Arbeitslosenquote in der Region erreicht neuen Tiefststand
„Die 2 vor dem Komma ist machbar“

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt reißen nicht ab. Nachdem die Arbeitslosenquote im Oktober mit 3,2 Prozent für die Region Ibbenbüren einen Tiefststand seit Jahrzehnten erreicht hat, ist sie im trüben November noch einmal gesunken. Eine 2 vor dem Komma scheint keine Utopie mehr zu sein.

Donnerstag, 30.11.2017, 15:11 Uhr

 
  Foto: Grafik: Jürgen Christ

„Das ist kein Blick in die Glaskugel, sondern angesichts der wirtschaftlichen Lage machbar“, meint Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Kreis Steinfurt. In und um Ibbenbüren gebe es sehr günstige Rahmenbedingungen, die die Arbeitsagentur gemeinsam mit dem Jobcenter Kreis Steinfurt, das die Langzeitarbeitslosen betreut, positiv gestalten könnten.

Zu den aktuellen Daten: Im November waren bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur in Ibbenbüren 1933 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind noch einmal 64 Betroffene weniger als im Oktober und sogar 257 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,1 Prozent und liegt damit 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Ein historisches Ergebnis, das noch zu toppen ist“, glaubt Zwilling.

Bemerkenswert ist die Entwicklung auch für Westerkappeln. Erstmals seit vielen Jahren gibt es hier weniger als 200 Arbeitslose.

Zwar ist mit einsetzendem Winterwetter wohl wieder mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, die konjunkturelle Lage ist aber robust. Das zeigt sich auch bei den offenen Stellen. Im Bereich der Arbeitsagentur Ibbenbüren ist die Zahl der gemeldeten unbesetzten Arbeitsplätze im November um 47 auf 716 gestiegen. Fast ausnahmslos handelt es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, in den allermeisten Fällen bieten die Unternehmen eine unbefristete Einstellung an.

Positive Entwicklung in allen Bereichen

Von der positiven Entwicklung profitieren derzeit alle von Arbeitslosigkeit betroffenen Bevölkerungs- und Altersgruppen: Zwar machen langzeitarbeitslose Hartz IV-Empfänger in und um Ibbenbüren noch immer gut zwei Drittel aller Erwerbslosen aus, doch auch ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf rund 1300 Personen gesunken.

Die Zahl arbeitsloser Ausländer ist im Geschäftsstellenbezirk in diesem Zeitraum ebenso rückläufig gewesen (-2,1 Prozent auf 615 Personen) wie die in der Gruppe der über 50-Jährigen (-16,2 Prozent auf 552 Personen) sowie bei Jugendlichen und Heranwachsenden (-5,4 Prozent auf 247).

Auch für schwerbehinderte Menschen hat sich die Lage deutlich verbessert (-26,9 Prozent auf 133 Personen).

Die Bereitschaft, schwerbehinderte Bewerber zu beschäftigen, sei in vielen Unternehmen gestiegen.

„Menschen mit Handicap in Arbeit zu bringen bleibt aber nach wie vor eine herausfordernde Aufgabe, für die wir uns mit großem Engagement und vielfältigen Beratungs- und Förderangeboten einsetzen“, versichert Reiner Zwilling, Chef der Arbeitsverwaltung im Kreis Steinfurt, mit Blick auf die zurzeit laufende deutschlandweite Woche der Menschen mit Behinderungen.

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Angesichts solcher Perspektiven ist Zwilling nicht bange vor der Zechenschließung Ende kommenden Jahres. „Wir erwarten nicht, dass wir ins Bergfreie rauschen“, erklärt der Chef der Arbeitsagentur. Im Gegenteil: Kein Mitarbeiter der RAG Anthrazit Ibbenbüren werden am Ende übrig bleiben. Für diejenigen, die nicht in die sogenannte Anpassung gehen können, werde es Beschäftigungsangebote und Qualifizierungsmaßnahmen geben, versichert Zwilling. Die Arbeitsagentur kooperiere dafür auch mit anderen großen Unternehmen in der Region. „Das wird landesweit als maßstabgebend betrachtet.“

Was Zwilling nicht zuletzt optimistisch nach vorne schauen lässt, ist die Entwicklung bei Coppenrath & Wiese. Der Mettinger Tortenbäcker habe einen „enormen Bedarf an Arbeitskräften auf allen Ebenen“. Aus der Region allein sei dieser gar nicht zubefriedigen, sagt Zwilling. Gleichwohl lege Cowi auch aufgrund der Schichtarbeit Wert darauf, dass die Mitarbeiter nicht zu lange Pendlerwege hätten.

Zwilling verweist darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren viele Personen mit Unterstützung der Arbeitsagentur „in ihre eigene Zukunft investiert haben“ und Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten genutzt hätten. Die Gruppe der Leute, die sonst immer nur auf Helferniveau beschäftigt gewesen seien, werde deshalb immer schmaler.

Der Arbeitsmarkt im Tecklenburger Land – „der läuft wie geschnitten Brot“, meint Zwilling.

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