Straßenserie
Kleiner Teich, versteckt hinter Dornen

Lotte/WEsterkappeln -

Vom Lotter Ortskern her schlängelt sich jenseits der Siedlungen in nördlicher Richtung der Torfkuhlenweg durch das Gewerbegebiet, führt an einem Wäldchen entlang, quert die Bahnlinie und im Anschluss das Grenzgewässer Hischebach.

Dienstag, 11.07.2017, 17:07 Uhr

Ursprünglich gehörte die Torfkuhle der Westerkappelner Familie Hinnah. Ein Wirtschaftsweg führt von jeher vom Hof Hinnah über den Bahnübergang mit Rufschranke.
Ursprünglich gehörte die Torfkuhle der Westerkappelner Familie Hinnah. Ein Wirtschaftsweg führt von jeher vom Hof Hinnah über den Bahnübergang mit Rufschranke. Foto: Astrid Springer

Wie schon der Name vermuten lässt, ist der Torfkuhlenweg nach einer Torfkuhle benannt: ein kleiner Teich, der hinter Dornen jenseits der Straße liegt. Der dient inzwischen seit vielen Jahren als Löschteich für die Feuerwehr , wurde er früher zu anderen Zwecken genutzt.

Ursprünglich gehörte die Torfkuhle der Westerkappelner Familie Hinnah. Ein kleiner Wirtschaftsweg führt von jeher vom Hof Hinnah über den Bahnübergang mit Rufschranke, der seit einigen Jahren zur Diskussion steht.

„Es dürfte in den Sechzigern gewesen sein, als mein Vater die Torfkuhle an die Gemeinde Lotte verkauft hat“, so die Tochter aus dem Hause Hinnah, Marianne Laun . Zuvor hatte der kleine Teich noch ihrem Opa Friedrich gehört. „Da konnte man im Winter prima Schlittschuh laufen“, erinnert sich Mutter Jeanny Hinnah und auch Marianne Laun hat hier früher gespielt.

Warum die Torfkuhle ursprünglich ausgehoben wurde, das weiß wohl niemand so ganz genau, aber es gibt sie schon recht lange. Vermutlich wurde hier zunächst Torf abgebaut, und als Stalleinstreu oder zur Bodenaufbesserung verwendet, möglicherweise sogar beides.

Der ehemalige Lotteraner Klaus-Peter Jonas hat außerdem gehört, dass hier im Untergrund Mergel anstand – einst ein guter Grund, eine Grube auszuheben, denn der wurde zum aufwerten der Äcker verwendet.

Das würde auch erklären, warum die Torfkuhle recht tief ist, denn Mergel mit Torf wäre eine ideale Düngerkombination. Sicher ist jedoch, dass die Torfkuhle vor einigen Generationen noch als Flachsteich genutzt wurde: Auf einer alten Karte von 1827 wird als Röthekuhle ausgewiesen.

Trotz allem menschlichen Einfluss: An der Torfkuhle hat sich manch seltene Art etabliert und der Fischbestand ist erstaunlich vielfältig: „Aal, Schleie, Rotfeder, Rotauge, Karpfen oder Karausche, hier tummeln sich viele Fische!“, weiß Angler Carsten Steinke. Sogar Sonnenbarsche und einen Koi-Karpfen hatte er bereits am Haken. „Offensichtlich ist hier auch schon manches Aquarium entsorgt worden“, schließt er daraus.

In der Torfkuhle gibt es nicht nur Fische, neben Fröschen fühlen sich auch Blindschleichen, Ringelnattern, Fledermäuse und schwarz-gelbe Molche wohl. Bei letzteren dürfte es sich mutmaßlich um den Feuersalamander handeln. Außerdem blühen derzeit weiße Seerose und Wasserknöterich. Naturschutzstatus genießt die Torfkuhle deshalb aber nicht, er ist als Löschteich unverzichtbar.

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