Traktorenmuseum Westerkappeln
Dornröschenschlaf beendet

Westerkappeln -

Das gute alte Stück hat über Jahrzehnte, in seine Einzelteile zerlegt, im Traktorenmuseum an der Lotter Straße in Westerkappeln gelegen. Nun ist der mehr als 85 Jahre alte Trecker Typ MTZ 220 wieder zusammengebaut. Fünf ehrenamtliche Tüftler haben das Werk vollbracht.

Sonntag, 26.03.2017, 14:03 Uhr

Haben den alten Trecker wieder zum Leben erweckt: Heinrich Teepe, Oliver Kellermeyer, Horst Kellermeyer, Peter Knetsch und Lars Kellermeyer. Ehrenamtlich haben sie das mehr als 85 Jahre alte Gefährt zusammengebaut.
Haben den alten Trecker wieder zum Leben erweckt: Heinrich Teepe, Oliver Kellermeyer, Horst Kellermeyer, Peter Knetsch und Lars Kellermeyer. Ehrenamtlich haben sie das mehr als 85 Jahre alte Gefährt zusammengebaut. Foto: Heinrich Weßling

„Wir haben eines der Vermächtnisse von Friedrich Frehmeyer, der Mitte der 1960er Jahre den Grundstock für das Traktorenmuseum gelegt hatte, wieder zum Leben erweckt“, sagt Heinrich Teepe bei einem Gespräch am Kamin. Mit Vermächtnis meint er einen mehr als 85 Jahre alten Schlepper. Das Modell, das einst die Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Köln herstellte, läuft wieder. Weißer Qualm steigt hoch. Die Keilriemenscheibe dreht ihre Runden. Und der Zwei-Zylinder-Vier-Takt-Dieselmotor läuft stotternd. Einer der wohl ältesten Traktoren des Westerkappelner Museums ist aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden.

Fritz Frehmeyer hatte das alte Schätzchen, wie er berichtet, vor über 30 Jahren aus einem Nachlass von einem Bekannten im Münsterland erworben – allerdings in Hunderten von Einzelteilen zerlegt. Der Schlepper Typ MTZ 220 sollte damals vermutlich repariert oder generalüberholt werden. Und so diente er über Jahrzehnte als Anschauungsmodell. „Die Idee, das Fahrzeug mal wieder zum Laufen zu bringen, hatten wir schon vor zehn Jahren“, erzählt Horst Kellermeyer . Vor zwei Jahren hätten seine Söhne Oliver und Lars dann entschieden: „Papa, wir machen das.“ Und so wurde daraus eine Gemeinschaftsaktion der Kellermeyers. Unterstützung erhielten sie dabei von Peter Knetsch und Heinrich Teepe.

„Die alte Technik hat uns begeistert. Mit wie viel technischem Wissen die Menschen früher Motoren zum Laufen gebracht haben. . .“, schwärmt Horst Kellermeyer. Gefragt war vor allem handwerkliches Geschick. Ersatzteile: Fehlanzeige. Viele Kleinteile mussten in stundenlanger Arbeit nachgebaut werden. Wenn etwas fehlte, wurde improvisiert. Anschauungsmodelle hatten die Tüftler nicht zur Verfügung.

„Wir sind stolz und glücklich, dass es uns gelungen ist, den Schlepper wieder in Gang gebracht zu haben“, resümiert Horst Kellermeyer.

Interessierte können das Gefährt – und viele weitere – beim Tag der offenen Tür am 13. und 14. Mai in Augenschein nehmen. Und wer den Schlepper im Einsatz sehen möchte, der kann zu den sogenannten Feldtagen am 28. und 30. Juli kommen, an denen Korn gedroschen werden soll. Diese finden ebenfalls an dem Düter Museum statt. Erwartet werden dann Gäste aus dem ganzen west- und norddeutschen Raum. „Unser Museum gehört zu den größten in Norddeutschland. 32 Exponate in unterschiedlichen Alters- und Größenordnungen stehen hier in Westkappeln“, berichtet Horst Kellermeyer. Und dieser Traktor, findet er, stelle eben etwas ganz Besonderes dar, das die Männer vom Traktormuseum in ehrenamtlich geleistet hätten.

Übrigens: Es gibt selbst gebackenes Steinofenbrot sowie Kuchen und Kaffee. Der 67-jährige Friedhelm Frehmeyer würde sich freuen, wie er sagt, wenn viele junge Menschen beim Brotbacken mit anpacken würden.

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