt

Lotte/Tecklenburg -

Wegen Untreue hat das Amtsgericht Tecklenburg eine Mitarbeiterin einer Lotter Einrichtung zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilte.

Mittwoch, 22.03.2017, 15:03 Uhr

 
  Foto: GaToR/Fotolia

Die Steinfurterin hatte gestanden, im Oktober des vergangenen Jahres von einem Eigengeldkonto , das sie für die Bewohner verwaltete, 6000 Euro abgehoben und damit ihre Schulden bezahlt zu haben.

Das Amt hatte versehentlich 6000 Euro auf das Konto überwiesen. Sie habe eine Kollegin und die Verwaltung darüber informiert und die Kopie des Kontoauszugs hingeschickt, sagte die 57-Jährige aus.

„Als nichts zurückkam und mir meine Schulden immer mehr über den Kopf wuchsen, habe ich mir von einer Kollegin einen Blankoscheck unterschreiben lassen und mir später das Geld auszahlen lassen“, fuhr die Frau unter Tränen fort. Das Schlimmste war wohl für sie, dass sie ihre Kollegin, die nichts ahnte, in die Sache hineingezogen hatte.

„Ich weiß nicht, was ich gedacht habe, aber ich war froh, als das Ganze aufflog und der Druck weg war“, machte die noch sichtlich erschütterte Frau vor Gericht deutlich.

Vier Wochen nach der Auszahlung des Geldes kam die Straftat im Rahmen einer Kassenprüfung ans Licht. „Die fehlerhafte Überweisung hätte zurücküberwiesen werden sollen“, erinnert sich ein Verwaltungsangestellter, der die Buchungen zurückverfolgte und feststellte, dass die 6000 Euro bar abgehoben worden waren.

Sie gehe davon aus, dass die sehr reuige Angeklagte einen einmaligen Fehler begangen habe, war die Vertreterin der Staatsanwaltschaft überzeugt. Weil es sich aber um einen relativ hohen Geldbetrag handele, den die Frau veruntreut hat, könne eine Geldstrafe nicht an der unteren Grenze bleiben, begründete sie ihre Forderung nach 70 Tagessätzen. Dem schloss sich das Gericht an.

Die Frau hat bereits eine Vereinbarung mit ihrem früheren Arbeitgeber getroffen. Sie wird das Geld so schnell wie möglich zurückzahlen.

Hinzu kommen nun für sie die Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro und die Kosten des Verfahrens.

Dass sie sich zu der Tat habe hinreißen lassen, habe ihre finanziellen Schwierigkeiten noch vergrößert, führte der Richter der 57-Jährigen vor Augen.

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