„Bürgerradweg Hollage-Halen soll Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verbinden
„Wir überwinden Grenzen“

Lotte/Wallenhorst -

Es ist wohl deutschlandweit einmalig, dass sich ein Verein für einen Radweg engagiert, der zwei Bundesländer verbindet. Der jüngst gegründete heißt „Bürgerradweg Hollage-Halen – Wir überwinden Grenzen“.

Donnerstag, 23.03.2017, 18:03 Uhr

Zwischen Hollage und Halen  soll ein Radweg gebaut werden. Probleme bereiten Brücken über Stichkanal, Hase und Bachläufe. Sie treiben die Kosten in die Höhe.
Zwischen Hollage und Halen  soll ein Radweg gebaut werden. Probleme bereiten Brücken über Stichkanal, Hase und Bachläufe. Sie treiben die Kosten in die Höhe. Foto: Jörn Martens

Er soll den niedersächsischen Wallenhorster Ortsteil Hollage mit dem Lotter Ortsteil Halen in NRW verbinden. Vorstand und Mitgliedern klar: Es wird dauern. Gleichwohl erhalten sie Unterstützung von Politikern auf unterschiedlichen Ebenen.

Die Basis für das Projekt legten Halener und Hollager Bürger bei der Jahresversammlung des Vereins „ Bürgerradweg Wersen-Halen-Büren“ im Wersener „Tennessee Mountain“. Für fast 60 Besucher war der Kaminraum zu klein. Einige saßen sogar auf Treppenstufen.

Der Vorsitzende Ulrich Schwabe berichtete rückblickend über die Bauabschnitte der Radeltrassen in neun Jahren. „Wir sind stolz darauf, dass wir das geschafft haben“, resümierte er unter Applaus.

Als feststand, dass der Verein mit neuem Namen und Ziel länderübergreifend weiterarbeiten wird, nahm sich der Vorstand die Satzung vor. Rechtsanwalt Christian Thies erklärte die Modifizierungen des zehn Jahre alten Schriftstücks. „Der Vereinszweck muss angepasst werden, weil es um die Errichtung von Fuß- und Radwegestücken geht, die die Ortsteile Hollage und Halen verbinden“, erklärte Thies einen Punkt. Weiterhin werden die Vorsitzenden als erster und zweiter bezeichnet und sind somit gleichberechtigt tätig. Auch über weitere Änderungen gab es einstimmige Voten der Mitglieder.

Kassierer Lutz Noack präsentierte schwarze Zahlen. Schwabe dankte der Lotter Verwaltung für die Unterstützung auch in finanzieller Hinsicht, weiterhin Vorstand und Mitgliedern: „Es war eine schöne Zeit. Ich bin gern wieder dabei, wenn es an die Schaufel geht.“

Als Wahlleiter lobte Lottes Bürgermeister Rainer Lammers das nachhaltige Engagement. „Ich freue mich, dass wir wieder eine Gemeinsamkeit haben zwischen Halen und Hollage. Gemeinsam sind wir stark und wollen letztendlich den Radweg umsetzen“, betonte Lammers. Im Haushalt des Kreises Steinfurt stünden 25 000 Euro für Planungskosten bereit, ergänzte er. Beim Besuch des Münsteraner Regierungspräsidenten Reinhard Klenke werde sich demnächst zeigen, wie sich die Situation darstelle.

Gewählt wurden Dirk Havermeyer aus Halen zum ersten und der Hollager Volker Holtmeyer zum zweiten Vorsitzenden. Lutz Noack bleibt Kassenwart. Oliver Braatz ist Schriftführer und pflegt die Homepage. Aus beiden Kommunen stammen die Beisitzer: Barbara Köhler, Anja de Haan, Sandra Schwegmann, Jürgen Böwer, Volker Michallik, Matthäus Spora und Christian Thies.

Große Unterstützung lokal und auf unterschiedlichen politischen Ebenen erhält der Verein „Bürger-Radweg Hollage-Halen – Wir überwinden Grenzen“.

Große Unterstützung lokal und auf unterschiedlichen politischen Ebenen erhält der Verein „Bürger-Radweg Hollage-Halen – Wir überwinden Grenzen“. Foto: Ursula Holtgrewe

Der Vorstand kann auf Unterstützung im Wallenhorster Rathaus zählen. Rüdiger Mittmann, Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Otto Steinkamp sowie Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales, gab sich zuversichtlich: „Die Anwesenheit der Ratsmitglieder zeigt, wie groß das Interesse ist, den Radweg zu bauen. Ich finde es gut, dass der Verein umfirmiert worden ist und die Halener Vorstandsmitglieder ihre Erfahrungen einbringen wollen, um das Projekt voranzutreiben.“ Unterstützung für die touristisch interessante Planung der Wallenhorster Radwege im Gebiet des Stichkanals bei Lotte gebe es mittlerweile auch von Tourismusverband Osnabrücker Land.

Die hohen Kosten seien ein Problem, sagte Mittmann. Sie entstünden, weil die Strecke an Brücken über Hase und Stichkanal entlangführt, erklärte er. Das habe ein Gespräch mit den vier Fraktionsvorsitzenden und dem niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies deutlich gemacht. Von den veranschlagten rund 1,34 Millionen Euro entfielen rund 900 000 Euro allein auf die Arbeiten an den Brücken. Gleichwohl sei die Gemeinde Wallenhorst beauftragt worden, dafür Planungsvorarbeit zu leisten. Im Haushaltsplan für 2018 seien dafür 100 000 Euro vorgesehen, berichtete Rüdiger Mittmann. Der Radweg an der Hollager Straße, die besonders gefährlich für Pedalritter ist, wenn sie als Entlastungsstraße bei Stau auf der A1 genutzt wird, liege im Ranking des Landkreises Osnabrück auf Platz 25 von 46.

Seit Jahren unterstützt auch der Wallenhorster Clemens Lammeskitten (MdL) das Projekt. „Das Besondere ist, dass der Radweg über die Landesgrenze gebaut werden soll und dass er in Wallenhorst über eine Landesstraße und in Nordrhein-Westfalen über eine Kreisstraße verläuft“, verdeutlichte er, dass unterschiedliche Gremien entscheiden müssen.

„Wenn die Pläne vorliegen, müssen wir schauen, dass schnell gebaut wird. Radwegebau wird in Niedersachsen ähnlich gefördert wie in NRW“, betonte Lammerskitten und ergänzte: „Ich hoffe, dass das Zusammenwachsen der Ortsteile und der gemeinsame Radweg schnell vorankommen.“ Dazu gehöre auch, dass der Radweg, der in Niedersachsen nicht zu den 144 bevorzugten zählt, zumindest als 145. hinzu genommen und somit geprüft werden müsse.

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