Sportförderung
Klare Regeln müssen her

Lotte -

Dass die Sportförderung aus Haushaltsmitteln der Gemeinde Lotte ein strittiges Thema ist, zeigte nicht zuletzt die hinter verschlossenen Türen geführte Diskussion über die Finanzierung des neuen Rasenplatzes für die Sportfreunde Lotte. Jetzt fordern alle Fraktionen eine einheitliche Regelung.

Montag, 03.04.2017, 18:04 Uhr

Das vorweg: Eine Entscheidung, wer die neue Rasenfläche im Frimo-Stadion bezahlt, gibt es bisher noch nicht, bestätigt Werner Borchelt seitens der Gemeindeverwaltung. Zur Erinnerung: Die Sportfreunde sehen, wenn es um ihren neuen Rasenplatz geht, die Verwaltung in der Pflicht. Ihnen sitzt die Zeit im Nacken. Im Juni müsste der Platz saniert werden damit für die kommende Saison die für den Spielbetrieb notwendige Rasenheizung installiert ist. Die politischen Entscheider brechen hier nichts übers Knie. Aktuell liege den Fraktionen jedoch noch kein schriftlicher Antrag der Sportfreunde vor, erklären die Vorsitzenden.

Unabhängig von dieser Diskussion wünschen sich alle Parteien nun eine einheitliche Regelung zur Förderung des Sports vor Ort. Die SPD formulierte dazu jetzt einen Antrag, den der Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur einstimmig absegnete. Die Förderung des Sportes in der Gemeinde Lotte erfolge derzeit nicht nach einheitlichen Maßstäben, so die SPD-Fraktion in ihrem Antrag.

Einig sei man sich in Politik und Verwaltung lediglich in dem Punkt, dass sowohl der Schulsport als auch der von den Vereinen getragenen Breitensport förderungswürdig seien. Jedoch unterliege die Mittelbewilligung aus dem Gemeindehaushalt keinem allgemeingültigen Regelwerk und ist damit faktisch willkürlich. Die SPD-Fraktion halte es deshalb für erforderlich, dass die Gemeindeverwaltung einen Vorschlag für eine entsprechende Richtlinie erarbeite.

Folgende Fragestellungen seien dabei zu berücksichtigen: In welchem Umfang gehört es zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde Sportanlagen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Breitensport bereit zu stellen? Welche freiwilligen Möglichkeiten zur Förderung, über die Pflichtaufgaben hinaus, bestehen? Ist bei den freiwilligen Förderungen jede Sportart gleich förderungsfähig oder muss dabei beispielsweise nach Fußball, Tennis, Golf oder Ultraleichtfliegen unterschieden werden? Und, in welchem Umfang ist aus kommunalrechtlicher Sicht die Förderung von Profisport zulässig?

Etwas verwundert äußerte sich Friedhelm Lange ( CDU ) zu dem Antrag. Bereits Anfang November vergangenen Jahres sei die CDU-Fraktion mit einem ähnlichen Anliegen direkt an Bürgermeister Rainer Lammers herangetreten - ohne Erfolg. „Uns wurde gesagt, dass das Thema derzeit nicht eile“, so Lange. Daher begrüße die CDU-Fraktion nun, dass die SPD mit diesem Antrag „ein richtiges Fass“ aufmache. „Wir hoffen natürlich auf eine ergebnisoffene Prüfung und Darstellung des Ganzen“, sagte Lange.

Auch Dieter Hörnschemeyer von den Grünen stimmte dem Antrag zu, merkte jedoch an: „Ich glaube trotzdem, dass wir um kontroverse Diskussionen zu den Einzelfällen nicht rumkommen werden, auch wenn wir Richtlinien haben.“

Wie geht es nun weiter: Als Nächstes soll sich eine kleine interfraktionelle Gruppe bestehend aus politischen Vertretern und Verwaltungsmitarbeitern bilden. Sie soll ein erstes Konzept zur Sportförderung entwerfen, dass dann politisch diskutiert werden kann.

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