Gefangen in luftiger Höhe
Katze hält Feuerwehr in Lotte drei Tage auf Trapp

Lotte-Wersen -

Knapp drei Tage harrte eine Katze auf einem Baum aus und hielt den Löschzug Wersen das Wochenende ganz schön auf Trapp.

Sonntag, 09.04.2017, 16:04 Uhr

Geschafft: Michael Bögel (links) und seinem Kollegen von der Berufsfeuerwehr gelang es, die Katze einzufangen.
Geschafft: Michael Bögel (links) und seinem Kollegen von der Berufsfeuerwehr gelang es, die Katze einzufangen. Foto: Erna Berg

Eine Britische Kurzhaar-Katze hatte es sich bereits im Laufe des Freitags in einem Baum am Strotheweg gemütlich gemacht. Nun kam sie offensichtlich jedoch nicht mehr herunter, sodass die Wersener Feuerwehrtruppe am Samstagabend, kurz vor Mitternacht und am Sonntagmittag zur Tierrettung nach Büren gerufen wurde.

Beim ersten Mal versuchten die Feuerwehrleute, die Katze mit einem leichten Wasserstrahl herunter zu locken. Doch die Katze reagierte ganz anders als gedacht. Statt neugierig dem Wasser nachzusetzen, oder sich vom Wasserstrahl dirigieren zu lassen, kletterte das Tier aufgeschreckt noch weiter in die Baumkrone. Damit sich die Katze erst einmal beruhigen konnte, rückten die Helfer zunächst unverrichteter Dinge ab – vielleicht käme sie ja doch von alleine zurück auf den Boden.

Um kurz vor Mitternacht dann der zweite Alarm: Immer noch saß die Katze im selben Baum fest und hörte einfach nicht auf, erbärmlich zu jammern. Doch in der Dunkelheit konnten die Tierretter nichts ausrichten.

Als der Löschzug dann – fast zwölf Stunden später – erneut zum gleichen Einsatzort zur gleichen Katze gerufen wurde, „blieb uns als letztes Mittel, um das Tier zu retten, nur noch die Drehleiter der Osnabrücker Feuerwehr . Wir haben zuvor alles versucht und mussten handeln, denn das Tier saß nach Angaben von Nachbarn schon drei Tage dort“, sagte Einsatzleiter Marcus Prinz .

Die Rettung naht: Mit der Drehleiter rückten die Kollegen der Berufsfeuerwehr aus Osnabrück an

Die Rettung naht: Mit der Drehleiter rückten die Kollegen der Berufsfeuerwehr aus Osnabrück an Foto: Erna Berg

Michael Bögel erklärte sich sofort bereit mit seinem Kollegen von der Berufsfeuerwehr in die Höhe gehievt zu werden. „Zu 90 Prozent könnte es passieren, dass die Katze aus Angst springt, zu zehn Prozent, dass wir sie auf diesem Wege runterholen“, schätzte Prinz.

Zehn Prozent Glück reichten, die Katze blieb auf dem Ast sitzen, und Bögel konnte sie mit einem Griff in den Nacken sicher packen und in die Transportbox setzen. Unter kläglichem Miauen und erleichtertem Beifallklatschen der Zuschauer fuhren die Retter wieder runter und übergaben den sichtlich erleichterten Besitzern die Katze. Bögel vermutete, dass die Rettung so gut gelingen konnte, weil das Tier wohl sehr an Menschen gewöhnt ist und natürlich auch sehr erschöpft war.

Nicht so erfreulich werden die finanziellen Folgen für den Halter sein, denn er trägt die Verantwortung für sein Tier und wird eine Rechnung für den kostenpflichtigen Einsatz mit Drehleiter bekommen.

Bis zum Sonntagnachmittag wurden die Kameraden insgesamt fünfmal alarmiert. Am frühen Samstagabend rückten sie zum Hochhaus am Dütestrand aus. Dort sollten vier Kinder im Fahrstuhl festsitzen. Doch als der Rettungsdienst und Feuerwehr eintrafen, hatte sich das Problem schon gelöst.

Außerdem wurden die First Responder zu einem weiteren Einsatz gerufen. Ein einsatzvolles Wochenende für die Feuerwehr.

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