Rettungsdienstbedarfsplan
Kreisverwaltung steht hinter Westerkappeln und Mettingen

Westerkappeln/Mettingen -

Die Kreisverwaltung in Steinfurt hält an ihrem Entwurf zum Bedarfsplan für den Rettungsdienst fest und damit auch am geplanten Neubau einer Rettungswache in Westerkappeln. Die Bedenken aus Ibbenbüren und sechs anderer Städte mit eigener Rettungswache (WN berichteten) werden als unbegründet zurückgewiesen.

Freitag, 24.03.2017, 14:03 Uhr

 
  Foto: Dietmar Jeschke

Das geht aus einem Kommentar der Kreisverwaltung zur Stellungnahme der sogenannten Stationskommunen hervor, der den Mitgliedern des Kreisausschusses am Freitag nachgereicht worden ist. Dieser soll den Bedarfsplan am kommenden Dienstag (28. März) beschließen.

Die Kreisverwaltung hat auch die gemeinsame Erklärung zum vorliegenden Entwurf von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihrer Mettinger Kollegin Christina Rählmann kommentiert, und zwar kurz und bündig: „Der Kreis Steinfurt schließt sich dieser Stellungnahme vollinhaltlich an“, heißt es wörtlich.

Sollten die Politiker im Kreisausschuss der Empfehlung der Kreisverwaltung folgen, würde an einem neuen Standort in Mettingen das jetzt noch in Ibbenbüren stationierte Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in einem Umfang von 84 Stunden pro Woche „fest etabliert“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. In Westerkappeln , wo das Deutsche Rote Kreuz am Freibad Bullerteich eine provisorische Wache bezogen hat, die rund um die Uhr besetzt ist, soll für 68 Stunden pro Woche ein zweiter Rettungswagen (RTW) positioniert werden. Außerdem erhielte die Wache Westerkappeln einen Krankentransportwagen (KTW) zugeordnet. Bis Ende 2018 sollen die Rettungskräfte und die drei Fahrzeuge ein neues Wachgebäude an der Mettinger Straße beziehen. Die Mittel dafür stehen bereits im Kreishaushalt.

Der Einwand aus Ibbenbüren und den anderen Stationskommunen, die von Gutachtern für den Rettungsbedarfsplan zugrunde gelegten Zahlen stammten aus 2015 und seien nicht mehr aktuell, stimmt die Kreisverwaltung zwar zu. Jedoch würde die Berücksichtigung der Daten aus 2016 eine Verabschiedung des Planes und die daraus resultierende Umsetzung der Maßnahmen ein weiteres Jahr dauern.

Prognosen über die künftigen Einsatzzahlen, wie sie die sieben Städte fordern, würden von den Krankenkassen als Kostenträger des Rettungswesens nicht akzeptiert, gibt die Kreisverwaltung weiter zu bedenken. Einen solchen Ansatz gebe es überdies nirgendwo in Deutschland.

Auch die Kritik an fortan einheitlichen Hilfsfristen von zwölf Minuten weist die Kreisverwaltung zurück. Dazu gebe es in Nordrhein-Westfalen auch gar keine gesetzliche Regelung. Ibbenbüren und die anderen Städte hatten darauf hingewiesen, wonach derzeit das erste Hilfsmittel – Notarzt oder Rettungswagen – in städtischen Gebieten nach Eingang des Notrufes spätestens nach acht Minuten vor Ort sein soll, in ländlichen Gebieten nach spätestens zwölf Minuten. Sie befürchten offensichtlich eine Verschlechterung.

Die Kreisverwaltung sieht das anders: In vergleichbaren Regionen sei eine Hilfsfrist von zwölf Minuten landesweit üblich. Gleichwohl sei festzustellen, dass in der Nähe einer Wache der Notarzt oder RTW auch künftig innerhalb von acht Minuten am Einsatzort eintreffen werde.

Weiter weist die Kreisverwaltung darauf hin, dass der Kreis bei der zwölfminütigen Hilfsfrist noch nicht den angestrebten Wert von 90 Prozent erreicht habe. Eine Verbesserung sei vor allem in der Fläche „dringend notwendig“ und sei nur durch die Umsetzung des Rettungsdienstbedarfsplanes zu erreichen. In Richtung Ibbenbüren und der anderen Stationskommunen zielt dann auch wohl dieser Hinweis: „Der Zielerreichungsgrad in den Städten und Gemeinden, die Standort einer Rettungswache sind, liegt bereits jetzt bei 90 Prozent und höher.“

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