Motorrad-Abenteurer aus Lotte und Melle erreichen ihr Ziel: Ulan Bator
Auge in Auge mit Dschingis Khan

Lotte/Melle/Ulan-Bator -

Geschafft. Die beiden Motorradabenteurer Friedhelm Lange aus Lotte und Andreas Nixdorf aus Melle haben ihr Ziel erreicht. Zunächst meldeten sie sich vom Baikalsee. Und der liegt ganz schön weit weg: in Sibirien. Es ist laut Lexikon mit 1642 Metern der tiefste und zudem auch älteste Süßwassersee der Erde.

Freitag, 25.08.2017, 12:08 Uhr

Der größte Teil der Reise liegt am Baikalsee hinter ihnen: Andreas Nixdorf (links) und Friedhelm Lange..Im Weltenbummlertreffpunkt Oasis Guesthouse in Ulan-Bator übernachten die Motorradfahrer in traditionellen Jurten.
Der größte Teil der Reise liegt am Baikalsee hinter ihnen: Andreas Nixdorf (links) und Friedhelm Lange..Im Weltenbummlertreffpunkt Oasis Guesthouse in Ulan-Bator übernachten die Motorradfahrer in traditionellen Jurten. Foto: privat

In Posolskoe, einem Örtchen mit etwa 200 Einwohnern, nahmen sich die beiden Biker ein Zimmer: „Klein, nett, einfach und sehr preisgünstig“, schreibt Friedhelm Lange . Und weiter: „Der Ort ist geprägt von Landwirtschaft mit einfachstem Gerät und vielen aufgegebenen Gebäuden. Mit dem Sonnenuntergang wird dieser Ort dunkel, nur wenige Fenster sind noch beleuchtet.“ Auch ein Kloster mit wohl größerer historischer Bedeutung gebe es dort, schreibt Friedhelm Lange.

„Wir erfuhren auch, dass dieser Ort, an dem wir zufällig gelandet sind, bis zur Aufgabe der Fährverbindung von Irkutsk aus Fährhafen war.“ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Transsibirische Eisenbahn in Betrieb genommen und damit die Fährverbindung überflüssig.

Zwei besondere Gaumengenüsse beschreiben die beiden: da ist der Omul, ein Lachsfisch, der nur im Baikalsee zu Hause ist. Er sei ein wichtiges Lebensmittel in der Region und werde sowohl in Restaurants als auch am Straßenrand in allen möglichen Varianten angeboten: „Häufig geräuchert, häufig mit Holzsticks gespreizt und getrocknet, sehr lecker“, heißt es in der E-Mail der beiden Abenteurer.

Und dann ist da noch ein spezielles Getränk: „Der Klassiker hier ist Kwas, ein aus Brot gegärtes Getränk.“ Es schmecke ähnlich dem Malzbier mit einem Schuss Zitrone und sei ein für Russland sehr typisches Getränk.

Von der Einfahrt nach Ulan-Ude, der Hauptstadt von Burjatien im südöstlichen Sibirien, grüßen Friedhelm Lange (links) und Andreas Nixdorf.

Von der Einfahrt nach Ulan-Ude, der Hauptstadt von Burjatien im südöstlichen Sibirien, grüßen Friedhelm Lange (links) und Andreas Nixdorf. Foto: privat

Vom Baikalsee reisten die Motorradfahrer nach Ulan-Ude, in die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien im südöstlichen Sibirien. Ulan-Ude liegt ungefähr 4400 Kilometer östlich von Moskau.

Von dort überquerten sie bei Nieselregen die Grenze zur Mongolei: „Der Übergang gestaltete sich auf russischer und mongolischer Seite völlig unproblematisch“, schreibt Friedhelm Lange. „Bei unserer ersten Pause in der Mongolei wurden wir sofort von vielen freundlichen Marktbesuchern umringt und bestaunt“, heißt es von Andreas Nixdorf .

Von freundlichen und neugierigen Marktbesuchern werden die Motorradfahrer bei ihrem ersten Halt in der Mongolei umringt.

Von freundlichen und neugierigen Marktbesuchern werden die Motorradfahrer bei ihrem ersten Halt in der Mongolei umringt. Foto: privat

Und dann ging es weiter bis zu ihrem Ziel: Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei. In einem offensichtlich sehr bekannten Weltenbummlertreffpunkt in Asien, dem „Oasis Guesthouse“, übernachten sie in Jurten, dem traditionellen Zelt der asiatischen Nomaden.

Im Weltenbummlertreff Oasis Guesthouse in Ulan-Bator übernachten die Motorradfahrer in traditionellen Jurten.

Im Weltenbummlertreff Oasis Guesthouse in Ulan-Bator übernachten die Motorradfahrer in traditionellen Jurten. Foto: privat

Einen allerletzten Höhepunkt gönnen sich die zwei Motorradfreaks dann noch, nachdem ihre Motorräder für die Rückreise schon wieder in Kisten verstaut sind: das Reiterstandbild des Dschingis Khan südöstlich der Hauptstadt. Es wurde 2008 eingeweiht, ist 30 Meter hoch und steht auf einem zehn Meter hohen Gebäude mit 36 Säulen. „Es ist angeblich das höchste Reiterdenkmal der Welt“, schreibt Andreas Nixdorf.

Das Reiterstandbild Dschingis Khans ist das allerletzte Ziel der Motorradfahrer vor ihrem Rückflug nach Deutschland.

Das Reiterstandbild Dschingis Khans ist das allerletzte Ziel der Motorradfahrer vor ihrem Rückflug nach Deutschland. Foto: privat

Schon fast vom Rückflug aus melden sich die beiden Abenteurer noch einmal: „Hinter uns liegen rund 10 250 Kilometer Fahrt durch sechs Länder, zum Teil extreme Hitze, unendlich viele Eindrücke und Begegnungen. Wir sind sehr glücklich, dieses alles ohne Blessur und größere Pannen bei durchweg blauem Himmel – nur ein kurzer Regenschauer – geschafft zu haben. Ein wohl einmaliges Erlebnis.“

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