Motorradtour auf der Seidenstraße
Mit dem Bike ins Restaurant

Lotte/Melle -

Andreas Nixdorf und Friedhelm Lange haben die nächste Etappe ihrer Tour auf der Seidenstraße geschafft. Nach Überquerung des Kaspischen Meeres mit einer altersschwachen Fähre ging´s über Schotterpisten weiter Richtung Usbekistan.

Dienstag, 08.08.2017, 06:08 Uhr

Die Konzerthalle in Baku dienst als Kulisse für dieses Foto von Andreas Nixdorf (links) und Friedhelm Lange.
Die Konzerthalle in Baku dienst als Kulisse für dieses Foto von Andreas Nixdorf (links) und Friedhelm Lange. Foto: Lange/Nixdorf

Nachdem Andreas Nixdorf und Friedhelm Lange mit dem Flugzeug in Tiflis in Georgien angekommen waren, mussten sie zunächst viel telefonieren, weil die Papiere für die Motorräder, die per Spedition aus Deutschland transportiert worden waren, nicht auftauchten. Schließlich erhielten sie doch rote Kennzeichen, „die wir aber gar nicht benutzen“, schreibt Andreas Nixdorf.

Schon das Übersetzen mit der Fähre, die sich als Frachtschiff entpuppte, über das Kaspische Meer gestaltete sich als Erlebnis der eigenen Art. Statt von Baku (Aserbeidschan) aus mussten sie 70 Kilometer weiter bis nach Alat fahren, um auf die Fähre zu gelangen. „Die Fähre ist in schlechtem Zustand, unsere Bude hat kein Fenster, es stinkt nach Öl“, schreibt Friedhelm Lange. Zwei Nächte sind sie unterwegs, wegen starken Windes schippern sie wohl entlang der Küsten, vermuten sie.

Und dann geht’s weiter auf den Motorrädern. Auf der Strecke von Beyneu in Kasachstan nach Nukus wird es richtig heiß. Die Temperaturanzeige an Nixdorfs Motorrad zeigt mitunter 43 Grad im Schatten. 520 Kilometer ohne Tankstelle überwinden die beiden und sind froh, dass sie Benzinkanister dabeihaben und gegen den eigenen Durst die gut gefüllten Camelbags (Trinkrucksäcke).

Schon für die ersten 60 Kilometer benötigen sie sechs Stunden, müssen auf „Naturstraßen“, die in sehr schlechtem Zustand sind, fahren. Der Grenzübertritt von Kasachstan nach Usbekistan gestaltet sich weitgehend unproblematisch.

„Einer der jungen Leute an der Grenze hat sich mit Deutschland beschäftigt, konnte alle 16 Bundesländer auf Deutsch aufzählen und sie geografisch einordnen“, berichtet Friedhelm Lange. Über die Sympathiewelle, die den beiden für ihre Reise entgegengebracht wird, staunen sie immer wieder. „Fast alle winken uns aus ihren Autos oder vom Straßenrand zu.“

Interessante Landschaften, weitgehend Wüste und Steppe, bestaunen die Motorradfahrer. Über den Verkehr wundern sie sich allerdings: „Viele Väter sind mit Kindern auf dem Gepäckträger des Fahrrads oder der Fahrradstange unterwegs, auch bei Dunkelheit und ohne Beleuchtung“, schreibt Friedhelm Lange. Männer reiten auf Eseln oder führen Eselskarren mit sich.

In der Oasenstadt Xiva besichtigen sie die beeindruckende Altstadt und dürfen ihre verdreckten Motorräder zum Essen sogar mit in ein Restaurant nehmen. Und es gibt auch europäische Begegnungen wie mit zwei Motorradfahrern aus der Schweiz, die ebenfalls ein Stück auf der Seidenstraße fahren wollen, oder mit einem Weltenbummler aus Großbritannien, der weiter nach Japan und China fährt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5062549?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Nachrichten-Ticker