Umweltausschuss
Schub für Elektromobilität

Lotte -

Erste Schritte zur Förderung von E-Mobilität in Lotte haben die Ratsfraktionen in der jüngsten Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses einstimmig auf den Weg gebracht: Ein Elektrofahrzeug für den Servicebetrieb und eine öffentliche Ladesäule kommen.

Mittwoch, 05.04.2017, 16:04 Uhr

Auf einen Standort für eine Ladesäule für Elektroautos legten sich die Ausschussmitglieder bereits fest: Der Rathausplatz in Wersen. Eine erste Stromzapfe für E-Biker wurde vergangenes Jahr vorm Eiscafé Cristallo installiert (kleines Foto).
Auf einen Standort für eine Ladesäule für Elektroautos legten sich die Ausschussmitglieder bereits fest: Der Rathausplatz in Wersen. Eine erste Stromzapfe für E-Biker wurde vergangenes Jahr vorm Eiscafé Cristallo installiert (kleines Foto). Foto: Ursula Holtgrewe

„Die Zeit ist reif für E-Mobilität“, findet Hermann Brandebusemeyer ( SPD ) und begrüßt mit diesen Worten einen gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen. Diese beiden Parteien fordern, den kommunalen Fuhrpark teilweise auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Im ersten Schritt soll nun für den Servicebetrieb ein Elektrofahrzeug in der Größenordnung eines Pkw oder Kleinlastwagens angeschafft werden. Ein Bestreben, welches die SPD-Fraktion etwas breiter aufgesetzt bereits Ende letzten Jahres angestoßen hatte. Einstimmig winkten daher alle Ausschussmitglieder diesen Antrag durch.

Zur Erklärung: Im Verkehrs- und Umweltausschuss wurde auf Basis eines Antrags der Lotter SPD am ersten Dezember letzten Jahres einstimmig beschlossen, die kommunalen Fahrzeuge sukzessive durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen. Zudem wurde die Gemeindeverwaltung damit beauftragt, im ersten Halbjahr 2017 eine dementsprechende Prioritätenliste vorzulegen. Durch den neuen zusätzlichen Antrag von CDU und Grünen konkretisierte sich das Projekt nun kurzfristig.

„Es besteht die Möglichkeit, das Vorhaben als ausgewählte Klimaschutzmaßnahme fördern zu lassen“, erklärte Marc-Philipp Nikolay während der Ausschusssitzung. Er ist Klimaschutzmanager der Gemeinde Lotte und ging ins Detail: „ Gegenstand der Förderung ist die Umstellung und Teilumstellung kommunaler Fuhrparke auf elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge sowie die fahrzeugbezogene, nicht öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur.“ Dies beinhalte unter anderem beispielsweise den Austausch von Altfahrzeugen gegen Batterieelektrofahrzeuge, Plug-in Hybrid-Fahrzeuge und elektrischen Lastenfahrrädern. Um eine Förderung zu erhalten, müsse bis zum 30. Oktober ein Förderantrag gestellt werden, so Nikolay. Folgende Kriterien seien dabei ausschlaggebend: Die CO2-Einsparung muss mindestens 70 Prozent betragen, die Neufahrzeuge müssen Eigenturm des Antragstellers sein. Die Förderung könnte bis zu 50 Prozent – maximal 200 000 Euro – betragen.

Von den ursprünglichen Planungen, zwei E-Ladesäulen im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit den Stadtwerken Tecklenburger Land (SWTE) in Lotte zu installieren, sind die Ausschussmitglieder abgewichen. Nur eine Ladesäule soll nun auf dem Rathausplatz installiert werden. Die Kosten dafür übernehmen die SWTE. Von einer zweiten Ladesäule, die die Gemeinde Lotte kofinanzieren müsste, nahmen alle Fraktionen Abstand. „Uns fehlt weiterhin ein gesamtes Konzept, in dem mögliche Standorte, verschieden Partner, Finanzierungen und andere Rahmenfaktoren beleuchtet werden“, mahnte Steffen Wascher (CDU) an. Zwar habe die Verwaltung eine Bewertung der einzelnen möglichen Standorte für Ladesäulen innerhalb der Gemeinde vorgelegt. Diese laufe jedoch wieder auf die alt bekannte Priorisierung hinaus: Platz eins belegt dabei der Rathausplatz, gefolgt vom Lys-lez-Lannoy-Platz in Alt-Lotte. „Bei solchen Prioritätenlisten kann man an der ein oder anderen Schraube drehen und bekommt die Ergebnisse, die man möchte“, kritisierte Hermann Brandebusemeyer (SPD) das Vorgehen. Stefan Franke von den Grünen meinte: „Das ganze Thema ist mir zu sehr eingefahren auf die Stadtwerke.“ Es müsse doch auch noch andere Möglichkeiten und andere Partner geben.

Nach langer Diskussion einigten sich alle Fraktionen darauf, eine erste Ladesäule gemeinsam mit den STWE auf den Rathausplatz zu setzen und beauftragten die Verwaltung ein generelles Konzept zum Thema E-Ladesäulen zu erstellen.

Eine weitere Frage warf Werner Schwentker in den Raum: „Wie können wir noch auf die Planungen zum Berliner Platz einwirken?“ Dort gebe es sicher auch verschiedenste Möglichkeiten, Ladestellen zu realisieren. Offenbar gab es im Zuge der Planung zur Erneuerung des Berliner Platzes in Büren mehrfach von Bürgern den Vorschlag, für spätere Installationen von Ladesäulen Leerrohre vorzusehen. Darauf sei jedoch von Ausschuss, Planung und Verwaltung nicht reagiert worden – bis jetzt.

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