Fischtreppe in Wersen
Fische reisen über Wersen

Lotte-Wersen -

Rappelvoll war es beim Stautag an Wersens Mühle Bohle, auch weil die Fischtreppe offizielle ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Mittwoch, 03.05.2017, 16:05 Uhr

Einen Döbel aus der Reuse zeigt Jonas Rose. Vom Wersener Fischereiverein übernehmen der Vorsitzende Roland Enders (links), Siegfried Wiek und andere Vereinsmitglieder die tägliche Kontrolle.
Einen Döbel aus der Reuse zeigt Jonas Rose. Vom Wersener Fischereiverein übernehmen der Vorsitzende Roland Enders (links), Siegfried Wiek und andere Vereinsmitglieder die tägliche Kontrolle. Foto: Ursula Holtgrewe

-Rappelvoll war es beim Stautag an Wersens Mühle Bohle, auch weil die Fischtreppe offizielle ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Vor der Plattform neben der Aufstiegsanlage für Fische diskutierten drei Fachleute: Bauausführer Hans-Georg Flick , Petra Berghegger von der unteren Wasserbehörde des Kreises Steinfurt und Projektverantwortliche sowie Jonas Rose, der vorerst für ein Jahr die Fischtreppe und die Reuse, in der wandernde Fische gezählt werden, betreut.

„Die Fischtreppe dient zum Erhalt der Artenvielfalt in Hase und Düte“, berichtete Petra Berghegger über das Projekt. Es habe ursprünglich 300 000 Euro kosten sollen, indes seien zwingend erforderliche Mehrkosten von 150 000 Euro entstanden. Das Land NRW trage 80 Prozent der Kosten.

Hans-Georg Flick erinnerte sich: „Wir hatten viermal Hochwasser, das uns die Baustelle zerlegt hat. Dadurch hat sich die Fertigstellung der Arbeiten sehr verzögert.“ Dass nun endlich die offizielle Übergabe über die Bühne gehen sollte, erfreute auch Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz.

Zum Kreis der interessierten Politiker zählten auch Steinfurts Landrat Dr. Klaus Effing , Lottes Bürgermeister Rainer Lammers, die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek, der niedersächsische Landtagsabgeordnete Clemens Lammerskitten und Landtagskandidat Felix Holling.

Werner Schwentker, Mühlenvereinschef und -eigentümer betonte erfreut, dass es gelungen sei, bei der Installation der Fischtreppe mit Stahlkonstruktion das kulturhistorische Denkmal und Lernort Mühle Bohle mit Wehr zu erhalten. „Hochwasser und Untergrund haben Höchstleistungen von den Handerkern gefordert. Von Tag zu Tag wuchs unser Respekt zu den von diesen Leuten erbrachten Leistungen. Die Mühle und unser Dorf sind mit der Fischaufstiegsanlage um eine Attraktion reicher geworden. Wir wünschen den ,Passagieren‘ allzeit eine gute Fahrt“, schloss Schwentker schmunzelnd.

„Mit der Aufstiegsanlage haben sie hier ein besonderes Highlight. Der ökologische Durchgang von der Hase in die Düte bis nach Wersen ist damit möglich geworden“, erklärte Effing. Lammers hob gleichfalls die gute Wasserqualität und den vielfältigen Fischbesatz heraus. Weiterhin dankte er allen am Projekt Beteiligten.

Groß war nun das Besucherinteresse an der Leerung der Reuse am Ende der Fischtreppe. Die Dreibogenbrücke füllte sich. In Kooperation mit der NWA (Niedersächsisch Westfälische Anglervereinigung) wird die Reuse täglich geleert, der Fischbesatz gezählt, gemessen, benannt und dokumentiert.

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