Umweltausschuss
Ausschüsse für Photovoltaik

Lotte-Wersen -

Nun also doch: Der Bauhof Wersen wird nicht nur mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, er bekommt auch Speicherbatterien. An diesen sollen die künftigen Elektroautos des kommunalen Fuhrparks geladen werden.

Montag, 18.09.2017, 17:09 Uhr

Die Zentralkläranlage in Wersen verfügt bereits seit Mai 2016 über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Als nächstes ist der Bauhof dran, weitere Dachflächen von gemeindeeigenen Gebäuden werden geprüft.
Die Zentralkläranlage in Wersen verfügt bereits seit Mai 2016 über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Als nächstes ist der Bauhof dran, weitere Dachflächen von gemeindeeigenen Gebäuden werden geprüft. Foto: Angelika Hitzke

In der vorigen Sitzung im Juni hatte der Verkehrs- und Umweltausschuss zunächst gegen die Batterie gestimmt – nun hat die Verwaltung neue Argumente vorgetragen. Marc-Philipp Nikolay , der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Lotte, machte sich erneut stark für die Anbringung eines Batteriespeichers beim Bauhof in Wersen. Bekommt der Bauhof eine Photovoltaikanlage, dann würde ein solcher Speicher die gewonnene Sonnenenergie auffangen und könnte in der Nacht die zukünftige Elektroflotte der Gemeinde aufladen.

Schon in der vergangenen Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses hatte die Verwaltung die Anschaffung eines solchen Speichers vorgeschlagen; damals ging es im Kern darum, ob der Gemeindefuhrpark von nun an mit Elektroautos bestückt werden solle. Die Elektroautos beschloss der Ausschuss einstimmig. Gegen den Batteriespeicher sprachen sich jedoch CDU und Grüne aus. Der Strom der Photovoltaikanlage könne schließlich tagsüber ins Netz eingespeist werden, ein Batteriespeicher belaste dagegen die Umwelt und sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, so die Begründung. Nach einer Stimmengleichheit war der Antrag abgelehnt.

Als in der Sitzung am Donnerstag die Installation einer Photovoltaikanlage am Bauhof zur Debatte stand, kam auch der Batteriespeicher wieder auf den Tisch. Thomas Brink vom Planungsbüro Neubauer und Stolze stellte unterschiedliche Varianten für den Bauhof vor. Zusammengefasst: Aus wirtschaftlicher Sicht rechnet sich die Anlage – ob mit oder ohne Batterien – nach weniger als 20 Jahren. Ohne den Batteriespeicher empfahl der Experte jedoch eine kleinere Anlage. „Alles andere wäre unwirtschaftlich.“ Nikolay bekräftigte zudem die ökologische Sinnhaftigkeit der Batterien: „Nach meinen Recherchen ist der CO-Ausstoß zur Herstellung dieser Speicher bereits nach wenigen Jahren oder sogar Monaten ausgeglichen.“ Zudem stellten die Batteriespeicher eine gute CO-Bilanz für die Gemeinde Lotte sicher: „Würden wir den Strom ins Netz speisen, dann würde sich das nur auf die bundesweite Bilanz auswirken.“

Die Fraktionen SPD und CDU sprachen sich für die Anschaffung der Photovoltaikanlage mit dem Batteriespeicher aus – trotz einiger Bedenken hinsichtlich der Lebensdauer dieser Batterien. Dieter Hörnschemeyer argumentierte für die Grünen jedoch erneut gegen die Energiespeicher: Aus ökologischer Sicht spreche nichts dagegen, den Solarstrom ins Netz zu speisen. „Wir müssen uns hier ja nicht autark mit Strom versorgen.“ In einer gemeinsamen Abstimmung mit dem Bau- und Planungsausschuss stimmte der Verkehrs- und Umweltausschuss schließlich für die Photovoltaikanlage am Bauhof – mit Batteriespeichern. Die Grünen-Fraktion stimmte dagegen.

Einstimmig beschloss der Bau- und Planungsausschuss anschließend weitere Photovoltaikanlagen auf dem Rathaus und auf der Asylunterkunft an der Moorbreede. Am Rathaus lohnt sich eine solche Anlage voraussichtlich nach knapp mehr als 16 Jahren wirtschaftlich, an der Moorbreede sind es 13 Jahre. Für weitere Gebäude soll zudem geprüft werden, ob sie sich für Photovoltaik eignen: die Turnhalle Büren, die Grundschulen Lotte und Wersen sowie die Gesamtschule Westerkappeln in Wersen. Für die Turnhalle Lotte soll zunächst eine Dachsanierung abgewartet werden.

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