Gemeinsame Fahrt zum Auswärtsspiel in Lotte
Größte Radtour der VfL-Geschichte

Osnabrück/Lotte -

Wenn der VfL Osnabrück am 29. April zum Auswärtsspiel in Lotte antritt, reist Dominik Lehmkuhl mit dem Fahrrad an. Alleine will er den Weg allerdings nicht antreten, denn weil der VfL-Fan aus der Idee eine Facebook-Veranstaltung machte, werden ihm im besten Fall Hunderte Anhänger folgen.

Freitag, 24.03.2017, 19:03 Uhr

VfL-Fan Dominik Lehmkuhl  will am 29. April mit Hunderten anderer Anhänger mit dem Fahrrad zum Auswärtsspiel nach Lotte fahren. Los geht es am Heger Tor.
VfL-Fan Dominik Lehmkuhl  will am 29. April mit Hunderten anderer Anhänger mit dem Fahrrad zum Auswärtsspiel nach Lotte fahren. Los geht es am Heger Tor. Foto: David Ebener

Der Gedanke, eine Fahrradtour für Fans zu organisieren, sei ihm gleich nach dem Aufstieg der Sportfreunde in die 3. Liga gekommen. „Ich hatte aber auch in den Vorjahren immer wieder im Hinterkopf, so etwas ins Leben zu rufen. Aber dann sind die Sportfreunde leider meist in letzter Sekunde gescheitert“, sagt Lehmkuhl im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch im Sommer 2016 war es so weit: Lotte stieg in der Relegation gegen Mannheim auf – und wenig später setzte VfL-Fan Lehmkuhl bei Facebook seine Idee in die Tat um.

Nach wenigen Tagen wuchs in ihm die Ahnung, dass er offenbar nicht der einzige Reisewillige unter den Lila-Weißen ist. „Ich bin das zunächst sehr hemdsärmelig angegangen, aber nach zwei Wochen war klar, dass das eine größere Veranstaltung werden könnte“, sagt Lehmkuhl. Binnen weniger Tage meldeten sich Hunderte interessierter Fans zu der Veranstaltung an. Zwar ist es mit Facebook-Anmeldungen immer so eine Sache – Zusagen sind schnell gemacht und nicht immer ernst gemeint – doch für Lehmkuhl stand nach kurzer Zeit fest, dass die Tour auf ein festes Fundament gestellt werden muss. Es folgten Gespräche mit Versicherungen, der Polizei und dem Ordnungsamt. „Alle Ansprechpartner waren außerordentlich kooperativ und haben letztlich geholfen, die Tour stattfinden zu lassen“, sagt der Osnabrücker.

Den Organisationsaufwand habe er jedoch nicht als Belastung empfunden. Mittlerweile hat sich mit L&T sogar ein Sponsor gefunden, der die Versicherungskosten für die Veranstaltung übernimmt. Aus dem Freundeskreis rekrutiert Lehmkuhl die benötigten acht Ordner – und die Polizei wird je nach Höhe der Teilnehmerzahl Querstraßen absperren und für die Sicherheit der Radler sorgen. Da die Veranstaltung als „Verbandsfahrt“ angemeldet ist, sieht die Absprache mit den Ordnungsbehörden vor, dass in Zweierreihen gefahren wird.

Wenn sich am 29. April schließlich die lila-weiße Drahteselkarawane am Heger Tor auf den Weg in Richtung Westen macht, steht für Lehmkuhl bei aller sportlichen Rivalität eines im Mittelpunkt: der friedliche Charakter der Aktion. „Natürlich können auch Fans der Sportfreunde bei uns mitfahren. Hass oder Antipathien soll es nicht geben.“ Der VfL-Fan hofft darüber hinaus auf prominente Unterstützung. „Vizepräsident Uwe Brunn hat schon zugesagt – und wenn ein Spieler gesperrt sein sollte, dann ist er herzlich eingeladen, die rund zehn Kilometer mit uns zu fahren.“ Wie viele Fans den VfL zum vorletzten Auswärtsspiel in dieser Saison begleiten, kann Lehmkuhl trotz der aktuell knapp 200 festen Anmeldungen bei Facebook nicht voraussagen: „Das hängt von mehreren Faktoren ab: dem Wetter, der sportlichen Situation und nicht zuletzt davon, wie der Kartenvorverkauf abläuft. Jedenfalls habe ich eine Tour für maximal 1000 Teilnehmer versichert.“

Treffpunkt ist für alle bereiften Fans ab 11.15 Uhr im Dunstkreis des Heger Tores, die Abfahrt plant Lehmkuhl für circa 11.45 Uhr. „Es ist ein lockeres Radeln, bei dem natürlich auch Kinder mitmachen können“, so der gebürtige Bocholter, der 2008 an der Bremer Brücke von einem Studienkollegen mit dem lila-weißen Virus infiziert wurde. Die Route führt dann in Absprache mit den Ordnungsbehörden vom Heger Tor aus zunächst über die Lotter Straße und die Rheiner Landstraße bis zum Finkenhügel. Von dort aus geht es über den Lotter Kirchweg, Zum Flugplatz, Heringer Weg, Rheiner Landstraße, Sunderstraße, Feldriede, Goldbachweg, Lengericher Straße und Kornweg zum Stadion der Sportfreunde.

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